Koana is so schnell wia da Klaus!

Forstinger Unternehmer (64) im Seifenkisterl unterwegs

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OLYMPUS DIGITAL CAMERAForsting – Es wird nicht viele Menschen in Bayern – ja sogar in ganz Deutschland – geben, die so viele Pokale schon mit nach Hause getragen haben. Klaus Wagenstetter, 64-jähriger Unternehmer aus Forsting, kann sie kaum mehr alle zählen. Hunderte sind es. Gewonnen in jungen Jahren im Slalom mit einem BMW-Rennwagen. Und ab seinem 55. Lebensjahr mit Seifenkisten! Unglaublich seine Bilanz zum Saisonende 2013: Allein heuer war er schon sechsmal Gesamtsieger – selbst auf internationaler Ebene. Das heißt, quer durch alle Altersgruppen fährt Klaus Wagenstetter mit seiner Rennkiste die schnellsten Zeiten …

… hängt jeden Jugendlichen und jungen Fahrer ab.

Es ist sein Ausgleich zum doch oftmals recht anstrengenden Leben als Chef einer großen Spedition. Termindruck, Logistik – das alles lässt er hinter sich, wenn er mit seinen 64 Jahren wie ein 20-Jähriger in das kleine, enge, sehr spartanische Seifenkisterl springt. Ja, beweglich bleibe man schon auch dadurch, sagt er. Komfortabel geht anders, sagen wohl alle anderen. Man sitzt nicht, man liegt in dem Kisterl und der Kopf samt Nacken baumelt frei jeder noch so kleinsten Bodenwelle hinterher – ausgeliefert quasi. Klaus Wagenstetter macht das alles nichts aus. Es ist seine Welt. Auch das Basteln und Herumschrauben immer wieder an seinem in Eigenregie erbauten Gefährt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADeutscher Meister im Slalom

Dass er mit 26 Jahren den Deutschen Meistertitel nach Forsting holte – im Slalom mit seinem Rennauto der Marke BMW – das erwähnt Klaus Wagenstetter nur bescheiden, wenn man nach seinem unglaublichen Fahrgefühl fragt. Mit 100 Stundenkilometern rast der 64-Jährige durch das Ziel bei so einem Seifenkisten-Rennen. Schutzkleidung – ja, klar, ein Helm. Mehr nicht wirklich. Aber er bleibt bei aller Leidenschaft vernünftig, sagt er. Auch wenn es um Hundertstel gehe. Und schmunzelt. Trotz des hohen Tempos – es gehe immer ums Gespür. Keine Technik, kein Computer könne das ersetzen. So sei es beim Vettel in der Formel eins – und so sei es auch beim Seifenkisterl.

Ich frage Klaus Wagenstetter, was er vom Leben gelernt hat? Er überlegt nicht lange: „Dass es sich lohnt zu kämpfen. Immer. Dass man immer eine Lösung findet. Vielleicht nicht am Tag, aber dann am Abend.“

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