„Der wilde Bruder des Knoblauchs“

Vorsicht beim Bärlauch-Sammeln: Johanniter warnen vor Verwechslungsgefahr

Zu den ersten Boten des Frühlings gehört der Bärlauch, ein köstliches Wildgemüse, das gerne zum Kochen verwendet wird. Viele Menschen treibt es in diesen Tagen nach draußen, um selbst Bärlauch zu sammeln. Der harmlose Bärlauch ist jedoch leicht zu verwechseln mit hochgiftigen Pflanzen wie Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen. Die Wasserburger Johanniter geben heute Tipps, wie man die Blätter von Ungenießbarem unterscheiden kann.

„Sollte es zum Kontakt mit den giftigen Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen gekommen sein, unbedingt gründlich die Hände waschen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung, insbesondere bei versehentlichem Verzehr, rufen Sie unverzüglich den Rettungsdienst über die europaweite Notrufnummer 112“, rät Thomas Fuchs, Erste-Hilfe-Ausbildungsleiter bei den Johannitern in Wasserburg.

Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes soll der Betroffene betreut werden: „Es ist darauf zu achten, dass er nicht unterkühlt und seine Vitalfunktionen kontrolliert werden. Man sollte den Patienten nicht zum Erbrechen bringen. Ist er wach und ansprechbar, kann man ihn nach Wunsch mit erhöhtem Oberkörper lagern. Reste wie Pflanzenteile, Essensproben und in Ausnahmefällen auch Erbrochenes sollte unbedingt gesichert werden, damit die Klinik bestimmen kann, um welche Pflanze es sich gehandelt hat.“, rät Fuchs. „Ist der Betroffene bewusstlos, sollte er in die stabile Seitenlage gebracht werden. Atmet er nicht, sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen.“

Der Bärlauch wird im Volksmund auch als „wilder Bruder des Knoblauchs“ bezeichnet, denn seine Blätter verströmen einen typischen Knoblauchduft. „Viele Sammler versuchen anhand des Dufts den Bärlauch von den giftigen Maiglöckchen und Herbstzeitlosen zu unterscheiden und vergessen dabei, dass die Finger den Knoblauchduft nach dem erstmaligen Reiben annehmen. Der Geruchstest ist dadurch nicht mehr zuverlässig“, weiß Fuchs.

Bärlauch wächst von März bis April oder Mai hauptsächlich in lichten Auenwäldern, aber auch an Flussufern und auf schattigen Wiesen. An diesen Stellen können auch die giftigen Maiglöckchen und Herbstzeitlosen wachsen. „Wer sich nicht sicher ist, um welche Pflanze es sich handelt, sollte sie unbedingt stehen lassen!“, empfiehlt Fuchs.

Diese Merkmale können helfen, eine Verwechslung zu vermeiden:

  • Die Blätter des Bärlauchs duften nach Knoblauch.
    Vorsicht: Die Finger nehmen den Knoblauchgeruch beim ersten Reiben an, weswegen der Geruchstest danach nicht mehr ausschlaggebend ist.
  • Die Blätter haben einen Stiel, wachsen in Gruppen und dicht beieinander. Ihre Unterseite ist hellgrün und matt.
  • Die Blätter von Maiglöckchen sind etwas härter als die des Bärlauchs und haben eine glänzende Unterseite.
  • Die Blätter der Herbstzeitlosen haben keinen Stiel und wachsen aus einer Rosette heraus.

Die Johanniter empfehlen eine regelmäßige Auffrischung von Erste-Hilfe-Kenntnissen, um im Ernstfall richtig helfen zu können. Infos zum Kursangebot der Johanniter gibt es im Internet unter www.johanniter.de/erstehilfe oder telefonisch unter 0800/0191414. GB (Bilder: VG)

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.