Premiere für „Gammlos“

Lustiges Häkeln und Stricken im Bauernhausmuseum Amerang

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BHM_Strickrunde_02„Gammlos! – Den Namen kennen noch nicht alle, aber was Alexandra in der Stube des Bernöder-Hofes im Bauernhausmuseum häkelt, kann man erahnen. Es wird wohl etwas Ähnliches wie ein Paar Hausschuhe herauskommen.  „Das werden Gammlos, und sie sind sehr warm“, so die Hobby-Handarbeiterin. Gemeinsam mit Freundin Corinna und anderen Frauen verbringt sie den Sonntagnachmittag beim Häkeln und Stricken im Bauernhausmuseum Amerang des Bezirks Oberbayern.

Es ist eine Premiere, denn erstmals hat das Museum Hobby-Handarbeiter zum Stricken und Häkeln eingeladen. Mit Erfolg: Die Tische in der Bauernstube des Bernöder-Hofes sind besetzt. Bei Kaffee und Kuchen klappern die Stricknadeln, und manch ein neues Strickmuster macht die Runde.

Angeleitet werden die Teilnehmerinnen von Michaela Wolf aus Wasserburg. Sie strickt und häkelt seit ihrem 7. Lebensjahr und hat nicht nur ihren Laden „Wolle und Design“ in Wasserburg, sondern auch eine immer größer werdende Fangemeinde. „Jeden Montag treffen wir uns zum Stricken“, erzählt sie. „Bis zu 15 Leute sitzen dann zusammen und stricken und häkeln ganz unterschiedliche Dinge.“ Die Teilnehmerinnen beim Stricknachmittag in Amerang erfahren so, dass gestrickte Ponchos gerade der letzte Schrei sind, am besten in den Farbtönen grau, schwarz und taupe. Weiter groß im Rennen sind so genannte „Loops“, also runde Schals für den Winter. „Die gibt es in allen möglichen Farben, am liebsten aus Alpaka- oder Yak-Wolle.“

Stricken sei übrigens gar nicht so schwierig und auch bei Männern zunehmend beliebt, erklärt Michaela Wolf weiter. Das Hobby findet zunehmend  Anklang bei jüngeren Männern und Frauen. „Ich sehe hier schon einen Trend: weg vom Handy und Computer, hin zum Handarbeiten. Viele wollen auch ein eigenes, originelles Stück tragen und sich so von der Masse unterscheiden. Und die meisten Handarbeiter setzen auf Qualität und eine gute Wolle.“ Alexandra schätzt am Stricken und Häkeln noch einen anderen Aspekt. „Man entspannt das Gehirn und ist dabei sehr produktiv. Und am Ende bin ich immer sehr stolz darauf, ein neues Stück geschafft zu haben.“ Und Corinna freut sich am meisten darüber, dass der Fantasie beim Stricken und Häkeln offensichtlich keine Grenzen gesetzt sind. „Ich kann mich hier unglaublich austoben, was Farben und Formen betrifft. Ich stricke und häkle, ganz wie ich lustig bin.“

Lustig ist der Nachmittag für alle und manch eine Handarbeiterin nimmt sich auch ein Knäuel wertvolle Wolle mit nach Hause. Mohair und Seide in Kiwigrün, melierte Grün-Töne in Sockenwolle. Auf Michaela Wolf wartet daheim noch eine besondere Arbeit. „Ich habe mir die Super-Luxus-Kaschmir-Wolle gegönnt. Auf einer Messe kaufte ich sie für 50 Euro pro Knäuel. Das wird mein schönster Luxus-Pullover.“ Einen Trost gibt es: Kaschmirwolle ist sehr leicht und ergiebig. „Fünf bis sechs Knäuel reichen locker für einen Pullover. Ich weiß schon jetzt: Er wird traumhaft schön!“

 

Foto: Stricknachmittag im Bauernhausmuseum Amerang. Von links nach rechts: Alexandra, Corinna und Strick-Lehrerin Michaela Wolf.

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