Ein großes Herz für Tiere

Das Tierheim Ostermünchen leistet seit Jahren vorbildliche Arbeit - Tag der offenen Tür am 30. April

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20160413_120033Ostermünchen – Ganz am Ortsrand von Ostermünchen, im Industriegebiet, wo sich Hund und Katz gute Nacht sagen, da liegt es: Das Tierheim, das selbst nicht jedem Einheimischen bekannt ist. Ein Fehler. Denn egal, ob man selbst Tiere hat oder nicht – diese Einrichtung ist ein Musterbeispiel dafür, wie man es Fundtieren oder auch vierbeinigen Tagesgästen so angenehm und schön wie möglich machen kann. Am 30. April ist Tag der offenen Tür. Ein guter Grund, mal eine Wissenslücke zu schließen und vorbei zu schauen.

Denn hier draußen im Industriegebiet „Oberrainer Feld“ hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Das Heim, das 2002 als reines Katzenhaus eröffnet wurde, hat seit 2014 auch ein Hundehaus und ist damit komplett. Und das im allerbesten Sinn. Denn nicht nur die Räumlichkeiten für die Tiere sind es, was das Heim so besonders macht – es ist das Gesamtkonzept. Mit einer angegliederten Tierarztpraxis und – ganz neu – einem Hundesalon, in dem die Pensionshunde hübsch gemacht werden können.

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Schmusestunde im Hundehaus: Tilman Rieger und Angelika Eisner mit ihren Schützlingen

Dabei war der Bau des Hundehauses nur dadurch möglich, dass die „IG Mensch und Tier e.V.“ großzügige Spenden und einen großen Nachlass erhalten hat. Und dass die ansässigen und am Bau beteiligten Firmen dem Verein mit Sachspenden unter die Arme gegriffen haben. Vorstandsmitglied Tilmann Rieger sagt bei unserem Rundgang durch das Heim: „Diese schöne Außentreppe hier haben wir nicht gebaut, weil wir zu viel Geld übrig hatten. Sie war vielmehr ein Geschenk der Schreinerei.“ Rieger hat selbst mit vielen Vereinsmitgliedern in unzähligen Stunden seiner Freizeit das neue Haus mit aufgebaut und sich dazu enorm viel Fachwissen aneignen müssen. Allein, um das optimale Heizsystem zu finden, besichtigte er mit anderen Vereinsmitgliedern viele Tierheime in ganz Deutschland und informierte sich dort über das Für und Wider der einzelnen Energiequellen. Ergebnis: Ostermünchen wird durch ein System beheizt, das mit Grundwasserwärme arbeitet.

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Tierarztpraxis im Haus: Theresia Englhart (l.) und Angelika Eisner

So finden die hier untergebrachten Tiere ein wahres Paradies vor. Jeder Raum ist liebevoll eingerichtet und auf die Bedürfnisse der jeweiligen Bewohner zugeschnitten. Hygiene hat in den Häusern absolute Priorität – ohne Schutzüberschuhe darf kein Mitarbeiter und Besucher die Räumlichkeiten betreten. Doch gerade wegen der hohen Standards und dem Komfort müssen die Tierheim-Betreiber mit jedem Cent kalkulieren. Das Geld ist äußerst knapp.

Theresia Englhart ist als Vereinsmitglied die Kommunikationsbeauftragte im Tierheim und steht gerade wegen der Kosten im ständigen Kontakt zu den Gemeinden im Einzugsgebiet. Das erstreckt sich nicht nur über die direkte Umgebung von Ostermünchen, sondern reicht bis in den Wasserburger Bereich. „Wir finanzieren uns rein durch Spenden und Mitgliedsbeiträge“, sagt Theresia Englhart. „Doch das reicht für unsere ganze Arbeit nicht.“ Deshalb ist das Tierheim auf die Kopfpauschale für Fundtiere angewiesen, die jede Gemeinde per Gesetz eigentlich zu entrichten hat. Doch da es in diesem Gesetz viele „Wenns“ und „Abers“ zulässt, fließt das Geld nicht so, wie es nötig wäre. Theresia Englhart: „Da wir grundsätzlich jedes Tier aufnehmen und versorgen, das uns gebracht wird, sind wird auf die Gelder der Gemeinden dringend angewiesen. Dazu reichen Mitgliedsbeiträge und Spenden nicht aus.“ Zum Verständnis: Eine Kopfpauschale für Fundtiere kostet die Steuerzahler rund 50 Cent. Pro Jahr! Dafür kümmern sich die Mitarbeiter des Heims vorbildlich um jedes Fundtier, das ihnen aus den jeweiligen Gemeindebereichen gebracht wird.

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Geburtsort Ostermünchen: Diese Katzenmama lebt mit ihrem Nachwuchs im Tierheim

So werden in Ostermünchen alle Katzen gesundheitlich von vorne bis hinten durchgecheckt,  gechipt, registriert, sterilisiert oder kastriert. „Wir lassen hier im Jahr etwa 600 Katzen sterilisieren“, sagt Tilman Rieger. Und Theresia Englhart ergänzt: „So kommen wir auf gut 100.000 Euro Tierarztkosten im Jahr.“ Dieser Betrag konnte dadurch, dass die Tierärztin mittlerweile im Haus ist, gesenkt werden. Einmal in der Woche kümmert sich Dr. Tanja Frey in der angeschlossenen Praxis um die Tiere des Heims. Denn das ist oberstes Gebot in Ostermünchen: Jedes Tier, das das Heim verlässt, ist gesund.

Damit es den Tieren in ihrer Zeit im Heim so gut wie möglich geht, kümmern sich viele Vereinsmitglieder um die Insassen. Dazu kommen Vollzeitmitarbeiterin Angelika Eisner und drei Tierpflege-Azubis sowie natürlich all die ehrenamtlichen und freiwilligen Gassigeher, die den Hunden ihren täglichen Auslauf geben.

Doch nicht nur Fundtiere sind im Tierheim untergebracht. Das neue Hundehaus ermöglicht es den Mitarbeitern auch, Pensionsgäste aufzunehmen. Angelika Eisner: „Wer beruflich seinen Hund tagsüber abgeben muss, in den Urlaub fährt oder sich im Krankheitsfall nicht um ihn kümmern kann, findet bei uns eine Unterkunft für sein Tier.“ Es ist dabei tatsächlich in besten Händen: Fast alle Mitarbeiter sind selbst Hundebesitzer und kennen sich bestens mit den Wünschen und Bedürfnissen ihrer Tagesgäste aus. So vorbildlich die Arbeit in Ostermünchen auch ist, so verwunderlich ist es, dass manch alteingesessener Bürger, die Einrichtung nicht kennt. Theresia Englhart: „Das muss ich immer wieder erstaunt feststellen.“

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Also ist der „Tag der offenen Tür“ am 30. April die beste Gelegenheit, die Mitarbeiter des Vereins „IG Mensch und Tier“ kennen zu lernen. Von 13 bis 17 Uhr gibt’s jede Menge Infostände, Flohmarkt, Getränke, Speisen und viele Aktionen für Kinder. Denn die Philosophie des Vereins soll allen Besuchern gezeigt werden: In Ostermünchen sollen sich nicht nur die Tiere, sondern auch die Menschen wohl fühlen.

 

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2 Gedanken zu „Ein großes Herz für Tiere

  1. Das Tierheim Ostermünchen macht eine hervoragende Arbeit.
    Meinen Hund habe ich vor 8 Jahren von dem Tierschutzverein geholt.
    Weiter so!

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    1. Auf Rückfrage bei meiner Hündin, sie lässt auch recht herzlich grüßen – wuf wuf 🙂

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