Geothermie im Schnaitseer Gemeinderat

Sondergebiet-Bebauungsplan soll aufgestellt werden - Firma FG im Dialog

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BohrSchnaitsee – Viele interessante Themen bei der nächsten Sitzung des Schnaitseer Gemeinderats am Montag, 6. Oktober, um 18.30 Uhr im Rathaus. Beim Geothermieprojekt der Firma FG geht es um den Aufstellungsbeschluss für die Änderung des Flächennutzungsplanes und den Beschluss eines Bebauungsplanes „Sondergebiet Geothermie“. In einem weiteren Punkt wird eine Breitband-Präsentation mit dem Ergebnis der Versorgungsuntersuchung und der Infrastrukturanalyse in der Gemeinde Schnaitsee durchgeführt. Außerdem geht es um …

… den Erwerb eines Feuerwehrfahrzeuges für Schnaitsee, um die Neugestaltung des Kirchenweges, um die Auftragsvergabe der Sanierungsarbeiten der Straßen in Forstau und in der Hochstraße sowie um die Änderung des Flächennutzungsplanes mit dem Erlass einer Entwicklungssatzung in Kreuzstraße.

Unser Foto zur Geothermie zeigt eine beispielhafte bildliche Darstellung einer 3D-Seismik.

Firma FG im Dialog – Beispiel Gars am Inn

„Welchen Zweck soll die Tiefengeothermie-Anlage Gars I erfüllen? Welche Tiefe der Bohrungen ist geplant? Wann soll das Niederbringen der ersten Probebohrung beginnen?“ Nur ein kleiner Auszug aus den Fragen, die besorgte Anwohner der Innwerksiedlung in Gars über den Bau der geplanten Geothermie-Anlage in einem Fragenkatalog zusammengefasst haben. Um auf die Ängste und Vorbehalte der Anwohner einzugehen, hat sich die FG-Gruppe intensiv mit den Bedenken der Bürger auseinandergesetzt.

In einer öffentlichen Bürgerveranstaltung lud die FG-Gruppe vergangene Woche im Mittergarser Dorfsaal zum offenen Dialog ein, um das Projekt vorzustellen und mit den Experten der Fachfirmen Fragen zu beantworten.

Schwerpunktthemen der Veranstaltung waren der Projektablauf und die Zeitplanung, die Vorstellung der Verantwortlichen, die Grundstückssondierungen sowie die geologischen Sondierungen. Zusätzlich nahm ein eigens erarbeiteter Fragenkatalog zu Risiken, Chancen und Vorurteilen bei der Geothermie Stellung. „Für uns hat es höchste Priorität, alle Beteiligten von Anfang an in das Projekt einzubinden, um Ängste und Vorbehalte gegen die Nutzung der Wärme aus dem Erdinneren frühzeitig abzubauen“, so Wolfgang Hageleit, Hauptgesellschafter der FG-Gruppe. „Hier ist es nicht nur die Kür, sondern die Pflicht, allen Interessen der Beteiligten gerecht zu werden. Dies ist unsere Verantwortung als Bergrechtsinhaber und Entwickler eines derartigen Energieprojekts“, bekräftigt Hageleit.

Die FG Geothermie GmbH

… wurde im Jahr 2010 gegründet. Unternehmensgegenstand der FG Geothermie ist die Erforschung und der Erwerb geeigneter Standorte zur Errichtung von Geothermiekraftwerken, die Errichtung und der Betrieb solcher Anlagen sowie der Erwerb solcher Anlagen. Gegenstand des Unternehmens ist ferner auch die Beteiligung an Projekten im Zusammenhang mit der Gewinnung von erneuerbaren Energien.

Schrittweise zum Geothermiekraftwerk

Bis ein Geothermiekraftwerk in Betrieb gehen kann, sind mehrere, unerlässliche Vorarbeiten notwendig.

Schritt 1: Bergrecht
Im Untergrund des bayerischen Molassebeckens befindet sich in etwa 4.000 Metern Tiefe die wasserführende Malmschicht. Mit diesem heißen Wasser ist es möglich, Strom zu gewinnen. Um diese Ressource nutzen zu können, muss zunächst beim Bergamt Südbayern das Bergrecht eingeholt werden.

Schritt 2: 3D-seismische Untersuchung
Bei jedem Projekt wird eine 3D-seismische Untersuchung in den Aufsuchungsfeldern durchgeführt. Hierbei werden Schallwellen in die Tiefe gesendet, die von den einzelnen Gesteinsschichten unterschiedlich reflektiert werden. Auf diese Weise wird ein dreidimensionales Bild des Untergrundes gewonnen.

Schritt 3: POS-Due Diligence
Nach erfolgreicher seismischer Untersuchung wird eine POS-Due Dilligence erarbeitet, die Chancen und Risiken des Projekts auswertet und die Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Bohrungen definiert.
Im Anschluss werden die idealen Bohrplätze ermittelt, Grundstücke gesichert und benötigte Gutachten wie zB. Schall,- Boden,- und SaP-Gutachten durch die an unser Haus angeschlossenen Experten erstellt.
Im Rahmen dieses Projektabschnitts erfolgt dann auf Grund der Erkenntnisse der Spezialisten die Erstellung des Hauptbetriebsplans, sowie die Planung des Bohrplatzes.
Ein besonderes Augenmerk richten wir in dieser Projektphase auf die Information und Beteiligung der Projekt-Anrainer, der Bürgermeister und der Gemeinderäte, um Ängste und Vorbehalte gegenüber dem Projekt frühzeitig mit allen Beteiligten in offenem Dialog diskutieren zu können.

Schritt 4: Explorationsbohrung
Die durch die Seismik-Untersuchungen lokalisierten Wasservorkommen werden durch Explorationsbohrungen erschlossen. Sobald die wasserführende Zielschicht erreicht ist, geben Pumptests Auskunft über die Leistungsfähigkeit des Vorkommens.

Schritt 5: Kraftwerksbau
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Pumptests kann das Geothermiekraftwerk gebaut werden.

Foto: Future Water Energy

 

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