Haag: Zahl der Straftaten leicht steigend

Die Jahres-Bilanz der Polizeistation für 2013

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Polizist hält Polizeikelle vor PolizeiautoEin leichter Anstieg der Zahl der Straftaten war im vergangenen Jahr 2013 im Zuständigkeitsbereich der Polizei Haag zu verzeichnen, in dem rund 17.000 Einwohner leben. Während die Gesamtzahl der Straftaten im Jahre davor noch bei 376 Straftaten lag, stieg diese nun im vergangenen Jahr um 26 Fälle auf 402 Straftaten an, was einem Anstieg um 6,9 Prozent entspricht. Die Aufklärungsquote ist allerdings von 55,3 auf 60,0 Prozent angestiegen.

Die Kriminalitätsstruktur

1. Straftaten gegen das Leben

Zu den „Straftaten gegen das Leben“ zählen insbesondere Mord- und Totschlagsdelikte, aber auch fahrlässige Tötungsdelikte. Erfreulicherweise war im letzten Jahr ebenso wie im Jahr davor keines dieser Delikte im Haager Zuständigkeitsbereich zu verzeichnen.

2. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

Die Zahl der „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“, zu denen u.a. die Vergewaltigung, die sexuelle Nötigung, die sexuellen Missbrauchsfälle von Kindern, exhibitionistische Handlungen und auch die Verbreitung pornographischer Schriften und Bilder gehören, lag im Jahre 2012 noch bei insgesamt neun Taten, diese ist nun im Jahr 2013 auf „nur noch“ vier bekannt gewordene Taten und damit um rund 56 Prozent zurückgegangen.

Auf dem Deliktsfeld der sexuellen Nötigung war im vergangenen Jahr ebenso wie im Jahr davor „nur“ ein Fall zu verzeichnen, bei der Verbreitung pornographischer Schriften wurden in den beiden letzten Jahren jeweils zwei Fälle registriert.

Die Ermittlungsverfahren wegen Verdachts des sexuellen Mißbrauchs von Kindern, zu denen auch vor Kindern vorgenommene sexuelle Handlungen zählen, sind von sechs im Jahr 2012 auf 1 Fall im Jahr 2013 (und damit um 83 %) zurückgegangen. Die Sachbearbeitung wurde in diesem Falle von der Kriminalpolizeistation in Mühldorf übernommen.

3. Rohheitsdelikte

Auch bei den sogenannten „Rohheitsdelikten“, zu denen neben Raubstraftaten auch die vorsätzlichen Körperverletzungsdelikte zählen, wurde ein deutlicher Rückgang von 79 Fällen im Jahr 2012 auf 52 Fälle im Jahr 2013 festgestellt, was einer Abnahme um 34 Prozent entspricht.

Die Fälle der einfachen Körperverletzungsdelikte nahmen dabei von 44 auf 30 ab, die Fälle der „gefährlichen und schweren Körperverletzungsdelikte“ gingen von 7 auf 2 zurück.

Allerdings war im letzten Jahr im Haager Dienstbereich ein Raubdelikt begangen worden, im Jahr 2012 war indes kein solches zu verzeichnen gewesen.

4. Diebstahlsdelikte

Im Bereich der Diebstahlsdelikte stieg die Straftatenzahl von 107 im Jahr 2012 auf 132 im letzten Jahr an, was einer Zunahme um 23 Prozent entspricht. Im Jahr 2009 lag diese Zahl zum Vergleich allerdings noch bei 147 Fällen.

Die Fälle des „einfachen Diebstahls“ sind in den beiden vergangenen Jahren nahezu gleich geblieben, 2012 waren das 71 und im letzten Jahr 72 Fälle gewesen.

Auch die zur Anzeige gebrachten „Ladendiebstähle“ blieb mit 11 in den beiden letzten Jahren gleich.

Die sogenannten „schweren Diebstahlsfälle“, wozu insbesondere auch Einbruchsdelikte zählen, sind indes von 36 Fällen auf 60 und damit um 66,7 % angestiegen.

Die Einbrüche in Warenhäuser, Schaufenster, Vitrinen oder Kioske nahmen von 4 im Jahr 2012 auf 11 im letzten Jahr erheblich zu, die Einbrüche in Gaststättenbetriebe sind von 2 auf 3 angestiegen.

Die „Wohnungseinbrüche“ nahmen indes wieder von 4 auf 6 zu.

Die Einbrüche in Dienst-, Büro- od. Werkstatträume nahmen von 5 im Jahr 2012 auf 8 im letzten Jahr zu.

Die Zahl der Automatenaufbrüche stiegen von 1 Fall im vorletzten Jahr auf 4 im letzten Jahr an.

Die Diebstahlsfälle von Kraftwagen nahm von 2 auf einen ab.

Die Zahl der angezeigten Fahrraddiebstähle jedoch nahm von 11 auf 13 und damit um 18 % zu.

Die Diebstähle von Mopeds bzw. Krafträdern sind mit einem Anstieg von 0 im Jahr 2012 auf 1 Fall 2013 nicht nennenswert angestiegen, die Diebstähle an bzw. aus Kraftfahrzeugen stiegen von 14 im vorletzten Jahr auf 18 im letzten Jahr an.

Taschendiebstähle dagegen wurden letztes Jahr überhaupt nicht registriert, 2013 waren dies noch 3 Fälle gewesen.

Die Verteilung der Diebstahlsarten im Verhältnis zur Gesamtzahl für die letzten drei Jahre ist aus der nachstehend abgebildeten Grafik ersichtlich.

5. Vermögens- und Fälschungsdelikte

Die Vermögens- u. Fälschungsdelikten, zu denen u. a. Betrug, Unterschlagung und Urkundenfälschungen zählen, sind in den letzten beiden Jahren von insgesamt 63 im Jahr 2012 auf 67 im letzten Jahr (d. h. um rund 6 %) leicht angestiegen.

Die Betrugsdelikte selbst jedoch stiegen von 50 im Jahr 2012 auf 54 Delikte im letzten Jahr (d.h. um 8 %) an. Dabei war allerdings bei den Waren- und Warenkreditbetrugsdelikten (das sind Fälle betrügerischer Warenlieferungen bzw. betrügerischer, nicht bezahlter Warenbestellungen) ein leichter Rückgang von 30 auf 27 Fälle zu beobachten und auch die reinen Computerbetrugsfälle nahmen von 2 auf 1 ab.

Die Unterschlagungen nahmen ebenfalls von 6 im vorletzten Jahr auf 8 im letzten Jahr zu.

6. Widerstand gegen die Staatsgewalt

Während bei den Fällen von Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte im Jahr 2012 noch in insgesamt fünf Fällen Anzeige erstattet werden mußte, ging diese Zahl auf nur 1 Fall im letzten Jahr und somit um 80 % deutlich zurück.

7. Brandstiftung / Sachbeschädigung

Ein Ermittlungsverfahren wegen vorsätzlicher Brandstiftung war im letzten Jahr überhaupt nicht zu führen, 2012 war das aber auch nur in 1 Fall erforderlich gewesen.

Bei den Verfahren wegen „mutwilliger Sachbeschädigung“ war wieder ein leichter Rück-gang von 40 Fällen (2012) auf 33 Fälle (2013) festzustellen..

Die Beschädigungen von Kraftfahrzeugen gingen ebenfalls von 19 auf 15 zurück.

8. Rauschgiftkriminalität (Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz)

Die Ermittlungsverfahren auf dem Sektor der Rauschgiftkriminaliltät bzw. wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz haben in den letzten beiden Jahren von 23 Fällen im Jahr 2012 auf 32 Fälle im Jahr 2013 nicht unerheblich (d. h. um rund 39 %) zugenommen.

Der Anstieg liegt insbesondere bei den Fällen der „allgemeinen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz“ (Rauschgiftkomsumdelikte), bei denen ein Anstieg von 9 auf 23 Delikte festzustellen war.

Die aufgedeckten Fälle des illegalen Handels/Schmuggels bzw. der Einfuhr von Betäubungsmitteln gingen indes von 9 auf 4 zurück.

Hinsichtlich der Zunahme auf diesem Delikstfeld ist jedoch anzumerken, daß es sich bei den Rauschgiftdelikten überwiegend um sogenannte „Kontrolldelikte“ handelt, d. h. daß der überwiegende Teil der Taten durch die Ermittlungstätigkeit der Polizei aufgedeckt wird bzw. das Bekanntwerden derselben auf Letztere zurückzuführen ist.

9. Umweltstraftaten

Die Fälle von bekannt gewordenen „Umweltstraftaten“ (nicht gemeint sind hierbei die dies-bzgl. Bußgeld- und Ordnungswidrigkeitenverfahren) nahmen von 4 im Jahr 2012 auf 8 im Jahr 2013 zu und haben sich damit zahlenmäßig verdoppelt.

10. Straßenkriminalität

Die sogenannte „Straßenkriminalität“, d.h. die Zahl der im öffentlichen Verkehrs- und Stra-ßenraum verübten Straftaten, ist im Haager Zuständigkeitsbereich von 53 Fällen im Jahr 2012 auf 58 Fälle im Jahr 2013 (d.h. um 9 %) leicht angestiegen, bei den „Straßendiebstählen“ war allerdings ein Anstieg von 30 auf 34 Fälle und damit um rund 13 % zu verzeichnen.

Straftatenverteilung auf Gemeinden

Betrachtet man nun die Straftatenverteilung auf die zum Zuständigkeitsbereich der Polizeistation Haag gehörenden Gemeinden, so entfallen

– 106 Straftaten auf die Gemeinde Gars a.Inn,

 

– 17 auf die Gemeinde Kirchdorf,

 

– 29 auf Maitenbeth,

 

– 21 auf Rechtmehring,

 

– 14 auf Reichertsheim

 

– und der „Löwenanteil“ mit 215 Straftaten auf den Gemeindebereich von Haag selbst.

 

 

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