„Philipp, derfst du Pommes essen …?“

Wie Bayerns Kapitän die Herzen im Oibichner Sturm eroberte

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Foto 194Albaching – Schneidig sands de Oibichner, vor allem aa de Kinder. Ganz vui ham se nämlich traut, dem Kapitän vom FC Bayern am Sonntag (wir berichteten) Fragen zu stellen – lustige und ganz brisante Fragen. Und waren zu Beginn die meisten in der Halle Müller-Fans, Schweinsteiger-Fans oder Neuer-Fans – so hat Philipp Lahm durch eine sehr sympathische Art die Fußballer-Herzen am Ende im Oibichner Sturm erobert. Hier unsere Beispiele der Fragestunde: „Sammelst du aa so Karten? Mit dene ko ma spuin.“ Lahm: „Na, wo gibt’s denn de?“ „Beim Daumoser!“ Oder: „Magst du Mario Götze? Was sagen Sie zum Outing von Thomas Hitzlsperger? Und habt’s ihr scho an Vadacht wega dem Maulwurf?“

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Fotos: Renate Drax

Aber der Reihe nach: Weil die Gstanzlsängerin Beatrix Mang aus Unterreit am Anfang gleich mit ihren Strophen so vui gwusst hat übern Philipp Lahm – aus seiner Kindheit und dass die Mama Jugendleiterin beim FT Gern war, da war er dann bei der Maulwurf-Frage von Sophia Staudinger – ob’s beim FC Bayern scho an Vadacht gibt wega dem Maulwurf – doch recht skeptisch – der Herr Kapitän. „Ja, seid heid!“ antwortete er humorvoll und der ganze Saal lachte.

Aber auch diplomatisch zeigte er sich: „Magst du Borussia Dortmund?“ wollte ein Kind wissen. „I mog an FC Bayern!“ Und was sagt Philipp Lahm heute zur Niederlage von München im Champions-Finale? „Es war bitter, ganz ganz bitter und sehr traurig. Vielleicht war die Niederlage wichtig – vielleicht einfach dafür, dass wir das Triple ein Jahr später überhaupt holen konnten. So sehe ich es heute!“

Wie er sich mit Mario Götze verstehe, wollte ein Kind wissen. „Gut“, sagte Lahm. Er kenne ihn ja auch schon von der Nationalmannschaft. Der Mario sei halt a bissal jünger – neun Jahre – aber das mache nix aus. Und Mario Götze sei ein Super-Spieler!

Foto 192Wieviele Tore er schon geschossen habe – eher null bis wenig – seit wann er bei Bayern spiele, ob er schon einmal eine rote Karte bekommen habe (Nein, noch nie!) Und das als jahrelanger Verteidiger (Anmerkung der Redaktion!) Welche Hobbys er habe und ob sein Sohn schon Fußball spiele. Wie er sich international verständige und ob er gern in die Schule gegangen sei. Wieviele Fußball-Schuhe er daheim habe und wieviele Bayern-Shirts? Und wia ma motiviert bleibe, bei so vui Erfolg? Und welcher Trick sein Lieblingstrick sei? „Leider kann ich gar keinen Trick, das ist das Schlimme!“ so Lahm ganz lässig.

Ein Mädchen stand auf und fragte: Derfst du Pommes essen und Bier dringa? „Ja, darf ich schon – aber du nur Pommes. Und auch nicht regelmäßig jeden Tag!“ Und zur Niederlage der Bayern – ohne ihn – am Wochenende gegen Red Bull Salzburg meinte Lahm, dass das halt Testspiele seien, in denen auch mal was ausprobiert werde, was dann nicht so funktioniere. Vielleicht ja tue so eine Niederlage auch mal ganz gut dem ganzen Team …

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Dieser junge Mann aus Albaching hat Philipp Lahm seine FIFA-Sammel-Spielkarten geschenkt.

Auch zum Outing von Thomas Hitzlsperger wurde Philipp Lahm in Albaching gefragt. Und bekam für seine Antwort sehr viel Applaus: Es sei zwar schon überraschend gewesen, aber über einen Menschen – wie er sei – darüber sage das ja nichts aus. Es würden eben andere Dinge zählen in einem Leben, die wichtig seien. Im Fußball nun mal, wie einer Fußball spiele, wie teamfähig er sei. Er appellierte an die Toleranz. Und Lahm betonte, er persönlich habe großen Respekt vor Hitzlsperger, der sich mit dem Outing für die Minderheit der Homosexuellen stark gemacht habe.

Servus, Philipp, mein Sohn ist ein großer Fan von dir, sagte ein Papa in der Alpicha-Halle. Und fragte, ob denn der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft nicht mal ein Jugend-Training in Albaching leiten könnte. Mittwochs, wenn’s möglich wäre. „Hm“, meinte Lahm am Mikro, „wenn da ned grad a Champions-League-Spiel ist am Mittwoch, können wir ja mal drüber reden“ …      Renate Drax

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