Ein Hauch von Südamerika in Griesstätt

Die Alpakas von Hubert Held sind nicht nur lustig anzuschauen

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IMG_2968_kFeld/Griesstätt – Wer von Wasserburg Richtung Vogtareuth fährt, der kann sie auf der rechten Straßenseite entdecken, wenn sie nicht gerade im Stall ist: die Alpaka-Herde in Feld auf dem Hof von Familie Maier. Hubert Held hat die Fläche gepachtet und für seine Tiere ein kleines Paradies mit Offenstallhaltung und vielfältigen Auslaufmöglichkeiten geschaffen, die die Herde jederzeit nutzen kann. „Vor ein paar Jahren habe ich das erste Mal ein Alpaka im Fernsehen gesehen“, erzählt er begeistert. „Von da an war der Wunsch groß, eine eigene Alpaka-Zucht aufzubauen.“

Begonnen hat er 2009 mit drei Hengsten, „um zu sehen, wie es im Alltag läuft“. Daraufhin folgten fünf Stuten und nach und nach kam dann der Nachwuchs, erzählt Held. Mittlerweile zählt der Betrieb „Chiemgau-Alpakas“ 21 Tiere, darunter derzeit fünf Fohlen. „Und Nachwuchs ist bereits wieder im Anmarsch“, schmunzelt Held mit einem Blick auf die trächtigen Muttertiere. Jedes der scheuen Tiere hat sogar einen eigenen Namen: „Es gibt zum Beispiel die Frieda und die Maya“, erklärt Held mit dem Finger deutend auf die jeweiligen Alpakas, „und dort drüben stehen der Fabio und der Marcello. Und hier liegt meine Lieblingsstute, die Baxter“, so Held mit einem Lächeln. „Sie singt beim Fressen, sie hat verschiedene Töne, als wenn es ihr besonders gut schmecken würde.“

AlpaAlpakas stammen aus den südamerikanischen Anden und gehören zur Familie der Neuweltkameliden. Die Inkas haben aus der Wildform Guanako Lamas gezüchtet und aus der Wildform Vikunja Alpakas. „Über 20 Farbschattierungen können die Tiere aufweisen“, erklärt Held, „von weiß über grau bis hin zu beige, braun und schwarz. Sie sind pflegeleicht, ernähren sich von Gras, Heu, Mineralfutter und Wasser und werden bei guter Haltung bis 21 Jahre alt.“

Ein ausgewachsenes Alpaka wiegt etwa 60 Kilogramm und hat ein Stockmaß von weniger als 85 Zentimetern. Alpaka-Stuten bekommen ein Mal pro Jahr nach einer Tragezeit von 11,5 Monaten ein Fohlen. Und jedes Jahr im Mai werden die Tiere geschoren. Held sortiert und wäscht die Wolle anschließend. In Niedersachsen wird sie „kardiert“, quasi gekämmt, und wieder auf den Hof zurückgeschickt. Die kardierte Wolle wird dann von Abnehmerinnen gekauft, die sie für eigenes Garn verspinnen und dann daraus beispielsweise Pullover, Schals oder Socken fertigen. Unter den Frauen ist auch eine Künstlerin aus Griesstätt, die aus der Alpaka-Wolle Filzhüte und Filztaschen verarbeitet.

Tiergestützte Heilpädagogik

Hubert Held arbeitet hauptberuflich als Sozialpädagoge und Heilerziehungspfleger in der Stiftung Attl. Aufgrund des ruhigen und motivierenden Charakters setzt er seine Alpakas auch in der tiergestützten Heilpädagogik ein. Neben dieser professionellen Tätigkeit bietet Held seine Tiere aber auch für allgemeine Begegnungsmöglichkeiten und Aktivitäten an. „Dadurch ergeben sich immer wieder wunderbare Erlebnisse, zum Beispiel bei Alpaka-Spaziergänge für Kinder, aber auch für Erwachsene“, lächelt Held.

Seine Erkenntnis, die er im Laufe der Jahre gewonnen hat: „Alpakas sind ein Geschenk der Natur an die Seele des Menschen.“ Es sei bemerkenswert, zu sehen, wie diese scheuen Tiere durch gute Pflege und Haltung sehr große Körpernähe zulassen, wenn sie einmal Vertrauen gewonnen haben. „Ein wirklich positives Erlebnis für mich ist das Vertrauen der eigentlich dominanten Stute Baxter“, erklärt der Besitzer. „Ich kann sie – ohne ihr ein Halfter anlegen zu müssen – berühren und streicheln.“ Für die Tiere mit angeborenem Fluchtinstinkt etwas Außergewöhnliches. Von Scheu also keine Spur mehr. Daher ist für den Besitzer eines ausschlaggebend: „Die Tatsache, dass sie auch als scheue Tiere Vertrauen zu Menschen schöpfen können, ist für mich das Schönste“, sagt Held mit einem glücklichen und zufriedenen Blick auf seine Alpakas. Von Marina Birkhof

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