„Die in Berlin sind nicht zufrieden mit der Trasse!“

Wie ein frisch gewählter Gemeinderat einfach handelt: Florian Baumann aus Ramerberg

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Baumann FlorianRamerberg – Nicht nur reden, er will handeln. Und zwar in diesem Fall sich genau informieren, abseits von irgendwelchen Grabenkämpfen. Das war und ist sein Ziel. Wie ein frisch gewählter Gemeinderat aus unserer Heimat auszog, um stichhaltige Informationen über die tatsächlichen Vorgänge zur B15 neu zu sammeln – und zwar dort wo es wirklich zur Sache geht: In Berlin! Die Rede ist von Florian Baumann aus Ramerberg. Hier seine Eindrücke – festgehalten für die Wasserburger Stimme …

Unser Foto zeigt ihn mit MdB Daniela Ludwig in Berlin.

„Nachdem ich bereits am 10. Mai an dem Mahnfeuer in meinem Gemeindegebiet Ramerberg teilgenommen hatte, um gemeinsam mit unseren Mitbürgern den deutlichen Widerstand gegen eine mögliche Zerschneidung unserer Gemeinde durch die B15 neu zu demonstrieren, war es nun an der Zeit, sich die Problematik von einem anderen Winkel aus anzusehen. Mit Stammtischpolemik hat man bekanntlich in der Geschichte noch nie etwas zum Positiven bewegt. So wird auch immer wieder gegen Parteien und Institutionen, auf Basis von Vermutungen und Gerüchten gewettert, aber gleichsam erwartet, dass man über jede Eventualität auf dem Laufenden gehalten wird.

Die Folge sind Zukunftsangst in der Bevölkerung und Politiker (Partei wie Parteilose), die entweder in der gegenseitigen Schuldzuweisung festfahren, oder die Medienwirksamkeit des Projekts zur eigenen Reputationssteigerung missbrauchen.

‚Den politischen Prozess leben‘ wurde uns immer gesagt und gerade wegen der Verantwortung die ich jetzt als gewählter Gemeinderat für meine Mitbürger trage, ist dieser Satz nicht mehr als Rat, sondern als Aufgabe zu verstehen. So besuchte ich jetzt im Rahmen dieser Möglichkeit das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (ehemaliges Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung) in Berlin und wurde mit fundierten Informationen zur Straßenbauentwicklung in der Region, als auch deutlich präziseren Erläuterungen zu Begrifflichkeiten – wie dem prominenten Beispiel „vordringlicher Bedarf“ aus Sicht des Ministeriums – belohnt. Ich hatte bei den Gesprächen auch oft den Eindruck, dass man mit dem derzeit zur Diskussion stehenden Verlauf der Trasse weder zufrieden, noch großartig daran interessiert ist, dieses Thema im Moment weiter in Richtung Realisierung zu drängen.

Des Weiteren hatte ich die Ehre an einer Diskussion mit Daniela Ludwig, unserer Bundestagsabgeordneten aus Rosenheim, teilzunehmen. Als Mitglied des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur, sowie bekannt für ihren Einsatz im Kampf um die Westtangente Rosenheim, natürlich auch die perfekte Ansprechpartnerin für das aktuelle Thema.

An ihrer ablehnenden Haltung gegenüber der B15 Neu hat sich nichts geändert und ich konnte mich persönlich von ihrem flammenden Einsatz für unsere Region überzeugen. Jemand Besseren, zur Vertretung unserer Interessen, hätten wir nicht nach Berlin schicken können, da soll noch mal einer sagen, in Volksparteien wäre niemand bereit seine eigene Meinung zu vertreten. Gerade dieser Besuch festigte dann doch wieder mein in letzter Zeit oft angekratztes Vertrauen in die politische Einflussnahme des einzelnen Bürgers auf höchster Ebene.

Gegen das vorherrschende Misstrauen auf allen Ebenen, hilft meiner Ansicht nach jedoch ein alt bekanntes Mittel: Einfach wieder mit den Leuten auf sachlicher Ebene reden, dann geht’s auch wieder in die richtige Richtung.“

Florian Baumann

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9 Gedanken zu „„Die in Berlin sind nicht zufrieden mit der Trasse!“

  1. wasserbürger

    Lieber Herr Baumann,
    so wie Sie reden, denke ich, Sie sind für die ganz große Politik geschaffen. In so vielen Sätzen so wenig zu sagen, ist eine Kunst
    für sich oder wollten Sie nur für sich und Frau Raab etwas Werbung
    machen? Na ein schönes Bild haben Sie ja mitgebracht!
    Meine Gratulation!

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    1. Ich sage nur, Hut ab vor soviel Engagement eines neuen Gemeinderatsmitglieds. Da könnten sich viele eine Scheibe abschneiden. Gerade mal in den Rat gewählt und schon in Berlin, um sich nach dem aktuellen Stand zu erkundigen.
      Wenn ich dann den Kommentar von „Wasserbürger“ lese, kann ich nur schmunzeln und verzichte auf meine Meinung dazu. Nur soviel sei gesagt, ich finde es toll, wenn man in wenigen Sätzen viel aussagt, besser als Seitenweise nur Gelaber von sich zu geben und doch nichts auszusagen. Und Werbung in eigener Sache, als Gemeinderat von Ramerberg in Berlin ?!. Lieber Wasserbürger, da haben sie weit am Ziel vorbeigeschossen.
      Ich finde es toll, wenn sich jemand aus meiner Gemeinde so einsetzt und kann nur sagen, Chapeau oder ‚Guad g`macht‘ – wia mia in Bayern sag`n.

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    2. Holger Kalvelage

      Und was haben Sie getan, Wasserbürger? Wer eine solche Kritik äußert, hat doch sicherlich schon ganz große Taten gegen die B15n vollbracht, dass er das Engagement anderer so hämisch kommentiert.

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  2. Holger Kalvelage

    Lieber Florian Baumann,

    Respekt und Hochachtung vor Ihrem Engagement. Daran sollten sich Bürgermeister und Gemeinderäte aus der ganzen Region ein Beispiel nehmen. Vielleicht dient Ihre Reise ja dem einen oder anderen Würdenträger als Vorbild, sei es, dass sie Politiker zu Diskussionen einladen oder sich allein oder in Gruppen nach Berlin aufmachen.

    Chapeau

    Holger Kalvelage

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  3. Rode Bruggn

    Da Wasserbürger hod Recht, find i!

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  4. wasserbürger

    So und jetzt mal Klartext: „Die in Berlin sind nicht zufrieden mit der Trasse“ – was soll das bitte, wer treibt dann das Ganze voran?
    Warum ist die B 15 neu in Planung, wenn sie keiner will?
    „Im Moment nicht in Richtung Realisierung treiben“ – na ist jetzt eine
    Trasse im Plan oder nicht? Sorry, aber verarschen kann ich mich selbst!
    Mir ist es egal, ob Ramerberg oder Wasserburg betroffen ist,
    beides halte ich für einen viel zu starken Eingriff in die Natur
    und die Landschaft. Genauso inakzeptabel für die Menschen
    in der Gegend.
    Ein sanfter Ausbau der bestehenden Trasse ist das maximal Vertretbare.
    Und lieber Florian, nix für ungut, aber wenn’st wieder mal in die große Stadt fährst, sag Bescheid, ich komme mit!

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  5. Torsten Brucker

    Lieber Wasserbürger,
    ich als 67jähriger Wasserburger (nicht Wasserbürger) ist mir eigentlich egal, wie die Trasse verlaufen soll.
    Ich finde es super, wenn ein parteiloser, junger Mensch (er hat doch für Frau Ludwig keine Werbung gemacht)
    diese Sache kritisch, aber sachlich beobachtet. Da spricht doch nur Neid von Ihrer Seite her.

    Torsten Brucker

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  6. Peter von Brandstätt

    Gut gemacht, Florian,

    das hätte ich auch so gemacht. Wenn ich schon in Berlin wäre, dann würde ich auch ins Verkehrsministerium gehen, und mich genauer erkundigen. Information ist alles. Am Besten von der Quelle.

    Trotzdem ist wichtig, was am Ende, also beim Beschluss über den Bundesverkehrswegeplan 2015 herauskommt. Es kommt nämlich darauf an, dass die B15 neu dort nicht mehr aufgenommen wird.

    Wenn jeder das Seinige tut, dann werden wir das schon schaffen.

    Übrigens: Bei der Bürgerversammlung in Wasserburg am 13. Mai haben wir erfahren, dass Bayern die Anmeldung auch zurücknehmen kann. Na dann, auf ihr Landespolitiker.

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