Der „bayerische Oscar“ geht nach … Unterreit!

Für Musical: Theaterbühne gewinnt den begehrten Preis „Larifari“

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Preis 1Unterreit – … und der „bayerische Oscar“ geht nach … Unterreit!  Der „Larifari“, eine Bronzefigur vom Verband der bayerischen Amateurtheater (VBAT), wurde jetzt vergeben. Von insgesamt 67 Bewerbern aus ganz Bayern gab’s vier Gewinner, darunter die Theaterbühne Unterreit e.V. mit dem selbst inszenierten Musical „Noah“. Manchmal schreibt das Leben so seine eigenen Geschichten. Andreas Bernhard schreibt sein erstes eigenes Musical, findet in Unterreit Gleichgesinnte, gründet einen Theaterverein und gewinnt damit auf Anhieb den begehrten Amateurtheaterpreis …

Und darum geht’s: Die Menschheit hat aus der letzten Sintflut wohl nichts gelernt… Engel Susi wird deshalb von Petrus auf die Erde geschickt, um eine neue Sintflut vorzubereiten. Ein Mann namens Noah soll, wie beim letzten Mal, der Retter der Menschheit werden. Susi sucht ihren neuen Schützling auf, um ihm den Bau einer Arche anzuschaffen. Doch weder Susi noch Petrus ahnen, wie schwierig es inzwischen geworden ist, eine Arche zu bauen. Es ist schon schwer genug, Noah von der Sintflut zu überzeugen. Als jedoch die Behörden auf den Bau der Arche aufmerksam werden, fangen die Probleme erst richtig an.

Doch damit nicht genug. Es sind auch andere Organisationen daran interessiert, ihre Interessen zu vertreten. Tierschützer, Naturschützer und Andere machen Noah das Leben schwer. Auch der Umstand, dass Susi noch eine Frau für Noah finden muss, bringt zusätzliche Probleme. Kommt es erneut zur Vernichtung der Menschheit? Kann die Arche rechtzeitig fertiggestellt werden? Oder findet das Ganze doch noch ein glückliches Ende? Mitreißende Boogies, träumerische Balladen, Gospels und viele andere Lieder verschiedener Musikstile umrahmen die Geschichte.

Auch zahlreiche Ehrengäste waren zur Preisverleihung in die Mehrzweckhalle ins allgäuische Martinszell gekommen. So konnte Horst Rankl (Präsident des bayerischen Theaterverbands), den Schirmherrn der Verleihung, Karl Michael Scheufele (Regierungspräsident von Schwaben) begrüßen. Ebenfalls nach Martinszell gekommen war Dr. Ulrich Netzer, Präsident des Sparkassenverbands Bayern, der den Gewinnern jeweils einen Scheck im Wert von 500 € überreichen durfte. Auch Vertreter des  Bayerischen Fernsehens waren da.

Die Theaterbühne Unterreit e.V. hatte sich um diesen Ehrenpreis mit dem selbst inszenierten Musical „Noah“ beworben und konnte damit die fünfköpfige Jury des VBAT begeistern.

Theaterwissenschaftler und Regisseur Markus Bassenhorst, der der Theaterbühne Unterreit den Preis überreichte, begann seine Laudatio mit der Frage: „Wann haben Sie das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht?“  Diese Frage zielte darauf ab, dass der Regisseur des Stücks, Andreas Bernard, der beruflich nicht im Theaterbereich arbeitet, den Mut hatte, etwas zum ersten Mal zu versuchen: nämlich  ein Musical zu schreiben und diverse Freizeitsänger und Amateurschauspieler aus Unterreit dafür zu begeistern einen Theaterverein zu gründen und dieses Stück mit ihm zusammen zu inszenieren.

Andreas Bernard schaffte es, so Bassenhorst in seiner Laudatio, „eine satirische Komödie zu arrangieren, die herrschende Missstände auf´s Korn nimmt und dies in eine charmante, leicht märchenhafte Handlung einbettet“.

Zusammen mit elf enthusiastischen Spielerinnen und Spielern wurde „Noah“  2013 in Au am Inn zum ersten Mal uraufgeführt. Zehn gut besuchte Aufführungen in Au am Inn und Bruckhof folgten. Auch 2014 wurde das Stück noch elfmal erfolgreich in Schnaitsee und Kraiburg gespielt. Überzeugt hatte die Jury des bayerischen Amateurtheaterverbandes der gelungene Theatertext, der amüsant und beißend zugleich die Bürokratie unserer Tage ins Visier nimmt, wie der Theaterwissenschaftler Bassenhorst es treffend sagte. Was außerdem gefiel, war der gelungene Wortwitz und eine klare Dramaturgie. Mit diesem Stück sei der Theaterbühne etwas gelungen, was das Amateurtheater so wertvoll und manchmal auch mächtig machen kann – nämlich: gesellschaftliche Relevanz.

Er lobte auch die musikalischen Partien, da alle Spielerinnen und Spieler live und auf einem Niveau, das für eine just gegründete Truppe bemerkenswert ist, sangen. Ebenso überzeugte die Jury die Spielfreude der Darsteller.

Bassenhorst schloss seine Laudatio mit den Worten: „Wer die Welt des Amateurtheaters betritt, macht vieles zum ersten Mal. Dass dabei so schnell solch wunderbare Ergebnisse sichtbar werden, ist nicht selbstverständlich, so dass die heutige Ehrung umso verdienter ist.“

Quelle: Theaterverein Unterreit  – ws

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