„Franzi, du bist in unseren Herzen!“

Überwältigender Empfang für 21-jährige Biathletin in Albaching - Unsere Bilder

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6Stehende Ovationen, unglaublicher Jubel: „Mia ham koa goldenes Buch, wo unsere Franzi neischreibn ko, des brauch ma ned – sie steht sowieso in unsere Herzen!“ rief Albachings Bürgermeister Franz Sanftl in die voll besetzte Alpicha-Halle, wo es gestern Abend viele berührende Momente gab. Grenzenlose Freude über die so erfolgreiche junge Biathletin Franzi Preuß. Gänsehaut-Feeling pur, als der Fanclub mit Martin Ziel, Stefan Bauer und Franzis Schwester Sophia die Höhepunkte der Saison per Video Revue passieren ließen. Sichtlich gerührt war Franzi – bescheiden und überwältigt saß sie …

Fotos: Renate Drax

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Sehr berührt die Familie: von links Schwester Sophia, Mama Elisabeth und Papa Schorsch.

… da – umgeben von riesengroßer Herzlichkeit. Jeder wollte sie irgendwie in den Arm nehmen und drücken. So viele waren gekommen. Von ihrem Verein, dem Ski-Club Haag, bis zu Fritz Fischer, dem früheren Nationaltrainer des Deutschen Biathlon-Teams.

Im Cabrio vom Bürgermeister war die 21-Jährige durch das Spalier aus Skiern gefahren – begleitet von den Böllerschüssen der Forstinger und Edlinger Schützen, geleitet zu einem Sektempfang, bevor der große Festakt in der Halle begann.

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Eine herzliche Umarmung mit Fritz Fischer.

Die Deutschland-Fahnen wehten im Wind, Kinder hatten sich schwarz-rot-gold geschminkt und auch viele Erwachsene trugen stolz ihre schwarz-rot-goldene Franzi-Mütze auf dem Kopf. Manche gar hatten die Ski in der Hand, um Spalier zu stehen. Ja, es war ein großes Fest gestern am Abend im kleinen Albaching – mit großer Beteiligung der Region, vor allem aus Haag, wo die 21-Jährige vereinsmäßig im Ski-Club ‚dahoam‘ is.

10Und als das Cabrio mit der Franzi und mit dem einzigen sonstigen Weltmeister aus Oibich, dem Weltmeister im Hochrad-Fahren – Richard Ettmüller – am Steuer und neben ihm Matthäus Urban, Vorstand vom Ski-Club Haag, ums Eck bogen, da begann er – der tosende Beifall und die Begeisterung. Stolz führte Albachings Bürgermeister Franz Sanftl die 21-Jährige Arm in Arm das letzte Stückl zu Fuß zur Alpicha-Halle. Die Albachinger/Pemmeringer Musikkapelle vorne weg.

Für alle, die gekommen waren, gab’s Sekt oder Orangensaft oder beides und dann ging’s in die liebevoll hergerichtete und festlich dekorierte Halle. Alle standen auf, als Franzi hereinkam und bei ihrer Familie Platz nahm. Neben dem Papa, der Mama, ihrer Schwester mit Familie und ihrem jüngeren Bruder Flori. Daneben gleich Fritz Fischer, längst ein Freund der Familie.

„I hob Oibich no nia so staad erlebt wia bei deinem WM-Rennen“

11Bürgermeister Franz Sanftl freute sich, dass so viele gekommen waren. Von Jung bis Alt, von den Bürgermeistern aus Haag und Pfaffing bis hin zum Sponsor, dem Erdinger Weißbräu. 600 Liter hatte dieser für das Fest gestiftet – mit und ohne Alkohol. Alle halfen zusammen, vom Fanclub bis zur Frauengemeinschaft.

Mit Charme und Humor erzählte Sanftl, wie er und ganz Albaching die Wettkämpfe der WM erlebt hatten. „I hob Oibich no nia so staad erlebt“, sagte er schmunzelnd. Er überreichte Geschenke und Blumen an Franzi, die Eltern, an den Sponsor (Sanftl spitzbübisch: „I hob scho ana Unertl-Weißbier dacht, aba dann den Gedanken doch wieder verworfen …“).

8Auch Sissi Schätz, Bürgermeisterin von Haag (links im Bild), sprach sehr berührend am Mikro – direkt neben der kleinen Kristallkugel für den Gesamt-Weltcup-Sieg im Massenstart. „Franzi, beinah hätt ma dir sogar an Schnee anbieten kenna heid!“ Sie sei so ein großartiges Vorbild für die Jugend. Mit großem Teamgeist trotz der großen Konkurrenz. Besonders sympathisch finde sie, dass Franzi ihr „scheens Bayerisch so beibehalten hat – aa bei de Interviews!“ Ganz besonders viel Applaus im Saal dafür!

Otto Lederer, Mitglied des Landtags, überbrachte als der Vertreter der Politik die besten Wünsche für die Franzi. Möge sie verschont bleiben von Verletzungen, hoffte er.

Und so richtig stolz waren vor allem auch sie: Alle vom Skiclub Haag, dem sie angehört und der sie in die Langlaufspur brachte – und alle von den Steinbuch-Schützen aus Forsting, bei denen sie seit ihrem elften Lebensjahr dabei ist, das gute Schießen erlernte und vor genau sechs Jahren noch die Jugend-Schützenkönigin war.

15Schnee hatten die Haager eigens als Papierschnipsel mitgebracht und Matthäus Urban und Willi Huber (unser Foto) ließen das weiße Glück von oben rieseln bei ihrer Festansprache. Eine eigene Franzi-Schießmatte als Geschenk wurde ausgerollt in der Alpichahalle. Die Augen funkelten überall: „Schee, dass die gibt“, fassten sie ihre Freude zusammen. Als Kind hätte die Franzi amoi g’sagt, sie würde sich glücklich schätzen, „wenn sie beim Biathlon amoi de Schießmatten abkehren derfat.“ Hier sei die eigene als Geschenk …

Fritz Fischer bot ihr daraufhin am Mikro an, das Abkehren künftig für sie gerne immer zu übernehmen. Franzi sei in der Weltelite angekommen. Und irgendwann müsse Albaching für solche Franzi-Empfänge wohl die Alpicha-Halle vergrößern … meinte er schmunzelnd.

 

16Oft denken viele, so Fischer (Foto links), dass Weltmeister gerade im Wintersport nur quasi direkt vor Ort in den Bergen geboren werden. Aber er sei sich sicher, „da wo’s Herz am richtigen Fleck is, do wern in Wahrheit die wirklichen Weltmeister geboren“. Und genau des sei in Albaching der Fall! Franzi und eigentlich allen gab er mit auf den Weg: „Der beste Trainer bist du selbst!“ Abschließend meinte er mit einem Augenzwinkern: „In zwoa Jahr kimm i wieder, do is der Gesamtweltcup fällig! „

17Florian Sosna vom Hauptsponsor Erdinger Weißbräu (links im Bild) zeigte sich sehr dankbar für die großartige Leistung der erst 21-Jährigen. Er zitierte Toni Meggle aus Wasserburg, der so wahre Worte zum Thema Duchhaltevermögen gefunden habe in seinen Augen. Denn genau darauf komme es an, gerade eben auch im Leistungssport. Er könne davor nur den Hut ziehen und seine Bewunderung ausdrücken.

Dann zog der Sport direkt ein in die Halle – dank des Fanclubs, der in wunderschönen Aufnahmen die Leistungen im Weltcup, die Erfolge der WM mit der Goldmedaille in der Staffel und Silber im Massenstart Revue passieren ließ. Mit sehr berührenden Bildern auch von den Fans selbst und der Freude an den Leistungen ihrer Franzi Preuß. Jeder erfolgreiche Schuss am Schießstand wurde im Saal noch einmal nachempfunden – mit Jubelschreien und unglaublicher Begeisterung. Gänsehaut-Feeling pur mit den passenden Liedern dazu. Ja, wir schwenken die Fahnen schwarz-rot-gold hallte es aus den Lautsprechern …

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Bevor es für alle im Saal Getränke und etwas zu essen gab, so wie es sich bei einer großen Familienfeier gehört, waren vor allem die Kinder an der Reihe. Erst stellte Martin Ziel, Vorstand des Fanclubs Fragen an Franzi und dann die Gäste im Saal. So mancher Bub und so manches Mädl trauten sich. Und Franzi beantwortete sehr natürlich und sympathisch, mal ernst, mal humorvoll. Wie schaut dein Alltag aus? Wie fühlt es sich an, so Medaillen daheim zu haben? Wie ist es, wenn deine Freundin Laura eine Konkurrentin ist? Wie feiert ihr?

5Franzi sagte, sie könne es kaum glauben, dass sie jetzt wirklich zur Weltelite gehöre. Sie wolle weiter an sich arbeiten und viel trainieren. Auf die Frage, von wem sie bei den Männern im Biathlon begeistert sei, meinte Franzi lächelnd, ja, der Martin Fourcade (Anm. d. Red.: Als erster Athlet hat er zum vierten Mal nacheinander den Gesamtweltcup gewonnen), der sei schon – sportlich gesehen – richtig cool. Vor allem, wenn man dann auch noch mit ihm tanze bei einer Feier …

So viel sei passiert in so kurzer Zeit, sagte Franzi, die Schule sei fertig, dann ihre Ausbildung beim Zoll, sie habe Sotschi ‚durchlebt‘ (besonders tosender Applaus im Saal) und jetzt so eine Saison. Sie könne es kaum fassen. Und sie bedankte sich auf das Herzlichste für den schönen Empfang hier in der Heimat: „Danke, des gfreid mi wahnsinnig!“

Dann durften die Buben und Mädchen auf die Bühne – und Franzi begann, zahlreiche Autogramme zu schreiben …

 

Fotos: Renate Drax

 

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Fotos: Hans Urban

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