„Eine anspruchsvolle und aufrüttelnde Aufgabe“

Am Vormittag wurde Michael Maurer (29) aus Eiselfing in Freising zum Priester geweiht

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Maurer-2Eiselfing – Bei einem feierlichen Gottesdienst heute am Samstagvormittag im Freisinger Mariendom hat der Erzbischof von München und Freising fünf Diakonen das Sakrament der Priesterweihe gespendet. Darunter: Michael Maurer (29) aus der Pfarrei St. Rupert in Eiselfing: Den Pastoralkurs absolvierte Maurer in der Stadtkirche Mühldorf am Inn, Kaplan wird er in St. Andreas in Trostberg. Seine Primiz feiert er – wie bereits berichtet – am Sonntag, 12. Juli, um 10 Uhr in St. Rupert in Eiselfing, Nachprimiz am Sonntag, 19. Juli, um 10 Uhr in St. Nikolaus in Mühldorf am Inn. Wie einst er selbst hätten auch die fünf Nachwuchspriester entdeckt, was nach Aussage von Kardinal Reinhard Marx (Foto) …

… der „Kern der Berufung und des Priestertums“ ist: „Als Jesus in seiner Güte mir den Sohn offenbart hat, da wusste ich: Ich habe ihn, Gott, gefunden.“ Entsprechend dieser Worte aus dem Brief des Apostels Paulus an die Galater sei es die „wesentliche Aufgabe“ eines Priesters, „den Menschen zu helfen, ihre Berufung zu finden“.

Maurer-3-1„Helft den Menschen, den jungen und alten, diesen Schritt zu tun“, wandte sich der Erzbischof in seiner Predigt an die fünf jungen Männer. Der erste Schritt bei der Suche nach der individuellen Berufung sei das Gebet und damit die „innere Begegnung“ mit Gott, wie das die vor 500 Jahren geborene Kirchenlehrerin und spanische Nationalheilige Teresa von Avila einst entdeckt hatte.

„Das Gebet ist der Schlüssel für die Zukunft der Kirche“, unterstrich Marx. Zu beten sei aber nur möglich, „wenn wir Raum finden und einen Weg zur Freundschaft mit Gott“. Der Kardinal betonte: „Zu Gott im Gebet zu sagen, ich liebe dich, ist das Lebenselixier eines Christen.“ Und, so der Erzbischof weiter: „Jeder Christ, der einmal im Leben – wie die neuen Priester – sagen kann, als mir Gott in seiner Güte seinen Sohn gezeigt hat, wer das sagt, der wird nie töricht die Kirche verlassen.“

Mit ihrer Weihe haben die Neupriester nach Aussage des Erzbischofs eine „anspruchsvolle“ und „aufrüttelnde“ Aufgabe begonnen. Die „Grundbotschaft“ an alle Menschen sei: „Dein ganzes Leben wird durch das Evangelium aufgerichtet und in eine neue Perspektive gehoben.“ Entsprechend laute der Auftrag an die neu geweihten Priester, ihrer Aufgabe auch „ganzheitlich“ nachzukommen. „Priester sind wir immer – ebenso wie wir alle immer Christen sind. Davon können wir nicht Urlaub machen.“

Auch wenn jeder der Männer andere Gaben und Talente mitbekommen habe, die es fruchtbar zu machen gelte – eine Begabung erwarte er von jedem Priester und damit auch von jedem von ihnen, sagte der Erzbischof zu den Weihekandidaten: „Dass jeder Priester eine geistliche Autorität hat und ein Mann Gottes und des Gebets ist. Und dass die Menschen spüren, da begegnet mir jemand, der kommt von Gott.“ Die „Freundschaft mit Jesus“ sei Voraussetzung für diese Autorität, erläuterte Marx.

Dazu komme als zweite wichtige Aufgabe das Hirtenamt eines jeden Priesters, getreu des biblischen Spruchs „Weide meine Lämmer, weide meine Schafe“. Wichtig sei hierbei, diese „wirklich zu weiden und nicht zu beherrschen“, sagte er. Wenn sie sie sich all dies zu Herzen nähmen, sei das Priestertum „eine wunderbare Aufgabe“, „so faszinierend, großartig und schön“ – und eben keine „Mission Impossible“, keine „Untergangsreise“ statt eines „Zukunftsprojekts“, wie einem das viele Menschen glauben machen wollten.

Die Weihekandidaten haben Theologie studiert und sich anschließend während des zweijährigen Pastoralkurses in einer Pfarrei auf ihre Arbeit als Priester vorbereitet. Vor rund einem Jahr wurden sie zu Diakonen geweiht. Mit Exerzitien bereiteten sie sich auf ihre Priesterweihe und auf ihre Primiz vor, die erste Heilige Messe, die sie selbst zelebrieren. Die Priesterweihe des Erzbistums München und Freising findet traditionell an einem Termin um den 29. Juni, das Hochfest der Apostel Petrus und Paulus, im Freisinger Mariendom statt, in dem sich auch der Reliquienschrein des Heiligen Korbinian, des Diözesanpatrons, befindet.

Zum Priester geweiht wurden außerdem:

Alois Emslander (30) aus der Pfarrei St. Peter und Paul in Mittenwald: Seinen Pastoralkurs absolvierte Emslander im Pfarrverband Neumarkt-St.Veit, seine erste Kaplansstelle tritt er in der Stadtkirche Germering an. Die Primiz feiert er am Sonntag, 5. Juli, um 10 Uhr in der Kuranlage Puit in Mittenwald, eine Nachprimiz am Sonntag, 12. Juli, um 10 Uhr in Schloss Adelstein in Neumarkt-St. Veit. Emslanders Primizspruch ist „Jesus sagt: Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20).

Johannes Kappauf (29) aus der Expositur Mariä Heimsuchung in Poppenreuth (Bistum Regensburg), Mitglied der Gemeinschaft Emmanuel: Für den Pastoralkurs war Kappauf im Pfarrverband München-Laim, als Kaplan geht er in den Pfarrverband München-Milbertshofen. Die Primiz findet am Sonntag, 5. Juli, um 10 Uhr in St. Sebastian in Waldershof (Bistum Regensburg) statt, Nachprimizen am Sonntag, 19. Juli, um 10 Uhr in St. Ulrich in München und am Sonntag, 26. Juli, um 9.30 Uhr in St. Georg in München. Kappauf wählte den Primizspruch „Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht“ (Joh 1,8).

Manuel Kleinhans (31) aus der Pfarrei Fronleichnam in München-Kleinhadern: Er war im Pastoralkurs im Pfarrverband Moosburg-Pfrombach und wird Kaplan in St. Ludwig und St. Joseph in München-Maxvorstadt. Kleinhans feiert Primiz am Sonntag, 28. Juni, um 10 Uhr in der Pfarrkirche Fronleichnam in München-Kleinhadern, Nachprimiz am Sonntag, 5. Juli, um 9.30 Uhr in St. Kastulus in Moosburg. Sein Primizspruch lautet „Kommt, wir wollen unsere Wege gehen im Licht des Herrn“ (Jes 2,5).

Simon Ruderer (31), aus der Pfarrei St. Margaret in Markt Schwaben: Im Pastoralkurs war er in der Stadtteilkirche Rosenheim-Am Wasen, Kaplan wird er im Pfarrverband Moosburg-Pfrombach. Seine Primiz feiert Ruderer am Sonntag, 28. Juni, um 9.30 Uhr im Sportpark von Markt Schwaben, seine Nachprimiz am Sonntag, 26. Juli, um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche Heilig Blut in Rosenheim. Seine Primiz hat er unter das Motto „Er aber antwortet mir: Meine Gnade genügt dir, denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit“ (2 Kor 12,9) gestellt.

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Ein Gedanke zu „„Eine anspruchsvolle und aufrüttelnde Aufgabe“

  1. michael maurer

    Liebe Redaktion! Danke für den schönen Artikel und die umfassende Wiedergabe der Predigt des Kardinals, exzellent wiedergegeben! lg

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