Neues Zeitalter für die Sternwarte

Am Samstag, 5. April, spannendes Programm rund um die Astronomie

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SternwarteAuch wenn ein wenig mehr als 25 Jahre in der astronomischen Zeitrechnung fast vernachlässigbar sind, so ist dieses Alter für die Teleskope und ihre Steuerung auf der Sternwarte Rosenheim doch ein beträchtliches. Sternwarten-Leiter Professor Elmar Junker und sein Team testeten in den vergangenen Monaten eine neue Computersteuerung für die seit den 1980er Jahren eingebaute Montierung der Fernrohre. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die durch Spenden finanzierte vollautomatische Steuerung findet deutlich mehr Himmelsobjekte und zudem viel schneller.

Das freut sowohl die Studierenden im Wahlfach „Einführung in die Astronomie“ als auch die Besucher der öffentlichen Sternwarten-Führungen. Am bundesweiten Astronomietag am 5. April ist die Sternwarte ab 20 Uhr für alle Interessierten geöffnet.

Die Ortung von Himmelsobjekten erfolgte auf der Sternwarte bisher manuell: War ein Stern im Visier des Sucherfernrohrs gefunden, verfolgten die Beobachter diesen per Nachführung des Fernrohrs mit einem Schneckenradantrieb. Mit der neuen Computersteuerung vom Typ FS-2 findet das Teleskop auch lichtschwache oder weit entfernt von großen Sternen liegende Himmelsobjekte. Aktuell ist sogar die Beobachtung des Planeten Venus am Taghimmel möglich.

Das Teleskop lässt sich nun vollautomatisch über den sichtbaren Himmel schwenken und wandert automatisch mit dem jeweils beobachteten Objekt. Voraussetzung für die neue Ortungsmöglichkeit ist die perfekte Nordausrichtung des Teleskops. In akribischer Kleinstarbeit und mit vereinten Kräften gelang es die neue Montierung fein zu justieren.

„Bei der Montage haben wir ganz schön geschwitzt. Vor Ort tauchen dann viele Kleinigkeiten auf, mit denen man nicht rechnet – vom abgerissenen Bolzen bis zu nicht funktionierenden Schnittstellen und Kabeln. Aber mit viel Einsatz konnten wir das alles lösen. Wir beschreiten damit ein neues Zeitalter für die Sternwarte“, so Professor Dr. Elmar Junker. „Ich bedanke mich herzlich bei meinem Astronomie-Kollegen Manfred Kliemke von der Sternwarte Simssee, den Mitarbeitern der Hochschul-Labore und natürlich den zahlreichen Spendern für die Unterstützung.

Im Rahmen des 12. bundesweiten Astronomietages am Samstag, 5. April, bietet die Sternwarte Rosenheim ein spannendes Programm rund um das Hobby Astronomie an. Bei gutem Wetter können die Besucher ab 20 Uhr selbst einen Blick durch die Fernrohre auf Mond, Jupiter, Mars und Co. richten. Wenn der Himmel sich bedeckt zeigt, erklärt Professor Elmar Junker ab 20:30 Uhr in einem Vortrag was man am Himmel alles sehen kann: Wissenswertes zur Helligkeit und Temperatur der Sterne, der Entfernungsmessung in der Astronomie und zum Urknall.

Foto: Himmelsobjekte fest im Blick – Prof. Dr. Elmar Junker, Leiter der Sternwarte an der Hochschule Rosenheim, bei einer Himmelsbeobachtung.

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