Daumen hoch für die Studenten und Selecta

Hochschule Rosenheim mit Studie für Edlings Spielzeughersteller

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SelectaEdling – Was kommunizieren? Und wie? Diese Fragen stellen sich viele Unternehmen in Zeiten von „Shitstorms“ in sozialen Medien, kritischen Konsumenten und sonstigen Spannungsfeldern. Dass sich Ehrlichkeit in der Marketing-Kommunikation bewährt, bewiesen Studierende der Betriebswirtschaft an der Hochschule Rosenheim in einer Projektstudie. Für den Holzspielzeughersteller Selecta aus Edling entwickelten sie Kommunikationskonzepte und kreative digitale Ideen – die sowohl on- als auch offline Wirkung zeigen.

Dass es sich um ein reales Projekt handelt, merkten die Studierenden bald: Nicht eingeplant, aber für die Vorbereitung auf die spätere Berufspraxis spannend, waren die Schlagzeilen eines deutschen Testinstituts mit negativen Ergebnissen bei Holzspielzeug, die während der Projektlaufzeit aufkamen. Hier galt es, schnell zu reagieren. Die Studierenden empfahlen: proaktive Stellungnahme und Transparenz in den sozialen Medien – entsprechend der „Nettiquette“ (Umgangsformen im Social Web), die sie für den Spielzeughersteller entwickelten.

 

Digital Marketing

„Von Fans, Händlern und dem Deutschen Spielwarenverband gab es dazu nicht nur mit ‚Daumen hoch‘ positives Feedback“, so Anja Kurz, Selecta-Marketingleiterin und selbst ehemalige Betriebswirtschaftsstudentin im Schwerpunkt Digital Marketing der Hochschule Rosenheim. „Mit Hinweisen auf unsere durch andere Institute bestätigte Qualität konnten wir erfolgreich einer Krise vorbeugen und Vertrauen bei unseren Kunden vertiefen.“

Während der Projektlaufzeit nahmen die 15 Studierenden in vier Teams den Auftritt der Marke Selecta im Internet unter die Lupe – aufbauend auf eigenen Situationsanalysen des Makro- und Mikroumfelds des kompletten Unternehmens sowie der daraus abgeleiteten relevanten Nutzenversprechen (USPs). Die Teams testeten sowohl die Unternehmenswebseite und Social Media-Auftritte als auch die Kommunikation über das Unternehmen und seine Produkte in Foren, Blogs, Communities etc.

Selecta 2Geprüft wurde auch die Verbesserung der Auffindbarkeit von Selecta-Produkten in Suchmaschinen. Erste Maßnahmen zur Optimierung setzen die Studierenden bereits während des Projekts um. „Schnell war klar, dass wir mit unseren Ideen eine Steigerung der Markenbekanntheit erreichen und die Produkte durch eine emotionalere Ansprache attraktiver für den Kunden darstellen können. Transparenz und auch ein proaktiver Umgang mit kritischen Situationen sind dabei äußerst wichtig“, so Studentin Sandra Lorenz.
Als Ergebnis präsentierten die vier Studierenden-Teams ihre Kreativstrategien und einen Mix aufeinander abgestimmter digitaler Kommunikationsmaßnahmen – so ließ ein Team die Holzspielzeug-Figuren als Maskottchen auf der Webseite und in den sozialen Medien „sprechen“, ein anderes baute auf ein „Geschichten-Haus“, um strukturiert Information zu Produkten und rund ums Unternehmen anzubieten.

Mit einer optimierten Händlersuche auf der Unternehmenswebseite und einer Voting-Aktion „Lieblingshändler“ wurde dem Wunsch von Selecta nach einem partnerschaftlichen Umgang mit den Einzelhändlern Rechnung getragen, die ebenfalls Nutzen aus der Professionalisierung der Online-Aktivitäten des Herstellers ziehen sollten.

Ein kreativer Austausch

Digital Marketing-Professorin Dr. Janett Höllmüller freute sich besonders, dass die Studierenden viele Ideen zum „Storytelling“ einbrachten: „Die Besonderheiten von Selecta wie Hochwertigkeit und Nachhaltigkeit der Produkte, der spezielle didaktische Ansatz und die Glaubwürdigkeit der Unternehmenstradition lassen sich der Zielgruppe der Eltern und Großeltern hervorragend über Geschichten vermitteln. Der Dialog mit der Zielgruppe kann dadurch angestoßen und intensiviert werden. Das Herz der Marke wird so auf besonders involvierende Art und Weise vermittelt, Kundenbeziehungen werden gefestigt.“

„Die Studierenden waren wie Profis am Werk. Es war toll zu beobachten, wie sie sich in die Kommunikations- und Markenwelt unseres Unternehmens eingearbeitet und diese wesentlich weiterentwickelt haben. Der kreative Austausch und die anregenden Diskussionen werden bei uns im Unternehmen noch lange Wirkung haben“, so Selecta-Vorstand Matthias Menzel. Die Umsetzung der Ideen läuft bei Selecta bereits auf Hochtouren und soll in einem interdisziplinären Folgeprojekt mit Studierenden der Informatik an der Hochschule Rosenheim weitergeführt werden.

Foto ganz oben: Direkter Austausch mit dem Unternehmen: Studierende und Prof. Dr. Janett Höllmüller diskutieren mit Selecta-Vorstand Matthias Menzel in Edling.

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