Ein Turm erstrahlt im Lichterglanz

Tolles Programm gestern zur Eröffnungsfeier des Haager Schlossturms

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DSC_0030_nZwölf lange Jahre durften die Haager ihr sanierungsbedürftiges Wahrzeichen nicht betreten: Den stolzen Schlossturm mit den vier Erkern. Doch nun haben die Renovierungsarbeiten ein Ende gefunden, das Bollwerk erstrahlt in neuem Glanz und wird am Eröffnungswochenende durch Musik und Lichter-Shows kräftig gefeiert. Gestern gab‘ es dazu den Auftakt mit einem tollen Programm. Der Haager Schlosstrum strahlte übers ganze „Gesicht“.

Trotz des kalten Windes war die Eröffnungsfeier des Schlossturms in Haag sehr gut besucht. Böllerschützen und Turmbläser leiteten das Festwochenende feierlich ein. Bürgermeisterin Sissi Schätz begrüßte die Gäste – unter anderem die Bürgermeister der Haager Grafschaft und des Altlandkreises Wasserburg, die Ehrengäste sowie die Haager Gemeinde.

„Schee is er worn!“ – so die Resonanz der Bürger über die fertiggestellten Umbauarbeiten am Turm. Schätz ging in ihrer Eröffnungsrede auch auf die harten Fakten ein: Die Kosten der Sanierung. Hierbei bedankte sie sich bei sämtlichen Fördergebern: Nicht nur der Freistaat Bayern hätte die Bauarbeiten finanziell unterstützt, sondern auch Bürgerinitiativen und Spendenaktionen hätten die Wiedereröffnung des Wahrzeichens der Stadt erst möglich gemacht. Nun stünden nur noch die Sanierung der Außenanlagen sowie das Fertigstellen der Brandschutzanlagen aus, dann sei der Turm endlich wieder frei zugänglich.

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Es folgten Grußworte des Staatsministers Dr. Marcel Huber (Dritter von rechts), der den Schlossturm als „fast schon magisch, mit besonderem Flair – und das mitten im Ortskern“ beschrieb. Es sei schon etwas Besonderes, dass man ihn ohne nachdenken zu müssen mit ein paar Strichen aufs Papier könne könne und jeder sofort erkenne, um welches Bauwerkl es sich handelt: Das Wahrzeichen des Marktes Haag.

Auch Landrat Georg Huber wünschte den Haagern nach langwierigen politischen Diskussionen, anstrengenden aber sauberen Marketingprozessen und dem letztendlichen Sieg der Grafschaft mit dem Umbau „alles Gute und viel Zusammenhalt im Haager Land“.

Bundestagsabgeordneter Stephan Mayer beschrieb den Schlossturm nicht nur als „stolzes Kleinod mit Wiedererkennungswert“, sondern auch als Symbol für den Zusammenhalt der Bürger selbst: „Jeder hat seinen Beitrag geleistet und die Sanierung somit ermöglicht, das schweißt die Gemeinde stärker zusammen als je zuvor“, so Mayer.

Der Landtagsabgeordnete Günther Knoblauch konnte die Freude der Gemeinde auf ihr so einzigartiges, historisches Wiedererkennungsmerkmal gut verstehen. Er regt sogar an, zukünftige Schlossfestspiele durch den überregionalen Kulturfond finanziell zu unterstützen.

anzenberger (3)Nach einem Instrumentalstück der Ramsauer Blaskapelle hielt Johann „Hansi“ Anzenberger, der gebürtige Haager Schauspieler, eine „Turm-Laudatio“ der besonderen Art. Verkleidet als „Schimmelturm“ ließ er den Burgfried selbst seine historische Geschichte erzählen. Humorvoll schilderte er, wie „er“ erbaut, bewohnt und von hohen Gästen wie beispielsweise Napoleon selbst besucht wurde. Letztendlich wurde er für den symbolischen Wert von einem Euro an den Markt Haag verkauft und die Sanierungsarbeiten konnten beginnen.

Nachdem der Turm „seine“ Historie zum Besten gegeben hatte, ging Anzenberger auf die Geschichten der Haager Bürger ein: Er hatte sich umgehört, was die Menschen der Grafschaft mit ihrem Wahrzeichen verbinden und zitierte Aussagen, die sich auf die „tolle Aussicht“ oder den „Ersten Kuss, heimlich im Schlossturm“ bezogen. „Die Haager Jugend hat den Schlossturm noch nicht einmal von innen gesehen, immerhin war er ja zwölf  Jahre lang nicht zugänglich.“ Zum Abschluss seiner Laudatio führte Anzenberger noch einen Schlossturmjodler auf, ganz nach dem Motto: „Wen Gott mag, den schickt er nach Haag!“

Nach kurzen Grußworten des Bürgermeisters der ungarischen Partnerkommune bat Schätz alle Versammelten, kräftig mitzusingen: Die „Ode an die Freude“ durch die Trachtenblaskapelle Ramsau und die Haager Chöre rundete den offiziellen Teil des Festaktes ab.

Am Abend leitete das Konzert der Musikgruppe „Blechschaden“ mit anschließendem Lichtspektakel die Feierlichkeiten rund um den Schlossturm ein. Für das leibliche Wohl sorgt das „Kulinarium“, ein Markt der Leckereien im Schlosshof.

Noch bis Sonntag werden den Besuchern des Haager Wahrzeichens Konzerte, kostenlose Führungen, Kinderprogramm und ein ökumenischer Gottesdienst geboten.

Weitere Infos unter: www.markt-haag.de

HF

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