Fatales Signal für Landwirtschaft

Bauernverband: So wird Energiewende zu Grabe getragen

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bauernLandkreis – „Das EU-Parlament hat mit seiner knappen Entscheidung einen Teil der Energiewende in der Landwirtschaft zu Grabe getragen.“ Diese Meinung vertritt der Bayerische Bauernverband. Das Europäische Parlament hatte vor kurzem über die künftige EU-Biokraftstoffpolitik abgestimmt. Dabei wurde beschlossen, dass Biokraftstoffe aus Ackerkulturen ab 2020 bei einem Anteil von sechs Prozent gedeckelt werden sollen. Diese Entscheidung bedeute einen Rückschritt, sagt der Bauernverband.

„Sollte dieser Beschluss wirklich umgesetzt werden, wäre die Weiterentwicklung heimischer Biokraftstoffe aus Raps, Getreide und Zuckerrüben gestoppt“, sagt Franz Kustner, Vorsitzender des Fachausschusses für nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien. Dabei betrage die Beimischung von Biokraftstoffen in Deutschland bereits 6,25 Prozent.

Futtermittel-Versorgung sei gefährdet

Ursprünglich sollten bis 2020 zehn Prozent des Energiebedarfs im Verkehrssektor über nachwachsende Rohstoffe gedeckt werden. Deshalb wurden hohe Investitionen getätigt. „Diesen Anstrengungen für eine nachhaltige Energieversorgung wird der Boden unter den Füßen weggezogen“, sagt Kustner. Doch damit nicht genug: „Durch diese Entscheidung ist auch die Futtermittel-Versorgung gefährdet. Fehlt das Eiweißfutter als Nebenprodukt aus der Kraftstoffproduktion, muss wesentlich mehr Soja importiert werden.

Außerdem sollen Biokraftstoffe, die in Deutschland erzeugt werden, über die „iLUC-Faktoren“ ab 2020 auf unwissenschaftliche Art und Weise für die Rodung von Regenwald verantwortlich gemacht werden. Das würde das Aus für Biokraftstoffe aus Raps bedeuten, während Importkraftstoffe zum Beispiel aus Zuckerrohr profitieren würden. Der Bayerische Bauernverband setzt nun auf die Bundesregierung. „Wir brauchen eine sachgerechte Lösung, die das Problem der Palmölplantagen wirklich anpackt“, so Kustner. Sollte die Beschränkung auf sechs Prozent wirklich kommen, muss aus seiner Sicht die Nachhaltigkeitsverordnung der EU auf den Prüfstand: „Die erforderlichen Mengen an Biokraftstoffen können wir locker selbst erzeugen. Importe von Palm- oder Sojaöl wären nicht mehr notwendig.“

Das EU-Parlament will jedoch heimische Biokraftstoffe komplett aus dem Markt drängen. Das geht zu Lasten von regionalen Kreisläufen und würde das Aus für einen wesentlichen Teil der Eiweißfutterproduktion in Bayern bedeuten. Ein fatales Signal!“, sagt Kustner. „Statt heimische Biokraftstoffe aus Raps, Getreide oder Zuckerrüben künstlich schlecht zu rechnen, muss endlich der Zusatznutzen als hochwertiges Futtermittel angerechnet werden!“

In Deutschland besteht der Markt für Eiweißfutter mittlerweile zu einem Drittel aus heimischem Rapsschrot oder heimischer Trockenschlempe, die als Nebenprodukt bei der Herstellung von Bioethanol entsteht. „Der Bedeutung des Eiweißfutters als Koppelprodukt einer nachhaltigen Kraftstoffproduktion hätte Rechnung getragen werden müssen“, fordert Kustner.

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