Eine Geschichte über stille Helden …

In Steinhart am Nachmittag Lkw für Rumänien mit Hilfsgütern beladen

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1Eine Hilfsaktion zu organisieren ist viel Arbeit. Eine Hilfsaktion ein ganzes Jahr über zu organisieren und das 20 Jahre lang schon – das ist keine Aktion mehr, das bedeutet das Helfen „zu leben“. Für Hanni Braunersreuther und ihren Mann Siegi aus Rettenbach trifft das zu. Am heutigen Nachmittag ist es wieder soweit: Ein Lkw aus der Schweiz von der Osteuropahilfe parkt beim Sammellager der Familie Mittermeier in Steinhart in der Gemeinde Pfaffing – als Zwischenstation auf dem Weg nach Rumänien. Und viele fleißige Helfer eilen herbei. Vom Vorsitzenden des Burschenvereins über einige rüstige Rentner aus der Gemeinde bis hin zu Ingrid Freundl aus Soyen, die mit der Familie Braunersreuther seit Jahren kooperiert. Unsere kleine Geschichte über stille Helden …

Foto 3Bescheiden erzählt Hanni Braunersreuther (unser Foto) von dem runden Jubiläum ihrer Osteuropa-Hilfe. Denn sie sagt, wenn sie nicht so viele helfende Hände hätte – bei ihrem Mann Siegi angefangen über Ulla Niedermeier, Liesl Zellner und Tini Pripil aus Forsting bis hin zur Familie Mittermeier in Steinhart – dann könnte das alles niemals geschehen all die vielen Jahre lang. Zwei Jahrzehnte. Sechs Mal in einem Jahr kommt der Lkw, um die Hilfsgüter zu transportieren. Meist Kleidung – meist in die Ukraine oder – sowie heute nach Bocsa in Rumänien.

Die Hilfe kommt zu hundert Prozent an. In ganz Deutschland gibt es nur elf Sammelstellen – zwischen Köln und Friedrichshafen steht da geschrieben: Braunersreuther – Pfaffing. Ja, ans Aufhören hätten sie schon immer wieder mal gedacht. Aber wer führt die Idee weiter, wer tritt in Hanni’s Fußstapfen? Das ist schwierig, sagt sie leise. Deshalb wer helfen will, der meldet sich einfach nach wie vor bei ihr. Nur in der eigenen Garage gibt es jetzt keine Sammelstelle mehr.

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Es war nämlich nicht nur die Garage komplett dafür da, sondern meist auch das ganze Wohnzimmer. Alles müsse ja gesichtet werden. Man möchte doch keinen Müll verschenken.

3Finanziert wird das Projekt ausschließlich über Spenden. Zuletzt war es der Burschenverein Rettenbach, der finanziell großartig aushalf. Die jungen Männer gingen in der Adventszeit zum Klöpferlsingen von Haus zu Haus und sammelten (wir berichteten). Eine wunderbare gemeinschaftliche Aktion.

Mehr Zeit zu haben für ihr weiteres großes Hobby, die Musik – das möchte Hanni so gerne. Mit der Gitarre begleitet sie die Rettenbacher Sängerinnen und Volksmusik-Gruppen. Und sie leitet den Frauensingkreis von Pfaffing. Aber ihr Herz schlägt so fest für die Nächstenliebe, dass sie für Osteuropa einfach die Ansprechpartnerin bleibt. Es gehe ja um die Kinder.

Ob sie schon mal selbst dort war in Osteuropa? Oh, das wäre schön – aber nein, sagt Hanni, dazu fehle ihnen leider einfach das Geld.       Fotos: Renate Drax

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Unser Foto zeigt von links Heini Mittermeier, Toni Wegmaier sen. und Franz Huber.

Eine besonders schöne Geste gibt es von der Familie Heini Mittermeier in Steinhart, die nicht nur ihren Stadl als Sammelstelle seit vielen Jahren zur Verfügung stellen: Immer nach dem gemeinsamen Aufladen der vielen Hilfsgüter auf den Lkw gibt es noch eine Brotzeit für alle. Damit der arbeitsreiche Nachmittag in gemütlicher Runde ausklingen kann.

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