… die Menschen winkten ein letztes Mal

Zum Todestag von Franz Josef Strauß - Ein Polizist erinnert sich

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OLYMPUS DIGITAL CAMERARott – Es war gespenstisch geradezu – die B 304 war komplett gesperrt den ganzen Weg von München bis zur Abzweigung nach Pfaffing und von dort nach Rott. Überall stand Polizei. Nicht mal ein Eichkätzchen hätt sich über die Straße getraut. Die Menschen standen am Wegesrand. Manche winkten, als der Wagen vorbeifuhr. Es war mucksmäuschenstill. Und dunkel. An dem Abend, als der Leichnam von Franz Josef Strauß in einem Wagen mit Eskorte nach Rott gefahren wurde. Es war der Freitag nach dem 3. Oktober 1988. Ein Polizist, der dabei war, erinnert sich…

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OLYMPUS DIGITAL CAMERASo etwas gehe einem nie mehr aus dem Kopf. Wie wohl allen, die am Wegesrand standen damals. So etwas hatte es zuvor nicht gegeben und gab es danach auch nicht mehr. Am Sonntag dann – einen Tag nach der Beisetzung – seien Pilgerströme aus aller Welt nach Rott gekommen. Es sei das totale Chaos ausgebrochen. Autoschlangen – kilometerlang. Menschen über Menschen. Plötzlich am Nachmittag habe es geheißen: Bombenalarm. Ein anonymer Anrufer. Bis heute werde vermutet, dass es sich um einen Rotter Bürger handelte, dem es einfach zu viel geworden sei.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAJedenfalls musste der Friedhof in Rott, der ganze Kirchenbereich geräumt werden. Gefunden worden sei nichts. Und am nächsten Tag und die nächsten Wochen sei es mit dem Pilgerstrom weitergegangen. Dazu kamen die Diebstähle. Kränze, Schalen – alles mögliche sei gestohlen worden. Deshalb musste der Friedhof und vor allem die Familiengruft eigens polizeilich bewacht werden. Es sei tatsächlich so gewesen, als wenn ein König zu Grabe getragen worden wäre …

 

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