Ein Windpark zwischen Pfaffing und Edling?

Antrag einer Firma aus Husum liegt vor - Für vier Windräder jeweils 200 Meter hoch

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WindradPfaffing/Edling – Soll im Wald zwischen Pfaffing und Edling ein Windpark entstehen – mit vier Windrädern, jeweils etwa 200 Meter hoch? Mit dieser Frage müssen sich nun konkret die Gemeinden Pfaffing und auch tangierend die Gemeinde Edling auseinandersetzen. Es gibt nämlich einen Antrag der Gewi Planungsgesellschaft aus Husum! Nächste Woche sind die Herren der Firma im Pfaffinger Rathaus. Der genaue Pfaffinger Standort im Wald Richtung Edling …

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Der Gemeinderat Pfaffing soll nächste Woche – sozusagen wegweisend – über die Abstandsflächen-Regelung von Windrädern zur Wohnbebauung abstimmen. Ein Bürgerprotest im Raum Amerang hatte vor nicht allzu langer Zeit ein dortiges Projekt gestoppt (unser Foto ganz oben).

Mehrere Vorbehaltgebiets-Flächen für Windparks gibt es – wie überall in der Region – auch im Gemeindebereich Pfaffing. Siehe unsere Karte aus dem Umweltbericht der Region Südost-Oberbayern. Konkret liegt der Antrag der Husumer Firma für die Nummer 39 vor – das Areal im Staatsforst zwischen Pfaffing und Edling. Bürgermeister Lorenz Ostermaier erklärte gegenüber der Wasserburger Stimme, dass alle vier von der Gesellschaft angedachten Windräder wohl auf Pfaffinger Gemeindefläche geplant seien. Betroffen davon seien im Umkreis beispielsweise Weiler wie Scheidsöd oder Unterübermoos.

Der Regionalplan, zu dem man sich mit einer Abstandsfläche von 800 Metern zur Wohnbebauung und 500 Metern zu landwirtschaftlichen Anwesen vorab einmal ausgeprochen habe im Pfaffinger Gemeinderat, müsse erst noch fortgeschrieben werden. Von Seiten der Regierung würde es nämlich einen sogenannten Seehofer-Erlass geben, der ’10H‘ aussage – was so viel heiße, wie zehn Mal die Anlagenhöhe. Das wären dann zehn mal 200 Meter – was zwei Kilometern Abstand zur Wohnbebauung entsprechen würde. Und damit wäre sowieso jedes Windkraft-Projekt in der Heimat gestorben. Aber auch hier gebe es noch kein Gesetz und voraussichtlich würde es sowieso den Gemeinden vorbehalten bleiben, selbst über die Abstands-Regelung zu entscheiden. Die betroffene Fläche im Wald selbst sei Staatsforst und gehöre nicht der Gemeinde.

Edlings Bürgermeister Matthias Schnetzer sagte heute gegenüber der Wasserburger Stimme, man habe sich mal einst einheitlich im Edlinger Gemeinderat für 800 Meter ausgesprochen. Doch nun müsse grundsätzlich neu überlegt werden, da ja ein konkreter Antrag vorliege. Auch wenn zu 90 Prozent Pfaffing direkt betroffen sei, werde die Gemeinde Edling ebenfalls tangiert. Deshalb sitze auch er nächste Woche bei dem ersten Treffen mit der Firma Gewi in Pfaffing als Bürgermeister, um sich die Pläne der Husumer Firma anzuhören. Die Größe und Höhe der Windräder irritiere ihn sehr, sagte Schnetzer und er sagte aber auch, dass man nicht vergessen dürfe, die Energiewende zum Thema Windkraft stehe damit im Raum. Man sei da auf jeden Fall sehr hin- und hergerissen.

Und Pfaffings Gemeindeoberhaupt Ostermaier meinte, es sei schon ein massivster Einschnitt in die Landschaft zwischen Pfaffing und Edling zu befürchten. Ohne Bürgerbeteiligung gehe da gar nichts, sind sich die Rathauschefs im Vorfeld schon einig. Und die Firma dürfe nicht denken, sie hätte hier einen Freibrief …

Siehe auch unseren Kommentar dazu unter ‚Des moanan mia‘ (Überschrift einfach anklicken):

So hatten die Bürger aus dem Raum Amerang/Evenhausen gegen einen Windpark Scheitzenberg argumentiert: An erster Stelle führten sie die gesundheitlichen Risiken der Bevölkerung im Umkreis bis zu fünf Kilometern an, die durch Windräder – deren Infraschall – im Umfeld laut Studien entstehen könnten. Die Bürger aus dem Raum Amerang nannten folgende Gründe:

„Betroffene Menschen in mindestens 3 – 5 km Entfernung von Windkraftanlagen berichten von: • Ohrendruck, Dröhnen im Kopf und den Ohren • Schwindel • Unsicherheits- und Angstgefühlen, innerer Unruhe • Schlafstörungen (82 % der Befragten!) • Kopfschmerzen • Blutdruckschwankungen (60 %) • Herz- / Kreislaufproblemen (80 %) • Konzentrationsschwäche, Merkfähigkeitsstörungen • Müdigkeit

Zieht man einen Kreis mit einem Radius von 5 km um die geplante Windkraftanlage erstreckt sich das Gebiet über die Gemeinden Obing, Pittenhart, Amerang, Evenhausen, Frabertsham, Eiselfing etc. Alle Bürger dieser Ortschaften werden direkt vom Infraschall betroffen sein unabhängig davon, ob sie einen direkten Sichtkontakt zum Windpark haben oder nicht.“

Aufgrund der dichten Besiedlung sei Bayern ein denkbar ungünstiger Standort für die Errichtung von Windkraftanlagen, hieß es außerdem im Raum Amerang/Evenhausen.

Foto: Bürgerinitiative Scheitzenberg

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7 Gedanken zu „Ein Windpark zwischen Pfaffing und Edling?

  1. daganzdaanda

    Warum ned auch bei uns? An dem Standort VBG39 kann ich´s mir vorstellen. Bei Amerang könnte ich mirs allerdings noch besser vorstellen (liegt höher).
    Schnaitsee (und jetzt bitte alle schön Daumen nach unten) ist doch auch O.K. und schön anzuschauen. Mir gfoin de Windradl jedenfalls, solangs an ein paar Stellen konzentriert stehen und nicht gleichmäßig über die Landschaft verteilt sind.

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  2. Gesundheitliche Risiken, die kommen mir doch sehr bekannt vor,
    egal ob der Betriebsrat gegen WLAN in Büros wegen „Strahlenbelastung“ vorgeht – während jedes Handy mehr „Belastung“ erzeugt – oder Elektrosmog von ach so bösen Standbygeräten geht, komisch da werden auch immer die gleichen Argumente gebracht.
    Lieber schaltet man die eigenen, sicheren Atommeiler ab und kauft den Strom aus heruntergekommenen Ostblockanlagen ein, welche konstant auf voller Auslastung laufen müssen, um unser Gewissen zu beruhigen.

    99% aller Symptome sind pure Einbildung und könnten durch einen Vodoopriester mit ein bisschen Lametta behoben werden.

    Ich für meinen Teil habe nichts gegen ein paar Windräder und kann auch prima damit leben, wenn welche zu uns kommen.

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  3. Wen man die Kernkraft in Tschechien und Landshut nicht will, muss man die Frage beantworten, woher der Strom denn kommen soll. Wer nachts Handys in Betrieb hält und WLAN im Haus hat, sollte nicht über Gefahren des Infraschall diskutieren. Die Sichthöhe ist proportional zur Effektivität der Anlage, daher sollte man lieber höher bauen und weniger Anlagen installieren als umgekehrt. Herr Seehofer wird noch lernen, was sein „Erlass“ wert ist.
    Jens Focke

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  4. Es gibt kaum sinnvollere Investitionen in Energie als Windräder. Die „Zerstörung der Natur/Landschaft“ beträgt am Boden wenige Quadratmeter und die Leute, die den Anblick einfach nicht haben möchten, brauchen auch nicht so tun, als würden sie den ganzen Tag die Landschaft bewundern.

    Im Gegenzug erhalten wir saubere Energie und Unabhängigkeit vom Strom aus dem Ausland.

    Diese Argumentation mit den Strahlen halte ich auch für Schwachsinn. Man soll ja schon immer nur den Studien trauen, die man selbst gefälscht äh in Auftrag gegeben hat. Ich leugne nicht Strahlung an sich und eventuell gesundheitliche Konsequenzen, aber bei dem, was andauernd um uns herum strahlt (WLAN, Handy, Stromnetz, kosmische Strahlung, natürliche Strahlung durch natürlichen Atomzerfall, Mikrowelle, etc) ist das Windradl wohl nicht das schlimmere. Und wer dann wirklich Kopfweh nur wegen dem Windrad hat, kann sich ja eine Drahtpyramide oder anderen Esoterikschmarrn auf den Dachboden stellen, dann passts wieder.

    Besser als eine Atombombe als Wasserkocher in der Nachbarschaft – die zerstört mehr Natur, Landschaftsbild und strahlt auch mehr und gefährlicher in größerem Umkreis.

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  5. Mensch mit Verstand

    Es gibt bislang keine Alternative zur Atomenergie, weder wirtschaftlich noch im Sinne des Umweltschutzes. Zweifelsfrei ist die Atommüll-Endlagerung problematisch. Aber: Jede andere Form der Energiegewinnung belastet unsere Umwelt insgesamt stärker. Deutschland besitzt das Know-how für einen sicheren Betrieb von Atomkraftwerken. In einigen Jahren werden wir zur Atomenergie zurückkehren, das ist unausweichlich. Bleibt nur zu hoffen, dass unsere Heimat bis dahin nicht vollkommen entstellt ist.

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    1. daganzdaanda

      …oder verstrahlt.

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    2. Holger Kalvelage

      Dass es solche Thesen immer noch gibt, zeigt, dass der Autor seinen Namen falsch gewählt hat….

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