„Eine Wolke wünsch‘ ich Dir – zum Theaterspielen“

Große Trauer und Rührung am Grab von Jack Jakel in Haag

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Jack_k2Haag/Altlandkreis – Zarte, bayerische Klänge vom Hackbrett und wunderbarer Gesang in der Kirche, der Pfarrer ein Schulspezl, Hesse-Gedichte zum Abschied und eine große Trauergemeinde: Eine schönere Trauerfeier als am Freitag Nachmittag in der Pfarrkirche Haag hätte man sich für einen Mann wie Jack Jakel gar nicht vorstellen können. Gekommen waren zahlreiche seiner Lehrer- und Theaterkollegen, Nachbarn und Vereinskameraden aus dem ganzen Wasserburger Raum. Sie standen der Familie und den engen Freunden in dieser traurigen Stunde bei.

„Wir sind alle zutiefst betroffen, berührt und mitgenommen. Jack ist von uns gegangen“, sagte Pfarrer Georg Schinagl aus Schnaitsee, ein alter Schulfreund des Verstorbenen, der die Trauerfeier zelebrierte. Zu ihr waren Menschen aus der Stadt und dem ganzen Altlandkreis gekommen, war Jack Jakel doch zu seinen Lebzeiten weithin bekannt und beliebt. Der Haager Lehrer war am Dienstag nach jahrelanger Krankheit im Alter von 66 Jahren verstorben. Bekannt war Jakel nicht zu letzt als Theaterspieler. Er stand auf zahlreichen heimischen Bühnen – von Haag über Albaching bis Attel und Wasserburg. In Wasserburg verkörperte Jakel beim Bürgerspiel zweimal den Salzscheibentoni.

Der Pfarrer ging bei seiner Predigt auch auf den Werdegang von Norbert „Jack“ Jakel ein, der 1947 in Freimehring geboren wurde. Nach der Grundschule in Rechtmehring habe Jack die Realschule in Wasserburg besucht und eine Lehre als Schlosser erfolgreich abgeschlossen. 1965 sei er nach Haag gezogen. Nach mehreren Jahren als Schlosser habe er die Fachlehrerschule besucht. Sein erstes Lehramt sei an der Berufsschule in Bad Aibling gewesen, ehe er an die Hauptschule Wasserburg gewechselt sei. Der Pfarrer: „Er war ein Künstler im Leben und ein Künstler als Handwerker. Alles, was er angepackt hat, ist ihm gelungen.“

Besonders lobte der Geistliche die menschliche Seite des Verstorbenen. „Wo immer auch der Jack auftauchte, er verbreitete mit seinem umwerfenden Humor und seiner Gelassenheit stets Freude. Jack war obendrein ein ungemein hilfsbereiter Mensch.“  Er sei ein großer Haager gewesen, ein Unikum, das eine Lücke hinterlasse, die nicht zu schließen sei.

Jack.k

Nach der Trauerfeier begleitete die Trauergemeinde die Urne von Jack Jakel auf den Haager Friedhof. Unter den Klängen von Frank Sinatras „I did it my way“ fanden dort die Aussegnung und schließlich die Beisetzung statt. Zum letzten Gruß senkten sich die Fahnen der Feuerwehr Allmansau, der Altdorfer Schützen und des Krankenunterstützungsvereins Haag über Jacks Grab. Zuvor hatte einer der Vereinsvorstände die ganze Trauergemeinde mit seinen Worten zu Tränen gerührt: „Eine Wolke wünsch‘ ich Dir, auf der Du weiter Theater spielen kannst.“

Jack Jakels Grab liegt an einem besonders schönen Platz auf dem Haager Friedhof unter einer Weißbuche, deren herbstliche Äste die letzte Ruhestätte schützend umarmen.

Für meinen Freund Jack: HC 

Jacks Sterbebild ziert – wie könnte es auch anders sein – ein Spruch von Karl Valentin: Da habe ich ein Leben lang Angst vorm Sterben und jetzt das!

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Ein Gedanke zu „„Eine Wolke wünsch‘ ich Dir – zum Theaterspielen“

  1. Jack ist so von uns gegangen,wie er gelebt hat.Trotz der tiefen Trauer,die bei der Beerdigung herrschte, gab es immer wieder mal aufheiternde Augenblicke.Der Valentinspruch auf dem Sterbebild etwa oder auf dem Friedhof Eklat Fitzgeralds „I am,what I am“.Mir fiel der Wunsch ein, den Jack oft äusserte, er will EINMAL an Fronleichnam den „Himmel“mittragen, weil er wegen seiner Körpergröße nie genommen wurde…
    Die Beerdigung ,die Reden,die Worte des Herrn Pfarrers ,All das war sehr zu Herzen gehend und hätte Jack sicher gefallen.Nur die vielen, um ihn weinenden Menschen nicht…

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