Müllgebühren bleiben weiter stabil

Denn die Abfallwirtschaft funktioniert sehr gut im Landkreis - Heute Bilanz gezogen

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WertstoffKnapp 185 Kilogramm Restmüll pro Einwohner. Das ist das Fazit des Landkreises Rosenheim heute zum Abfallwirtschaftsbericht für das Jahr 2015. Denn rund 47.000 Tonnen Restmüll fielen im vergangenen Jahr im Landkreis an. Die geringfügige Zunahme um gut 100 Tonnen lässt sich mit der steigenden Bevölkerungszahl erklären. Unter dem Strich sank aber die Restmüllmenge pro Kopf, hieß es heute am Mittwoch im Umweltausschuss. Die Gesamtmenge der erfassten Wertstoffe konnte um fast 3.000 Tonnen gesteigert. Die Verwertungsquote ist mit gut 72 Prozent weiterhin hoch.


Die Abfallwirtschaft funktioniere sehr gut, lobte Landrat Wolfgang Berthaler, das gebe es selten, dass Müllgebühren so lange stabil bleiben. Ingrid Embacher, die zuständige Sachgebietsleiterin im Landratsamt, teilte dazu mit, dass sich eine Gebührenerhöhung nicht abzeichne …

Mehr als 23.000 Tonnen Altpapier wurde im vergangenen Jahr im Landkreis eingesammelt, gut 1.000 Tonnen mehr als im Jahr davor. Davon brachten die Bürger knapp 13.500 Tonnen zu den Altpapiercontainern in den 43 Wertstoffhöfen und rund 1.200 Wertstoffinseln. Gut 9.500 Tonnen kamen über die so genannten Blauen Tonnen zusammen sowie gut 60 Tonnen über gemeinnützige Altpapiersammlungen.

In die Altglascontainer an 282 Standorten wurden gut 6.200 Tonnen eingeworfen, rund 80 Tonnen mehr als 2014. Ein leichtes Plus wurde auch bei den Leichtverpackungen registriert. Weißblech, Aluminium, Mischkunststoffe, Tetra Pak, Becher, Folien oder Styropor summierten sich auf knapp 2.300 Tonnen.

Die getrennte Erfassung der Grünabfälle trägt wesentlich zur Reduzierung des Hausmüllvolumens bei. In den drei Kompostieranlagen in Noderwiechs in der Gemeinde Bruckmühl, in Perfall bei Eiselfing und in Weiher in Aschau wurden 2015 fast 76.000 Kubikmeter Häckselgut, Laub und Gras angeliefert. Daraus wurden gut 15.000 Kubikmeter Kompost erzeugt, der im Landschafts- und Gartenbau, im Sportanlagenbau und in Privatgärten eingesetzt wird.

Zudem können die Bürger den Kompost abgepackt in Säcken oder bei den Kompostieranlagen lose kaufen. Bei der Kompostierung der Grünabfälle fällt unter anderem durch Aussieben ein Ersatzbrennstoff an, der zusammen mit bereits bei der Anlieferung getrennt erfasstem holzigem Material zum Erzeugen von Wärme und Strom in Heizkraftwerken verwendet wird. Rasenschnitt, der in eigenen Container gesammelt wird, findet in Biogasanlagen Verwendung.

Seit Anfang des Jahres betreibt der Landkreis Rosenheim neben Noderwiechs auch die Kompostieranlage in Perfall in der Gemeinde Eiselfing. Bisher wurden zwei Mitarbeiter eingestellt sowie die erforderlichen Maschinen wie Häcksler, Umsetzer, Siebanlage und Lader angeschafft.

Laut Abfallwirtschaftsbericht wurden knapp 8.200 Tonnen Altholz, mehr als 2.700 Tonnen Altmetall und 70 Tonnen Autobatterien gesammelt und verwertet. Zudem fielen 530 Tonnen Altreifen, gut 13.000 Kubikmeter Elektroschrott und vier Tonnen CD’s an.

An den Wertstoffhöfen bzw. über das Umweltmobil des Landkreises wurden 262 Tonnen Problemabfälle abgegeben. 58 Tonnen davon waren Altöl, 58 Tonnen Farben und Lacke, 44 Tonnen Trockenbatterien, 4,5 Tonnen Ölfilter, mehr als 14 Tonnen Laugen, über 4 Tonnen Säuren und knapp 3 Tonnen Pestizide. Im Frühjahr 2015 wurden auf den Wertstoffhöfen rote 240 Liter-Sammelgefäße aufgestellt, um Tonerkartuschen und Tintenpatronen einzusammeln. Die abgegebene Menge betrug 8 Tonnen.

Den Haus-, Geschäfts- und Sperrmüll zusammengerechnet, fielen 2015 pro Einwohner knapp 185 Kilogramm Restmüll an.

Bei den Wertstoffen wiederum summiert sich der Jahresdurchschnitt auf 360 Kilogramm pro Einwohner. Die Verwertungsquote von 72,2 Prozent zeigt, dass es mit Unterstützung der Bürger gelingt, ein vorrangiges Ziel des Abfallwirtschaftskonzeptes des Landkreises umzusetzen. Es lautet, die Restmüllmenge durch wirksame Vermeidungs- und Verwertungsmaßnahmen so weit wie möglich zu verringern und dadurch die Umwelt zu schonen. Tatsächlich ist die Verwertungsquote sogar noch höher, weil die von den Bürgern selbst kompostierten Grünabfälle in der Berechnung nicht berücksichtig werden können.

Das im Landratsamt Rosenheim zuständige Sachgebiet Abfallwirtschaft fördert diese Entwicklung unter anderem durch telefonische, persönliche oder schriftliche Beratung, Unterrichtsstunden in Schulklassen sowie regelmäßige Schulungen des Personals von Gemeinden und Wertstoffhöfen. Der Wertstoffhofwegweiser in Plakatform wurde im Mai dieses Jahres neu aufgelegt.

Ein Vergleich zwischen 1990 und 2015 zeigt, dass die Haushaltsabfälle pro Einwohner in diesen 25 Jahren um mehr als die Hälfte reduziert werden konnten und die Menge getrennt gesammelter Wertstoffe pro Einwohner fast verdreifacht wurde.

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