Ein Lächeln als einzige Sprache am ersten Schultag

Herzlich willkommen, Aida und Arman aus Afghanistan! Und Stephen aus Nigeria!

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1Edling – Es war ein etwas anderer erster Schultag heute auch an der Mittelschule in Edling. Vor allem für drei neue Schüler aus Pfaffing, die schüchtern in der Aula der Franziska-Lechner-Schule standen und lächelten. Begleitet von dem Pfaffinger Gemeinderat und Mitglied der AG Asyl, Gerhard Feckl, wurden sie herzlichst von Schulleiterin Eva-Maria Raab (rechts) begrüßt. You’re welcome! Die anderen Kinder standen wie in einer Traube um sie herum und staunten. Stephen wird in die fünfte Klasse gehen und kommt aus Nigeria. Er spricht Englisch. Aida und ihr Bruder Arman kamen vor wenigen Tagen aus Afghanistan, sie sprechen bisher nur ihre Landessprache Dari.

Fotos: Renate Drax

Sie werden in die fünfte und siebte Klasse gehen in Edling. Sie haben Schultaschen dabei – ein Geschenk – stolz sind sie darauf und halten sich daran fest. Mit dem Bus sind sie gekommen und mit dem Bus fahren sie auch wieder in ihr neues Zuhause derzeit. In Pfaffing leben sie zu Elft in einer Wohnung. Man merkt ihnen an, dass sie sich auf diesen Tag heute – ihren ersten Schultag in Deutschland – sehr gefreut haben. Aufgeregt sind sie bestimmt sehr – aber sie lassen es sich nicht anmerken.

So viele Fragen tief im Innersten, wie werden sie zu uns sein, die deutschen Kinder in unserer Klasse? Wie wird der Unterricht? Wann werde ich sie sprechen – die deutsche Sprache? Noch wird vieles mit Händen und Füßen gehen müssen, mit aufzeichnen und aufmalen. Es sind keine wirklichen Probleme für diese drei Kinder nach einer langen, beschwerlichen Flucht aus einem so fernen Land ins Ungewisse.

Sie wollen lernen. So gerne. Schulleiterin Eva Raab deutet Arman mit den Händen eine sieben an – die siebte Klasse, Arman lächelt.

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Ein kleines Glück – Aida und ihr Bruder Arman im Hintergrund werden von Edlings Schulleiterin Eva-Maria Raab begrüßt.

Sein Mund ist fest geschlossen. Nur als er gefragt wird – what’s your name und noch mal abgekürzt ’name?‘ – sagt er leise ‚Arman‘. Als seine Schwester ihren Namen – Aida – sagt, entgegnet ihr die Rektorin auf deutsch, was für ein schöner Name das sei. Das Lächeln des Mädchens wird noch strahlender, als habe sie gespürt, was ihre Schulleiterin meinte.

Entspannt ist derweil auch die Atmosphäre im Sekretariat der Edlinger Schule. Trotz der Aufregungen an einem ersten Tag nimmt sich Konrektor Markus Gallesdörfer gelassen Zeit, über die neue Situation zu sprechen. Man werde sehen, wie alles kommen wird. Auch die Gemeinde Edling selbst werde sicher Flüchtlingskinder bekommen, die hier in die Schule gehen werden. Niemand wisse es derzeit und man müsse spontan mit den Situationen, wie sie gerade seien, zurecht kommen.

Ganz weit oben stehe das Erlernen der deutschen Sprache. Dafür sei so bald wie möglich ein sogenannter Crash-Kurs geplant, bei dem die Kinder innerhalb von zehn Wochen sehr viel lernen werden. Angedacht sei es, diesen Kurs, der laut Gallesdörfer über die Volkshochschule organisiert werde, in Pfaffing abzuhalten.

Man werde sehen, ob Stephen, Aida und Arman in den ihnen zugeteilten Klassen bleiben werden, oder ob sie vielleicht besser eine Klasse tiefer eingestuft werden. Wie auch immer, es sei egal. Das Allerwichtigste sei jetzt und heute, dass sie es spüren, dass sie herzlichst willkommen sind an der Mittelschule in Edling …

rd

Siehe auch:

Gut leben, das heißt nicht, sich wegducken!

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Nein, alleine konnte man sie heute nicht auf den Weg schicken – für den Pfaffinger Gemeinderat Gerhard Feckl, selbst Vater von vier Kindern, war es selbstverständlich, das Mädchen und die zwei Buben am ersten Schultag zu begleiten.

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