Sackelzementhallelujah!

Noch zweimal spielt Jörg Herwegh sein Ludwig-Thoma-Solo in der Region

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rupfenberger„Sackelzementhallelujah!“ so heißt das Ludwig-Thoma-Solo, das Jörg Herwegh noch zwimal in der Region spielt: Am Freitag, 25. September, im Gasthof Bichler in Ramerberg und am Freitag, 23. Oktober, im Landgasthof Suranger bei Amerang. Beide Male um 20 Uhr, beide Male im jeweiligen Stüberl. Die Zuschauer sitzen an Wirtshaustischen und können sich von der bekannt guten bayerischen Küche in beiden Gasthöfen bewirten lassen.

Der Schauspieler und Komiker spielt ohne Requisiten nur mit seinen stimmlichen, mimischen und körperlichen Gestaltungsmöglichkeiten die verschiedenen Figuren seines Brettl-Programms:

Den Landgerichtsrat Eschenberger, „der ein guter Jurist war und auch sonst von mäßigem Verstande“, den Bauern und Landtagsabgeordneten Josef Filser, der sich mit seinem Bauernspezl darüber unterhält, in wessen „Milli mehra Frösch loachen“, die Realitätenbesitzerswitwe Brigitta Seilinger, die beim Begräbnis ihres reichen Mannes „grad drucka muaß, dass a paar Träna außerbringt“, den Dienstmann Alois Hingerl, der sich als Engel im Himmel wiederfindet…oder den Lausbuben Luwig, der den Papagei seiner verhassten Tante fast in die Luft sprengt.

Herwegh: „Ludwig Thoma ist und bleibt der wichtigste bayerische Volksschriftsteller. Sein ungemein reichhaltiges Werk, hauptsächlich in den Jahren zwischen 1900 und dem 1. Weltkrieg entstanden, ist so zeitlos wirkungsvoll.“

Von humorvollen Schilderungen harmloserer Art über spöttische Charakterstudien bis hin zur bissigen Satire (er führte lange die damals bekannteste deutsche Satirezeitschrift, den „Simpliccissimus“, fast im Alleingang) hat Thoma alles anzubieten.

Seine ernsten großen Bauernromane, schonungslos und ehrlich, werden nur erwähnt. Thomas unwiderstehliche Komik steht im Vordergrund.

Kurz eingegangen wird aber auf seine letzten Lebensjahre, als er nach dem 1. Weltkrieg politisch verbittert, einsam und schwerkrank seine unsäglichen antisemitischen Hetzartikel schrieb und seinen guten Namen nachhaltig beschädigte. Obwohl seine große Liebe, die sich von ihrem Mann für Thoma nie trennte, wiewohl sie mit Thoma zusammenlebte und auch seine Alleinerbin wurde, selbst Jüdin war. Herwegh: „In dem barocken, stattlichen bayerischen Paradebayern finden sich etliche Abgründe, die ihn aber auch zu diesem genauen Menschenboebachter werden ließen.“

Nähere Infos: http://www.herwegh.info/

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