Mehr Zusammenarbeit – mehr Solidarität!

Neue Zukunft: Die Gemeinwohl Ökonomie - ein Modell für Haag

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FelberHaag – Barcelona, Berlin, München, Madrid, Buenos Aires – Christian Felber ist viel unterwegs in der Welt. Denn er hat eine Botschaft und die bringt er auch nach Haag. „Die Gemeinwohl-Ökonomie – ein Modell für Haag.“ So heißt sein Vortrag am Dienstag, 21. Januar, um 20 Uhr im Bürgersaal. Die vor drei Jahren in Österreich gestartete Initiative wächst weltweit – in den Betrieben, in den kommunalen Verwaltungen und sensibilisiert immer mehr Verbraucher. Als Gemeinwohl-Ökonomie bezeichnet man ein alternatives Wirtschaftssystem, das auf Werten aufgebaut ist, die das Gemeinwohl fördern.

Christian Felbers Vision: Gewinnstreben und Konkurrenz als oberste Ziele sollten durch Kooperation und Solidarität abgelöst werden.

Visionen für eine Gesellschaft der Zukunft

Umweltfreundliche Architektur, nachhaltige Unternehmen, Projekte fürs Gemeinwohl – drei Visionäre stellten im Weltsalon des Münchner Tollwoodfestivals ihre Ideen von einer besseren Zukunft vor. Die Podiumsdiskussion stand unter der Überschrift Die Gesellschaftsgestalter – Anregung zum Umdenken“. Mit dabei Christian Felber. Er hat Sprachen, Politikwissenschaften, Psychologie und Soziologie studiert. Gerade weil er kein Ökonom ist, betrachtet er das Wirtschaftssystem ganzheitlich. Wirtschaft ist für ihn ein Werkzeug im Dienste der Gesellschaft, sollte auf menschlichen und demokratischen Werten fußen und gleichzeitig die Ökosysteme der Welt im Blick behalten. Das trifft auf das derzeitige Wirtschaftssystem in seinen Augen nicht zu.

Das Engagement hat erste Erfolge: Jedes Jahr erstellen Pionierunternehmen freiwillig eine so genannte Gemeinwohl-Bilanz – im Jahr 2011 beteiligten sich 50 Firmen, 2012 waren es schon mehr als doppelt so viele. Um das Ziel Kooperation und Silidarität voranzutreiben, hat Christian Felber im Jahr 2010 die Initiative Gemeinwohl-Ökonomie mit gegründet. Inzwischen zählen sich fast 5.000 zum Kreis der Unterstützer der Initiative, dazu kommen knapp 1.500 Unternehmen weltweit – Tendenz steigend. Ein zentrales Anliegen von Christian Felber ist eine Gemeinwohl-Bilanz für jedes Unternehmen.

„Die ethischen Unternehmen zahlen keine Mehrwertsteuer mehr, die zahlen geringere Zölle, bekommen die günstigeren Kredite und erhalten Vorrang beim öffentlichen Einkauf. Das ist nämlich die Ineffektivität der heutigen Wirtschaft: Dass die ethischen Unternehmen preislich am teuersten anbieten. Die unethischsten bieten am billigsten an und setzen sich deshalb in der Regel auch durch auf den Märkten. Das würde in der Gemeinwohl-Ökonomie wieder ins Lot kommen und so würden die ethischen Unternehmen auf den Märkten überleben.“ So Felber.

Unternehmen, die ethisch korrekt arbeiten, könnten – so Felber – mit Steuervorteilen und Handelsfreiheit belohnt werden. Das ließe sich zum Beispiel über die Mehrwertsteuer regeln, denkt er voraus. Ein Unternehmen, das im Sinne des Gemeinwohls handele, sollte keine Mehrwertsteuer zahlen, eines, das unethisch handelt, ganz viel Mehrwertsteuer.

Felbers Bücher bisher:

50 Vorschläge für eine gerechtere Welt (2006)
Neue Werte für die Wirtschaft (2008)
Kooperation statt Konkurrenz (2009)
Die Gemeinwohl-Ökonomie (2012)
Retten wir den Euro (2012)
Kurz vor der Neuerscheinung: Geld. Die neuen Spielregeln (2014)

 

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Ein Gedanke zu „Mehr Zusammenarbeit – mehr Solidarität!

  1. Danke für den Bericht und die Vorankündigung!

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