Müssen Bauern sogar Kühe verkaufen?

Trockenperiode: Hitzewelle bereitet Bayerischem Bauernverband große Sorgen

image_pdfimage_print

Während sich die Urlauber daheim über den Traumsommer freuen, wird die andauernde Trockenheit für die Bauern in der Region mehr und mehr zum Albtraum: „Momentan ist es wirklich extrem“, so Josef Bodmaier, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands. „Ich denke, es gibt nicht viele Orte in Stadt und Altlandkreis Wasserburg, die in letzter Zeit ein wenig Wasser erwischt haben.“ Wiesen vertrocknen, die Ernte wird zu früh reif und vor allem die Futtermittel werden knapp. „Manche Landwirte müssen vielleicht sogar Kühe verkaufen, um eine Futtermittel-Knappheit im Winter ausschließen zu können“, befürchtet Bodmaier.

„Für uns ist es wirklich alles andere als lustig“, sagt der Bauernobmann. Durch die wochenlange Hitze mit Temperaturen, die bis an die 40-Grad-Marke reichen, leidet die Landwirtschaft. „Das Getreide wurde teilweise notreif oder ist direkt eingetrocknet. Auch dem Mais fehlt mindestens ein halber Meter Länge.“ Momentan befänden sich die Maispflanze in der Kolbenbildung. „Der Kolbenansatz bräuchte dringend Wasser. Ansonsten bleiben die Körner und auch die allgemeine Frucht nur sehr klein. Für uns bedeutet das eine enorme Mengen- und auch Qualitäts-Einbuße“, so Bodmaier.

Am meisten Sorgen bereite die Knappheit der Futtermittel: „Die Grasbestände vertrocknen immer mehr. Den Wiesen fehlt das Wasser, man sieht wie das Grünland oberirdisch braun und dürr wird.“ In dieser Saison falle mindestens ein Schnitt komplett weg. Der Obmann: „Für die Bauern ist das fatal, weil wir das Gras als Futtermittel brauchen.“ Das Einsäen mit Grassamen sei aufgrund der Trockenheit sinnlos, da die Keime höchstens eintrocknen würden. „Das bringt nichts. Geld und Arbeit wären dann verschwendet.“ Auch die Milch werde weniger, da aufgrund des Futtermangels Kühe verkauft werden müssten.

Doch auch die kommenden Tage scheint das Hoffen auf Regen aussichtslos zu sein. Der Wetterbericht kündigt weiterhin hohe Temperaturen mit viel Sonnenschein an. Für die Urlauber und Badegäste eine wahre Freude – ganz zum Leid der Bauern: „Wir wären schon über einen kleinen Schauer froh.“ ISA

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ein Gedanke zu „Müssen Bauern sogar Kühe verkaufen?

  1. Okay, des war letzt`s Jahr, aber der letze Satz sagt eigentlich alles.
    Wurscht, z´Semme werd sowieso teuerer.

    Endspurt bei der Getreideernte 2014.
    © BBV
    Die Bauern haben zehn Monate lang ihr Wissen und Können eingesetzt, um ihre
    Getreidefelder sorgsam zu hegen und zu pflegen. Das reicht von der Sortenwahl über die Bodenbearbeitung bis zu Düngung und Pflanzenschutz. Mit der Ernte entscheidet es sich, ob die Bauern mit dem Ertrag, mit der Menge und der Qualität, zufrieden sein können. Dabei muss das Wetter zur Erntezeit mitspielen. Denn nur, wenn das Wetter in der Erntezeit passt, kann der Weizen auch wirklich zum Backen verwendet werden und die Gerste zum Bierbrauen.

    Nach Einschätzung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) ist es aber fraglich, ob aufgrund der immer wiederkehrenden und zum Teil heftigen Niederschläge in der letzten Zeit, die gewünschten Qualitäten auch erreicht werden.

    0

    0
    Antworten