Mit den besten Grüßen nach Rott

... von unserem Dieda - „Koane Totenscheine ausstelln, liaba Ärmel hochkrempeln"

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EdlingEdling/Rott – Von wegen Edling, de Rotter hams verschlafen“, moand da Dieda, unser Leserreporter Dietmar Gebert – und schickt uns eine Standort-Analyse. Na, ned wo jetzt der Discounter vo Rott endgültig hisoi, sondern ein direkter Vergleich der Gemeinden Edling und Rott. Den woi ma unsane Leser ned vorenthalten. Mit dem Fazit vom Dieda, de Rotter soin liaba koane Totenscheine für andere Gemeinden ausstelln (wir berichteten ausführlich), sondern besser selber de Ärmel hochkrempeln – freundschaftlich gmoand mit den besten Grüßen …

Die Aussage aus Rott über ein totes Edling ist nicht neu und wurde vor einigen Jahren schon mal getroffen. Damals konnte man darüber nur lachen. Heute muss man als Edlinger zugeben, dass die seit Jahren leerstehenden Gewerberäume in der Dorfmitte von Edling kein absolutes Highlight sind. Es wird sich aber mit Sicherheit auch dafür die eine oder andere neue Nutzung finden. Mit diesem Problem steht Edling aber nicht alleine da – und das ist auch kein Bewertungskriterium, wie tot oder lebendig ein Ort ist.

Wie lebendig ein Ort ist, ergibt sich daraus, wie stark die Dorfgemeinschaft zusammenhält und sich mit „ihrem” Ort identifiziert. Das breite Angebot an Veranstaltungen von Vereinen und Institutionen hält das dörfliche Leben am Laufen. Hierzu muss dann die Gemeinde die Grundlagen schaffen und Unterstützung bieten.

Das Problem muss also woanders liegen.

Bis vor rund dreißig, vierzig Jahren hat es in jedem Dorf mindestens einen Kramerladen gegeben, in Edling gleich vier dazu einen Bäcker und einen Metzger. Die Kramer waren damals schon Vollsortimenter mit überschaubarem Angebot und sozial betrachtet eine Kommunikationsbörse.

Große Märkte – wie auch die ersten Discounter – waren nur in Ballungsräumen angesiedelt. Die Genehmigung neuer Märkte war abhängig, wie viele Menschen im jeweiligen Einzugsgebiet lebten und sicherte den kleinen Läden ihr Überleben.

Diese Bewertung änderte sich im Laufe der Zeit, so dass für einen neuen Markt weniger Menschen in einem kleineren Einzugsbereich notwendig waren. Wer von den ansässigen Händlern konnte, baute sein Geschäft aus, viele kleine gaben dem Druck nach oder schlossen aus Altersgründen. Das Entstehen von vielen Gewerbegebieten auf der grünen Wiese lockte dann die Discounter an. Dass die damalige Geiz ist geil”-Mentalität und eine größere Mobilität u. a. der Senioren das Ihrige dazu beitrugen, sei nur nebenbei erwähnt.

Ein geändertes Konsumverhalten, ein größeres Warensortiment und Auflagen der Behörden sorgen nun in den letzten Jahren dafür, dass die alten Geschäftsräume nicht mehr den Ansprüchen genügen, von der Parksituation um die Geschäfte im Ortskern ganz zu schweigen.

Genau diesen Zeitpunkt hat Rott verschlafen. Hier hat der Weitblick anscheinend doch einige defizitäre Lücken. Wo Edling schon reagiert hat, wird in Rott statt nach einer Lösung, nach einem Schuldigen der Situation gesucht. Wer das Ganze als Außenstehender verfolgt, bekommt das Gefühl, dass es hier nur noch um Ungereimtheiten oder persönliche Animositäten geht und die Sachfragen schon aus den Augen verloren wurden.

Zugegeben ist in Edling alles ziemlich ebenerdig und auch zu Fuß gut erreichbar. Dass das Staudhamerfeld mit seinen weiteren Einkaufsmöglichkeiten direkt angrenzt, ist ein weiterer Vorteil.

Da Rott aus zwei Ebenen besteht, macht das die Standortfindung im Hinblick auf die Erreichbarkeit sicher nicht leichter. Aber anstatt anderen Gemeinden, die ihre Hausaufgaben gemacht haben, den Totenschein auszustellen, sollten alle Rotter Fraktionen im Gemeinderat die Ärmel hochkrempeln und das Thema gemeinsam schnell vom Tisch bringen.

Der dörfliche Frieden in Rott scheint für Außenstehende ohnehin massiv angespannt, aber so kann man seine Bürger auch am Leben halten.

In der Zwischenzeit heißen wir Edlinger die Rotter Bürger, die unser wunderschönes Edling zum Einkaufen besuchen, herzlich willkommen. Unterm Strich ist Edling genau so lebendig und lebenswert wie Rott – halt nur mit den besseren Einkaufsmöglichkeiten.

Mit den besten Grüßen nach Rott vom Dieda – Dietmar Gebert.

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