Deutlich mehr Jugendliche arbeitslos

Bericht der Agentur für Arbeit für den Monat August

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BiZ - Ausbildung und StudiumIm Urlaubsmonat August stieg die Zahl der Arbeitslosen erwartungsgemäß an und zwar um 430 auf nun 8 490. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 3,0 Prozent, nach 2,9 Prozent im Juli. „Leider hat sich die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren im August noch einmal deutlich um 280 auf nun 1 130 erhöht.“ So Jakob Grau, stellvertretender Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur zum aktuellen Arbeitsmarkt …

Aus den Kontakten mit den jungen Menschen wissen wir aber, dass ein Teil von Ihnen nur kurze Zeit arbeitslos gemeldet sein wird, denn viele haben im Anschluss an ihre Ausbildung bereits eine Arbeitsstelle in Aussicht oder wollen ab Herbst eine weiterführende Schule besuchen beziehungsweise zum Beispiel ein Jahr im Ausland überbrücken.“

Der stellvertretende Agenturleiter zur Situation auf dem Lehrstellenmarkt: „Viele Schulabgänger/innen werden kommenden Montag, 1. September, ihre Ausbildung antreten. Am letzten Zähltag (14. August) gab es aber immer noch 415 Jungen und Mädchen (295 in Stadt und Landkreis Rosenheim; im Landkreis Miesbach 50 und im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen 70) die für heuer noch eine Ausbildungsstelle suchen. Gleichzeitig sind noch 960 Lehrstellen und zwar quer durch alle Branchen, offen.“

Grau zu dieser Diskrepanz: „Wir wissen, dass Angebot und Nachfrage um diese Jahreszeit immer weiter auseinander driften. Aber für alle Jugendlichen beginnt mit dem Übergang von der Schule in den Beruf ein neuer, wichtiger Lebensabschnitt, den wir möglichst gut unterstützen wollen. In diesem Zusammenhang möchte ich auf zwei Förderprogramme hinweisen:

 

Erstens das Programm „Fit for Work 2014“. Hier werden solche Betriebe gefördert, die zusätzliche Ausbildungsplätze anbieten, die überhaupt erstmalig ausbilden, oder die eine Teilzeitausbildung ermöglichen.

Auch Jugendliche, können nach diesem Programm gefördert werden, wenn sie aus den Praxisklassen kommen, oder keinen Schulabschluss haben, oder Nachhilfe benötigen und ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) beantragen.

Zweitens die Initiative „Inklusion“. Hier gibt es Fördergelder für die Schaffung von neuen Ausbildungsplätzen für schwerbehinderte und gleichgestellte behinderte junge Menschen. Informationen dazu geben Ihnen gerne unsere Vermittlungs- und Beratungsfachkräfte.“

Der Landkreis Rosenheim weist eine Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent (Vormonat: 2,6) auf. Hier sind mit 3 715 erwerbslosen Personen 292 mehr gemeldet als im Juli. Von den Beschäftigungslosen werden 2 224 Personen durch die Arbeitsagentur in Rosenheim betreut, 235 mehr als im Juli. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim ist für 1 491 Frauen und Männer zuständig, 57 mehr als im Vormonat. 

Trotz der Urlaubszeit herrschte sehr viel Bewegung auf dem regionalen Arbeitsmarkt. Insgesamt haben sich 2 610 Personen neu oder erneut arbeitslos gemeldet, im Gegenzug meldeten sich 2 180 aus verschiedenen Gründen aus der Arbeitslosigkeit ab. Im Saldo kam es zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit auf insgesamt 8 490. Davon werden von der Arbeitsagentur in Rosenheim, mit den Geschäftsstellen in Holzkirchen, Bad Tölz und Wolfratshausen aktuell 4 710 Arbeitslose nach dem Sozialgesetzbuch III betreut. Das bedeutet ein Plus zum Vormonat um 380 Personen und ein Minus zum Vorjahr um 30. Die Jobcenter in der Stadt und in den Landkreisen sind derzeit für 3 780 Menschen im Rechtskreis Sozialgesetzbuch II zuständig. Damit müssen sie 50 Personen mehr betreuen als im Juli und auch 25 mehr als im August letzten Jahres.

 

Der Agentur für Arbeit sind derzeit 3 030 Stellenangebote gemeldet, darunter 2 890 sozialversicherungspflichtige. Neu gemeldet wurden insgesamt 1 010. Grau zur Stellensituation: „Gegenüber dem Vorjahr merken wir eine deutliches Plus im Bestand (250 mehr). Dieses Plus hat zwei Ursachen: Zum Einen melden uns Firmen verstärkt ihre vakanten Arbeitsplätze, zum anderen „laufen“ aber auch diese Stellenangebote längere Zeit, da es in Teilbereichen oft länger dauert, den richtigen Bewerber zu finden. Für uns ist es wichtig, das Gesamtspektrum zu erkennen, denn nur so kann der Arbeitskräftebedarf der Wirtschaft richtig eingeschätzt werden. Gleichzeitig dient es den Planungen, in welche Richtungen Qualifizierungen gefördert werden müssen.“

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Die Gesamtzahl der Arbeitslosen wird nach zuständigen Rechtskreisen unterschieden. Die Arbeitsagentur betreut Menschen nach dem Rechtskreis des Sozialgesetzbuches III und die Jobcenter nach dem Rechtskreis des Sozialgesetzbuches II.

 

  • In der Stadt Rosenheim ist die Zahl der Arbeitslosen mit 1 700 Betroffenen gegenüber dem Vormonat um insgesamt 17 Personen leicht angestiegen. Die Arbeitslosenquote ist mit 5,1 Prozent gegenüber dem Vormonat gleich geblieben. Von den betroffenen Personen werden derzeit 696 (plus 39) von der Arbeitsagentur in Rosenheim betreut. Die Zahl der durch das Jobcenter Rosenheim Stadt betreuten Kunden ist um 22 auf 1 004 zurückgegangen.
  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen verzeichnet einen Anstieg (plus 65) bei der Arbeitslosigkeit auf 1 720 gemeldete Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote hat sich von 2,5 auf 2,6 Prozent erhöht. Die Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen betreuen insgesamt 983 Erwerbslose, 61 mehr als im Vormonat. Das Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen kümmert sich um 737 arbeitslos gemeldete SGB II – Kunden (plus vier gegenüber dem Vormonat).
  • Im Landkreis Miesbach beträgt die Arbeitslosenquote 2,7 Prozent (Vormonat: 2,6). Hier sind derzeit 1 357 Personen erwerbslos gemeldet, 55 mehr als im Vormonat. 804 Männer und Frauen werden von der Agentur für Arbeit in Holzkirchen betreut, 48 mehr als im Juli. Das Jobcenter in Miesbach verzeichnet bei der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat ein kleines Plus von sieben Betroffenen, aktuell sind 553 SGB II – Kunden als arbeitslos gemeldet.

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