„Jede Straftat eine zu viel!“

Sicherheitsgespräch im Landratsamt - Mehr Einbrüche, mehr Gewalt gegen die Polizei

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sicherheitsgespraech_2Landkreis – Dass die Zahlen der Straftaten im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd rückläufig sind, haben wir an dieser Stelle bereits berichtet. Nun luden Landrat Wolfgang Berthaler (Bildmitte), Rosenheims 2. Bürgermeister Anton Heindl (links) sowie Polizeipräsident Robert Kopp zum Sicherheitsgespräch ins Landratsamt. Das Thema: Die Delikte in Stadt und Landkreis Rosenheim. Und auch hier gibt es Erfreuliches zu vermelden: In vielen Sparten seien die Zahlen rückläufig.

Dabei müsse allerdings in der Gesamtübersicht differenziert werden. Robert Kopp: „Wir müssen da die ausländertypischen Delikte herausrechnen. Denn jede illegale Einreise ist eine Straftat.“ So gab es im vergangenen Jahr 16.800 Fälle insgesamt im Landkreis – ohne Ausländerdelikte sind es nur noch 8.166 Straftaten, was einen Rückgang von acht Prozent bedeutet. „Doch jede Straftat ist eine zu viel“, ergänzt der Polizeipräsident.

Ebenfalls eine Besonderheit der Region ist die Grenznähe. Dadurch entlarven die Schleierfahnder viele Täter auf der Autobahn, die ihre Taten nicht hier begangen haben, aber dennoch zur Landkreis-Quote dazu gerechnet werden. „Was allerdings für die erfolgreiche Arbeit unserer Fahnder spricht“, sagt Wolfgang Berthaler.

Bei aller Freude über die rückläufigen Zahlen bereiten die Zunahme von Wohnungseinbrüchen und die steigende Gewalt gegen Streifenbeamte der Polizei Sorge. Kopp: „Dass die Menschen angegriffen werden, die für die Sicherheit der Allgemeinheit sorgen sollen, können wir nicht hinnehmen.“

Künftig mehr Fußstreifen

Sicherheit ist ohnehin ein ganz wichtiges Thema für die Beamten. Die Polizei will den Bürgern das Gefühl vermitteln, dass man hier in einer sicheren Region lebt. Anton Heindl: „Die verstärkte Präsenz von Streifenwagen in der Stadt gibt den Menschen Sicherheit.“

Damit viele Straftaten schon im Ansatz verhindert werden können, sollen in Zukunft verstärkt auch Fußstreifen unterwegs sein.

Die Umstellung auf den Digitalfunk in diesem Monat mache dies laut Robert Kopp leichter. „Die Beamten haben einen besseren Empfang, können so besser miteinander kommunizieren und müssen nicht in der Nähe des Streifenwagens bleiben, um ein gutes Signal zu haben.“

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Auch bei der Sicherung und dem Schutz der eigenen vier Wände gibt es noch viele Maßnahmen, die Einbrecher abschrecken und vertreiben können. Robert Kopp erklärt: „Ein guter Einbrecher braucht für die Tat insgesamt nur drei Minuten – er kommt fast immer über die Terrassentür. Wenn das schon mal eine sichere Tür ist, dann haben viele Täter keine Lust, da lange rum zu machen.“

Dazu komme, dass die meisten Einbrecher nur nach den Dingen Ausschau halten, die sie schnell einstecken können. Also Geld, Schmuck und Smartphones. „Und die“, sagt Kopp, „liegen meist an denselben Stellen im Haushalt.“ Bedeutet: Wer sich eine stabile und einbruchssichere Terrassentür anschafft und zudem Wertgegenstände nicht an den bekannten Orten in der Wohnung wie Garderobe, Küche, Schlafzimmer aufbewahrt, habe gute Chancen, ungeschoren davon zu kommen.

Auch auf die Verkehrszahlen geht der Polizeipräsident ein. Fazit: Mehr Unfälle im Landkreis, aber ein Rückgang der Verkehrstoten von 18 Opfern im Jahr 2014 auf zehn im vergangenen Jahr. Angesichts dieser Zahlen und Statistiken sagt er: „Man muss bedenken, dass die Wahrscheinlichkeit, bei einem Verkehrsunfall verletzt zu werden, ungleich höher ist, als Opfer einer Straftat zu werden.“

 

 

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