Geplanter Windpark: „Das ist feige vom Staat“

... Pfaffing den Schwarzen Peter zuzuschieben - Gestern Ratssitzung

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Wind 0Pfaffing – Bürgermeister Ostermaier sprach von „Bauchschmerzen“, sein Stellvertreter Tobias Forstner fand es „feige vom Staat, den Schwarzen Peter der Gemeinde Pfaffing zuzuschieben“ und Christian Rosenauer (ÜWG) fasste zusammen, eigentlich woi mas doch gar ned ham.“ Es ging um den Plan einer Firma aus Husum, im Staatswald zwischen Pfaffing und Edling einen Windpark beidseitig der Straße zu errichten (wir berichteten ausführlich – siehe Foto rote Fläche). Es gab viele Fragen und eine Abstimmung …

Auch wenn es gestern abend im Ratsgremium keine Grundsatz-Entscheidung für oder gegen die angedachten vier Windräder mit einer Höhe von jeweils etwa 200 Metern gab: Der Gemeinderat Pfaffing verweigerte einstimmig das gemeindliche Einvernehmen und besteht bis auf weiteres auf den ‚Seehofer-Erlass‘. Die Informationen und Diskussion …

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Fotos: Renate Drax

So manch interessierter Bürger war gestern abend zur Sitzung gekommen ins Pfaffinger Rathaus (Foto oben). Einen Tag zuvor war ein Vertreter der GEWI Projekt GmbH aus Husum eigens angereist, um sich und vor allem das Projekt Windpark m Pfaffinger Rathaus den Bürgermeistern von Pfaffing und Edling vorzustellen.

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Die roten Kreise auf der Karte sind die vier Windräder.

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Martin Niedermeier berichtete über die ersten vorliegenden Details zum geplanten Windpark einer Firma aus Husum, rechts daneben Pfaffings Bürgermeister Lorenz Ostermaier.

Fragen hatten die Räte einige: Warum ausgerechnet dieser Standort – so viel Wind habe man doch gar nicht? Martin Niedermeier von der Verwaltung (Foto weiter unten links) erläuterte, dass es den Investoren gar nicht so sehr um die Windstärke, sondern viel mehr um die Wind-Stunden gehe! Und da sei dieser Standort mit mehr als 2000 Wind-Stunden im Jahr wohl rentabel, habe der Herr der Firma GEWI erklärt. Martin Wieser von den Freien Wählern aus Rettenbach wollte wissen, warum der Staatsforst bei Pfaffing und nicht der doch viel größere Ebersberger Staatsforst? Und Monika Kaspar von der UBG wünschte grundsätzlich mehr Informationen zu der ganzen Thematik – wie Schattenwurf und so weiter.

Auch wurde von Christian Rosenauer (ÜWG) gefragt, wie denn die Stimmung im Edlinger Rathaus zu der Thematik sei. Dazu berichtete Lorenz Ostermaier, dass dort wohl wenig Freude über die Situation aufgekommen sei, wie sein Amtskollege Matthias Schnetzer ihm erzählt habe. Im dortigen Gremium werde das Thema auch behandelt.

Wind 1Konkret wurde Tobias Forstner (ÜWG). Für ihn sei Bayern ganz klar ein Sonnen-Standort – und kein Wind-Standort. Und da es sich um Staatsfläche in dem Wald handele, finde er es „feige vom Staat, der Gemeinde Pfaffing den Schwarzen Peter zuzuschieben“. Es gehe um eine Grundfläche des Staates und warum könne da einfach jemand einen Antrag stellen, der dann gleich an die Gemeinde gehe, damit die ihr ‚Ok‘ geben soll. Mit anderen Worten, warum behandele nicht erst mal der Staat das Thema als sein eigenes. Bürgermeister Ostermaier und Verwaltungskollege Niedermeier erklärten, es gebe da wohl schon Pachtsummen für die Fläche, die die Firma GEWI zahlen müsse.

Zur Größenorientierung: Ein Windrad – vier seien geplant – werde 200 Meter hoch und das Fundament habe einen Durchmesser von 120 Metern.

Die Problematik von neuen Strommasten-Freileitungen zu den Windrädern sprach Josef Schwarzenböck (UBG) noch an und Rathauschef Ostermaier meinte, es knistere „ganz schee“ – gerade zum Thema Grundwasser dort habe er Bauchschmerzen.

Die Entscheidung zum Antrag wurde – mit der Hoffnung auf eine gesetzliche Regelung der Abstandsflächen – somit am Ende in Pfaffing erstmal vertagt.

Windrad

 

 

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Ein Gedanke zu „Geplanter Windpark: „Das ist feige vom Staat“

  1. Wie sollen wir jemals auf erneuerbare Energie umstellen, wenn keiner bereit ist, Windräder oder Solar Parks zuzulassen.
    Ich verstehe es nicht…

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