Der weibliche Engel startet in Rott

An der B15: Alexandra ist die einzige ADAC-Pannenhelferin im Landkreis

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fuerbeck_kRott – Dem einen oder anderen wird dieses Gesicht nicht ganz unbekannt sein. Immerhin war Alexandra Fürbeck schon bundesweit auf den TV-Bildschirmen zu sehen. In der Kabel1-Fernsehserie „Helden der Autobahn“ spielte die 36-jährige Rosenheimerin in sechs Folgen eine der Hauptrollen. Jetzt ist der „Gelbe Engel“ des ADAC im Altlandkreis Wasserburg im Einsatz. Denn die erste und einzige Pannenhelferin und Bergefachfrau im ganzen Landkreis wechselte vor kurzem ihre Arbeitsstelle und fährt jetzt für Dengler&Crüwell in Rott. Ein Blick in einen spannenden Arbeitsalltag …

„Ja, manchmal bekomme ich schon einen blöden Spruch ab. Es gibt tatsächlich Autofahrer, die ihren Wagen nicht von einer Frau abschleppen lassen wollen. Das ist mir aber schnurzegal. Da fahr‘ ich eben wieder und der Mensch kann sehen, wo er Pannenhilfe herbekommt“, lacht Alexandra „Alex“ Fürbeck. Solches Verhalten sei aber eher die Seltenheit. „Allerdings wundern sich schon viele, wenn statt eines Mannes eine Pannenhelferin im Abschleppwagen sitzt.“ Immerhin sei ihr Job nicht gerade frauenspezifisch.

Und tatsächlich: Alex ist die Einzige ihres Fachs im ganzen Landkreis Rosenheim. Seit 1. April gehört sie zum 15-köpfigen Team der Bergungsprofis von Dengler&Crüwell in Rott am Inn, direkt an der B15. Die Bundesstraße wird auch ihr Haupteinsatzort sein – aber natürlich gehören auch alle anderen Straßen und Wege in Stadt und Altlandkreis zum Einsatzgebiet des „Gelben Engels“.

„Mir macht der Umgang mit den Menschen, ihnen helfen zu können und die große Abwechslung einfach Spaß“, so Alex. Allerdings gebe es natürlich immer wieder schwierige Einsätze, wie das Bergen völlig zerstörter Autowracks nach schweren Unfällen. „Wir haben im Schnitt sechs bis acht tödliche Unfälle in Stadt und Altlandkreis im Jahr“, weiß Alexandras Chef Christopher Crüwell. „An solchen Unfallorten schalten wir komplett in den Arbeitsmodus, blenden alle anderen Gefühle aus. Sonst geht das nicht. Außerdem gibt es dann mit allen Helfern eine Nachbesprechung, bei der wir das Erlebte gemeinsam verarbeiten können.“

Und trotzdem: Manche Unfälle brennen sich ins Gedächtnis ein. Wie der Tod zweier 18-Jähriger im Juli 2012 auf der B15 bei Schechen. „Die Bilder hab‘ ich immer noch im Kopf“, so Alex. Beide, Alex und Christopher Crüwell, sind sich einig: Das, was sie an Unfallstellen erleben, hat auch Einfluss auf ihr eigenes Verhalten im Straßenverkehr. „Man wird ruhiger, achtet auf Verkehrszeichen besser. Wir wissen, dass ein Zeichen mit dem Hinweis, dass man bei Nässe nur 60 fahren darf, immer auch Sinn macht.“

Zu Alexandras Aufgaben gehört aber nicht nur das Bergen nicht mehr fahrbereiter Autos, sie ist auch im Pannendienst ausgebildet. „Und das macht richtig Freude, wenn man den Autofahrern helfen kann, dass sie ihr Ziel trotz eines defekten Autos doch noch erreichen.“

Alexandra Fürbeck ist übrigens bereits seit acht Jahren im Einsatz. Bis vor kurzem war sie für einen Rosenheimer Unternehmer tätig. Sie hat alle Führerscheine, die man für den Job braucht und ist ausgebildete Berge- und Abschleppfachfrau – derzeit immer noch die Einzige im Landkreis Rosenheim. HC

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