Ein Netzwerker im Schulsystem geht

Eiselfings Rektor Karlheinz Rieger feierlichst in den Ruhestand verabschiedet

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rieger 2Schon seit der gemeinsamen Schulzeit im Wasserburger Luitpold-Gymnasium kennen sich die Konrektorin der Eiselfinger Grund- und Mittelschule, Irmi Rottmooser, und ihr bisheriger Chef, Karlheinz Rieger. Mit einem humorvoll-ironischen Unterton war es deshalb bei ihr in besten Händen, die Verabschiedung von Karlheinz Rieger (unser Foto) in den nun kommenden Ruhestand zu eröffnen und die Gäste dazu zu begrüßen. Und das, obwohl er selbst eine solche Verabschiedung eigentlich gar nicht wollte …

Ein „philosophischer Visionär“, der auch beim Fotografieren noch diskutieren konnte , war er schon damals und ist er bis heute geblieben. Ein Mensch, für den Toleranz und Kameradschaft Programm sind, so die Konrektorin.

Pfarrverbandspfarrer Thomas Weiß, Altbürgermeister Rupert Oberhuber, die Vertretung des Kindergartens, die Bürgermeister aus dem Schulverband, der Elternbeirat und natürlich viele jetzige und ehemalige Kolleginnen und Kollegen waren zu der Feier gekommen (unser Foto unten).

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In angenehm kurzen Reden wurde dann deutlich, warum. Ein hoch wertgeschätzter, querdenkender und weit über den Tellerrand hinausblickender wahrer Schulmann verlässt hier seine Schulfamilie.
Eiselfings Bürgermeister Georg Reinthaler, zugleich auch Vorsitzender des Grund- und Mittelschulverbandes, betonte in seinen Ausführungen die Besonderheit der Eiselfinger Schule. Eine hohe soziale Verantwortung – als einen wesentlichen Teil der gemeinsamen Schulzeit – forderte und förderte dafür Karlheinz Rieger.

In diesem Zusammenhang habe er auch die räumliche Gestaltung des Schulbereiches gesehen, Initiativen dazu unterstützt und sich selbst dabei eingebracht. Seit er 2005 Rektor wurde, habe Karlheinz Rieger dies immer wieder in den Fokus seiner schulischen Arbeit gestellt. Er sei ein Netzwerker im Schulsystem gewesen und die Installierung des sogenannten M-Zuges sei ganz klar sein Werk gewesen.

Öffentlichkeitsarbeit für die Schule habe er nicht als Steckenpferd, sondern als Auftrag für sich als Schulleiter verstanden. Aus dieser Verantwortung heraus erkläre sich auch sein weitsichtiges, ehrenamtliches Tun.

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Auch Schulrätin Angelika Elsner (Foto oben ganz links neben dem Ehepaar Monika und Karlheinz Rieger) streifte in ihren Worten die Vielseitigkeit des scheidenden Eiselfinger Schulrektors. Bis zum letzten Tag seines Arbeitslebens habe er dieses Amt und diese Aufgabe mit Energie ausgefüllt. Die Schule war, so die Schulrätin, Riegers zweites Zuhause, das er mit Gespür geleitet hat. Mit Kompetenz und erfolgreichem Engagement.

Vierzig Jahre war der gebürtige Wasserburger in der Verantwortung für Kinder und ihre Bildung. Er habe die jungen Menschen begleitet und geprägt und jeder Einzelne war ihm dabei wichtig.

Die Kollegschaft der Eiselfinger Schule stellte die Person und Persönlichkeit von „kh“, also Karlheinz Rieger, in einem Panoptikum und mit einem recht hintergründigen „Gstanzl“ heraus. Auf die Frage, was er nun als Pensionist tun werde, war das Ergebnis eindeutig: Er wird keine Zeit haben, er wird die Welt begrünen, „whats-appen“ und Presseartikel für die Zeitungen schreiben.

Seine eigenen Worte zum Abschied waren nicht geprägt von der Wehmut, sondern eher ein Aufruf für die Zukunft. Was solle er auch sagen, so Rieger. Manche Kollegenrede kenne er bereits und das Angebot seiner Frau, sie würde seine Rede schon schreiben, wollte er auch nicht annehmen.

Wer wisse schon, welche Erwartungshaltung in so eine Rede dann auch hineingeschrieben werde. Deshalb beschränkte er sich auf Erfahrungen aus seiner Schullaufbahn, die durchaus als Ratschläge zu verstehen waren.

So habe ihn von Anfang an die Erkenntnis begleitet, dass das Kennenlernen von bürokratischen Regeln vor dem Benützen und Einhalten solcher Vorgaben nicht unvorteilhaft ist. Und auch, dass man manche Schulamtsvorgaben auch nicht wahrnehmen kann – um sie dann doch hintergründig zu bearbeiten. Daraus ergebe sich, dass nicht alles was „von oben“ komme, auch umgesetzt werden müsse.

Trotzdem sollte man alles, was nicht „von oben“ komme, beantragen.

Für diese Haltung bot ihm der Ort Eiselfing gute Tugenden, so Rieger: Lachen – Feiern – miteinander reden. Und dann nachdenkliche Momente, wenn Karlheinz Rieger feststellte, dass die Einwirkungen von außen auf den Schulbetrieb immer mehr zunehmen und immer weniger Zeit für die Schülerinnen und Schüler und die Pflege der Kollegenschaft bleibe.

In Anlehnung an ein Gedicht von John Lennon stellte der scheidende Schulleiter zum Schluss dann melancholisch noch fest, es sei wichtig auch Glück zu haben und man müsse Vergangenes loslassen können.
Verabschiedet von der Eiselfinger Grund- und Mittelschule wurden im Rahmen der Feier auch noch Michael Holzner, der als Konrektor an eine andere Schule geht und Simon Kurfer, der ebenfalls in den wohlverdienten Ruhestand wechselt.

bua

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Ein Gedanke zu „Ein Netzwerker im Schulsystem geht

  1. Jetzt host mehr Zeit zum Fotos schiassn …
    Ois Guade, Mr. Rieger!

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