Eine Verneigung vor Pater Georg Schachner

Große Trauerfeier in Schnaitsee für den verstorbenen Geistlichen - Bayer und Kolumbianer

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Trauerfeier Pater Schachner 010Man war stolz auf diesen Sohn der Gemeinde: „Da Kloahuaber-Schosl ist wieder da“ verbreitete es sich wie ein Lauffeuer in Schnaitsee, jedes Mal, wenn Pater Georg Schachner aus seiner zweiten Heimat Kolumbien wieder in seinen Geburtsort Schnaitsee kam. Jeder freute sich auf seine stimmgewaltigen Gottesdienste. „Ob nun bei den Predigten oder wenn er sang – es war immer ein Erlebnis ihm zuhören zu dürfen“ sagte Richard Hellmeier, der für den Pfarrverband den Nachruf für den verstorbenen Geistlichen hielt, der einige Wochen zuvor in seiner zweiten Heimat Kolumbien verstorben war.

Foto 5 Georg Schachner in der Tracht„Heute wäre er mit seinem gewinnenden Lächeln hier gestanden und hätte sich der Musik erfreut“ begann Frank Schöftenhuber, ein Großneffe des Verstorbenen seinen Nachruf. „Natürlich ist heute Trauer da, aber die Freude überwiegt. Die Freude einen Teil des Lebens mit dem Schorsch gegangen zu sein.“

Schöftenhuber erinnerte an Gottesdienste in Kolumbien, bei denen in der Kathedrale bayerische Märsche gespielt wurden. Es wurde bairisch und spanisch gesungen, ebenso vereint wie die beiden Herzen in seiner Brust. “Er war ein Bayer, genau so wie ein Kolumbianer. Mich freut es, dass er sein Lebenswerk vollenden hat können. Seine Saat ist aufgegangen. Schnaitsee darf stolz auf seinen Sohn sein“

Foto 22  Primiziant in Schnaitsee

Primiz in Schnaitsee …

Bürgermeister Thomas Schmidinger erinnerte an die Freude, die er mit seiner unglaublichen Ausstrahlung bei seinen Besuchen verbreitete. „Pater Georg betrachtete es wieder als ein Heimkommen, wenn er in seine geliebte Taufkirche hier in Schnaitsee kam. Und wenn er zu singen begann, spitzten alle Gottesdienstbesucher ihre Ohren, um ja nichts zu überhören. Ich verneige mich mit großem Respekt vor seinem Wirken. Er war und ist ein Vorbild für uns alle.“

Für die Salesianer Don Boscos nahm Heimatpriester Josef Wenzl Abschied vom Mitbruder. „Vor 64 Jahren bin ich mit ihm zusammen nach Benediktbeuren gegangen und unser Lebensweg hat sich immer wieder in tiefer Freundschaft gekreuzt.“ Wenzl erinnerte an die intensive Zeit, als Pater Schachner nach einer schweren Krankheit in Ensdorf wirkte: „Mit seinem Orchester ging er damals sogar auf große Tournee. Er spielte auch bei der Kardinalsernennung des späteren Papstes Josef Ratzinger in Rom.“

Pater Schachner bei der Zuckerrohrernte

Bei der Zuckerrohr-Ernte …

Den Seelengottesdienst in seiner Taufkirche zelebrierte Pfarrer Georg Schinagl in Konzelebration mit Pater Josef Wenzl, Heimatpriester Alfons Oberbauer, Pfarrer Dr. Paul Schinagl und Pater Sebastian Rass aus Waldwinkel. Er berichtete von der großartigen Beerdigung des verstorbenen Heimatsohns in der Kathedrale in Granada-Meta: „Pater Georg wurde wie ein Bischof oder sogar wie ein Heiliger in Kolumbien verehrt. Und so wurde er auch beerdigt. In einer Gruft in der Kathedrale, exakt dort, wo er immer stand wenn er seine Musikkapelle dirigierte, fand er den ihm gebührenden Platz. Das zeigt die Verehrung, die ihm entgegengebracht wurde.“

Bei der Predigt blickte der Pfarrer auf das Leben des Paters zurück: „Georg Schachner, der einstige Bauernbub vom Kleinhuberhof in Hermannstetten, wurde am 31. Juli 1933 geboren. Pfarrer Martin Bauer brachte ihn zu en Salesianern. Ein großer Schritt war, als er mit 19 Jahren die Reise nach Kolumbien, wo er 1961 zum Priester geweiht wurde, antrat. Der Pfarrer erinnerte an den Tag 1961, als unzählige Schnaitseer den jungen Priester nach fast zehn Jahren in der Fremde zur Primiz empfingen. So wie er damals dem Ruf Gottes nach Kolumbien gefolgt ist, so folgte er jetzt diesem Ruf hinüber in die Ewigkeit.“

Auch in Würdigung seiner musikalischen Verdienste war die Musik zu seinem letzten Abschied etwas ganz Besonderes. Unter der Leitung von Frank Schöftenhuber gestalteten der Schnaitseer Kirchenchor, die Organistin Gabi Munz und ein kleines Orchester mit Rupert Schmidhuber, Karen Thanner, Fanny Schuhbeck und Dr. Siegi Seubert die beeindruckende Feier. Höhepunkte waren das spanische „Santa Maria“ und zum Abschluss die boarische Weis „“Kimmt schee hoamli de Nocht“ – zwei Lieblingslieder des Verstorbenen.

Der Gottesdienst, bei dem auch die Fahnen von 12 Vereinen aus dem Pfarrverband am Altar dabei waren, war ein Abschied, der dem beliebten Schnaitseer Heimatsohn Pater Georg Schachner würdig war.

 

Foto: Pater Georg Schachner ist mittendrin dabei, beim Sseelengottesdienst nach seinem Tod am 26. Oktober in Bogota. Den Gottesdienst zelebrierten Pater Sebastian Rass (von links), Pater Josef Wenzl, Pfarrer Georg Schinagl, Pfarrer Alfons Oberbauer und Pfarrer Dr. Paul Schinagl.

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