Flüchtlinge: Pfaffinger Aufruf an die Bürger

Gemeinderat gegen Massenunterkünfte und für dezentrierte Unterbringung

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Asyl KinderSchöne Worte von Kindern auf unserem Foto. Deutsch – albanisch in einer Spielecke einer Notunterkunft von Asylbewerbern im Landkreis. Für die Unterbringung von Flüchtlingen sucht das Landratsamt seit Wochen, nein, seit Monaten dringend Wohnraum. Deshalb behandeln die Gemeinden bei uns nun eine Anfrage der Kreis-Behörde auf Anmietung von kommunalen Grundstücken oder Gebäuden zur Unterbringung in den einzelnen Orten. Gestern am Abend stand das Thema auf der Tagesordnung der Ratssitzung in Pfaffing …

Da aus Sicht des Landkreises von Wohnraum/Container für die Unterbringung von 50 oder 100 oder 150 Asylbewerber die Rede ist, zeigte sich das Pfaffinger Gremium wenig begeistert von solch geplanten Massenunterkünften und wünscht sich lieber eine dezentrierte Unterbringung. Das heißt …

Vor allem der Vorsitzende der Pfaffinger Bürgerhilfe und Diakon, Gemeinderat Andreas Demmel, sprach sich dafür aus, die Asylbewerber besser in viel kleineren Gruppen unterzubringen oder ihnen als Familien separat Wohnungsmöglichkeiten zu geben. Auch, um Konfliktpotential so gering wie nur eben möglich zu halten.

Der Pfaffinger Gemeinderat einigte sich darauf, erst einmal in den kommenden VG-Gemeinde-Nachrichten einen Aufruf zu veröffentlichen, bei dem sich Bürger mit entsprechendem Wohnraum für Asylbewerber im Rathaus melden können. Erst wolle man dieses Ergebnis abwarten, bevor die kommunalen Flächen/Räume zur Verfügung gestellt würden. Genannt wurden gemeindliche Grundstücke unter anderem von Springlbach, Forsting, aber auch Pfaffing selbst.

Auch wurde gefragt, ob womöglich die Turnhalle (sie wird gerade in Pfaffing neu errichtet) ähnlich wie in Raubling vor wenigen Tagen (wir berichteten), als Notunterkunft für Asylbewerber zum Einsatz kommen könnte? Da sei es eigentlich so, hieß es im Rathaus, dass der Landkreis in der Regel erst auf landkreiseigene Turnhallen zurückgreife. Für die neue Pfaffinger Turnhalle sei ja aber die Gemeinde der Sachaufwandsträger.

Flucht aus Armut

In der Hoffnung auf ein besseres Leben, aber ohne Chance auf ein Asyl, hatte in den vergangenen Wochen vor allem der Strom von Kosovaren nach Deutschland – und auch in den Rosenheimer Landkreis – stark zugenommen (wir berichteten). Und wie eine Asyl-Lawine für große Sorgen um die Unterbringung gesorgt …

Seit kurzem gehe diese große Anzahl an Flüchtlingen aus dem Kosovo etwas zurück. Die Polizei sagt als Grund, es habe sich herumgesprochen, dass die Grenzen nach Serbien und später nach Ungarn in die gelobte EU besser bewacht werden.

 

 

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