Der Watzmann ruft wieder

Theatergemeinschaft führt Alpenrustical auf dem Schnaitseer Marktplatz auf

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watzmannVoda, Voda, loss mi ziagn, da Berg, i muass eam untergriagn. Ja, wenn er auffi muass, der Bua, auf den Watzmann, dann können ihn die Schnaitseer nicht aufhalten. Wollen sie auch nicht, ganz im Gegenteil: Nach dem Riesenerfolg im vergangenen Jahr beim Baumburger Kultursommer hebt die Theatergemeinschaft Schnaitsee das Alpenrustical „Der Watzmann ruft“ von Wolfgang Ambros, Manfred Tauchen und Joesi Prokopetz nochmal auf den Spielplan. Die Mär vom unerbittlichen König Watzmann ist beim „Kult ‘15“-Festival auf der Freiluftbühne am Schnaitseer Dorfplatz zu sehen am …

,,, 9., 10., 11., 12. Juli sowie 18. und 19. Juli jeweils um 20.30 Uhr. Einlass ist ab 18.30 Uhr.

In den vergangenen Monaten haben die Schauspieler, Musiker und Bühnentechniker viel Arbeit in die neuerliche Inszenierung gesteckt. „Unsere Begeisterung ist ungebrochen und wir blicken voller Vorfreude unseren Abenden bei Kult ’15 entgegen“, sagt Thomas Schachner, 1. Vorsitzender der Theatergemeinschaft und Darsteller des Vaters. Das Gasthaus Bernauer in Harpfing konnte die Gemeinschaft wieder exklusiv über Monate nutzen, um an der Dramaturgie des Stückes zu feilen – denn einfach nur einen Abklatsch der letztjährigen Aufführungen will die Truppe nicht abliefern. „Das Stück lebt, wir haben es noch einmal geändert, verbessert, erweitert“, erzählt Regieteammitglied Josef Unterforsthuber.

Die Schnaitseer Eingriffe in die dramaturgischen Murenabgänge des Originals sind so sensibel wie notwendig. Die Schnaitseer sind Ambros gegenüber klar im Vorteil. Der weiß zwar, dass Schifoan des leiwandste is, und dass es der Hofer war vom Zwanzgerhaus. Aber warum der Watzmann ein Schicksalsberg ist, das erklärt er nicht. Kann er nicht wissen. Die Schnaitseer kennen die Sage – und bringen sie als Prolog auf die Bühne. Die Sage vom König Watzmann, dem Erbarmen fremd ist, der die Bauern drangsaliert und mit seiner wilden Jagd die Ernte vernichtet. Als sich ihm ein geschundener Bergbauernbub entgegenstellt, lässt er ihn, seinen Vater und die Schwester niedermetzeln. Die Mutter aber überlebt und verflucht den Watzmann. Seither ist der König ein kalter Bergriese, der den kargen Rest seiner Macht dazu nutzt, Wanderer in den Tod zu locken. Diese Vorgeschichte zum eigentlichen Ambros-Werk erzählen die Schnaitseer in ihrem Stück – und die Sache wird rund.

„Hollareidulliöh“, schallt‘s von der Höh. Bedrohlicher und Unheil verkündender denn je tönt es durch die Schluchten ins Tal. Und sogar die beiden Knechte, nicht gerade die hellsten Sterne am Himmel über dem Königssee, wissen sofort: Der Berg verlangt wieder nach einem Opfer. Dunkle Wolken brauen sich zusammen, ein Gewitter zieht auf. Doch es ist kein gewöhnlicher Sturm, der um den Hof des Bauern tobt. Dem Buam des Bauern gilt der Donner. Er ist es, den er sich diesmal holen will. Aber noch hat er ihn nicht in seinen eisigen Klauen. Noch einmal war das Flehen des Vaters von Nutzen – oder waren es doch die Gebete der verängstigten Weiberleut? Aber der Berg hat kein Einsehen. Er schickt dunkle Wolken und die Gailtalerin tut das Übrige, um den Buam auf den Berg zu locken. Denn der will sein Opfer und diesmal gibt es kein Halten mehr. Wen er einmal gerufen hat, den holt er sich auch – der Watzmann.

In der Kritik zur Inszenierung im vergangenen Jahr hieß es: „Das pralle, das volle, das schöne, das greislige Leben. Ein Drama, ein saukomisches Drama, huraxdax, pack’s bei da Hax. Die Theatergemeinschaft Schnaitsee lässt’s wieder mal krachen. So ein Spaß!“

Karten für „Der Watzmann ruft“ gibt’s im Vorverkauf in den Scherer-Frischemärkten in Schnaitsee, Waldhausen, Trostberg, Tacherting, Engelsberg und Gars, im Autohaus Hauer in Schnaitsee, Tel. 08074/9158075, in allen Geschäftsstellen der Kreis- und Stadtsparkasse Wasserbur.

fal

 

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