CSU will für die Bauern kämpfen

Lage dramatisch - MdB Ludwig redet mit Landwirten - „Familienbetriebe unersetzlich"

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ludwig

Landwirt Anton Maier bezeichnet die Lage der Bauern als dramatisch: „Uns sind die Märkte weggebrochen. Wie wir das alles schaffen, weiß ich nicht. Viele werfen schon jetzt geistig das Handtuch.“ Die CSU will nun auf allen politischen Ebenen für den Erhalt der bäuerlichen Familienbetriebe kämpfen. Das betonte mdB Daniela Ludwig jetzt bei einem Gespräch mit Bauern aus dem Landkreis in Prutting. „Dabei geht es nicht nur um die Probleme Milchpreis oder Biomasse. Wir wollen in den Köpfen der Menschen wieder verankern, dass wir diese unersetzlichen Betriebe für nachfolgende Generationen erhalten müssen“, so Ludwig. Die Landwirtschaft sei aus ganz Deutschland nicht wegzudenken und gerade in Bayern und in der Region Rosenheim von Familienbetrieben geprägt.

„Eine Million Menschen in Deutschland erzeugen in 270.000 landwirtschaftlichen Betrieben Produkte im Wert von 50 Milliarden Euro im Jahr. Die Landwirte sind es, die uns mit hochwertigen Nahrungsmitteln versorgen.“

Auf unserem Foto von links: MdB Daniela Ludwig, der Kreisvorsitzende der AG Landwirtschaft Josef Paul, die Vorsitzende der CSU-Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft Marlene Mortler, der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes Josef Bodmaier, Kreisbäuerin Rosalinde Riepertinger.

Auch wenn es noch Probleme wie den fallenden Milchpreis gibt: „Die CSU hat auf Bundesebene Erfolge erzielt, weil wir hart geblieben sind für unsere Bauern“, betonte Marlene Mortler. “Insbesondere beim Energie-Einspeisungs-Gesetz (EEG) haben wir erreicht, dass Biomasseanlagen eine wirtschaftliche Perspektive haben. Das gilt auch für kleine Bestandsanlagen. Ohne die CSU wäre hier gar nichts möglich gewesen.“

In der Diskussion mit den Landwirten und Verbandsvertretern war der Milchpreis ein zentrales Thema. „Auch hier hat die CSU beim Milchgipfel in Berlin einiges durchgesetzt“, so Daniela Ludwig. „So zum Beispiel, dass der Bund die Zuschüsse der Landwirtschaftlichen Unfallversicherung um 78 Millionen auf 178 Millionen erhöht. Die Entlastungswirkung bei den Versicherungsbeiträgen steigt 2016 von 20 auf 36 Prozent.“

Die Bundesregierung wird sich außerdem dafür einsetzen, dass die EU in einem zweiten Hilfspaket die europäischen Liquiditätshilfen fortsetzen wird.

Dennoch ist das Problem Milchpreis noch nicht gelöst. „Wir haben noch keine Patentlösung gefunden“, erklärte der Kreisvorsitzende der AG Landwirtschaft Josef Paul. „Kurzfristige Mengenbeschränkungen sind ebenso keine Lösung wie ein freiwilliger Lieferverzicht.“

Paul schlug vor, ein Versicherungsmodell aus den USA zu prüfen. „Wenn der Preis pro Liter unter 35 Cent fällt, greift hier die Versicherung. Man könnte aber auch über Abschlachtprämien nachdenken.“

Der Kreisobmann des Bauernverbandes Josef Bodmaier schlug ein anderes Modell vor. „Bei Ausgleichszahlungen für Milchviehbetriebe wäre es vielleicht einfacher, Prämien nach Anzahl der Kühe zu zahlen, und zwar gestaffelt. So sollte ein Viehhalter mit 30 Tieren mehr bekommen als einer mit 60 Tieren, und ab 240 Kühen ist es dann vorbei mit den Zahlungen. Das wäre eine elegante Lösung.“

Ein weiterer Wunsch der Landwirte war es, die Regelungen bei den Bergbauern auszuweiten. Hier könne man die Gemarkungsgrenzen in den Gemeinden ändern, so dass mehr Landwirte in den Genuss einer Förderung kämen. Die Bauern wiesen darauf hin, dass das Exportverbot nach Russland einen Anteil an der Krise beim Milchpreis habe.

Marlene Mortler und Daniela Ludwig betonten, dass die CSU gemeinsam mit den Landwirten nach einer Lösung beim Milchpreis suchen wird. „Sie haben uns wertvolle Vorschläge mit auf den Weg gegeben“, sagte Mortler. „Wir werden in Klausurtagungen im September intensiv diskutieren, was der beste Ansatzpunkt ist.“ Daniela Ludwig versprach, den Dialog mit den Bauern fortzusetzen. „Es ist der CSU und mir persönlich ein Herzensanliegen, dass wir unsere bäuerlichen Familienbetriebe auch in Zukunft unterstützen.“

 

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12 Gedanken zu „CSU will für die Bauern kämpfen

  1. Fängt das schon wieder an mit den armen Bauern. Wenn ich durch die Gegend fahre, sehe ich fast nur wieder, dass Mais angebaut wird.

    Und ich bezweifle stark, dass dieser als Futtermais durchgeht.

    Ausserdem soll mir doch Frau Ludwig erklären, warum der normal sterbliche Steuerzahler für die Bauern aufkommen soll, weil die Biogasanlagen nicht mehr den Gewinn abwerfen? Dass ich keine Antwort von Frau Ludwig erhalten werde, ist mir schon klar.

    Das gleiche Thema ist die Milch, die Idee mit der Versicherung ist nicht schlecht, die muss aber das landwirtschaftliche Unternehmen selber bezahlen und nicht der Steuerzahler! Ich höre die Bauern jetzt schon schreien, dass das nicht geht.

    Dann stellt sich mir die nächste Frage, wenn es den Bauern so schlecht geh,t wie kann es dann sein, dass dermaßen große und teuere Traktoren (mit grünen Nummernschildern, versteht sich) auf den Straßen sind?

    Wie schon des öfteren (auch von mir) geschrieben worden ist, sind die landwirtschaftlichen Betriebe selbständig und auch für ihre Rentabilität selbst verantwortlich. Ich kenn keine andere Branche, die so verhätschelt wird, wie die Landwirte.

    Das hat jetzt nichts mit der Arbeit oder den Leistungen der Bauern zu tun. Klar ist das ein Sieben-Tage-Job – was sie aber von Anfang an wussten.

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    1. Die Milchpreislüge:
      Warum redet niemand von den EU-Flächenprämien, die die Landwirt jedes Jahr bekommen?

      Kaum einer bekommt unter 10.000 EUR – allein für den Besitz der Fläche – da muss man nicht mal was produzieren – es reicht, dass man die Fläche besitzt.

      Je mehr den Bauern für die Milch gezahlt wird, um so mehr Kühe stellen sich die Bauern in den Stall und um so mehr suchen die Bauern nach weitern Möglichkeiten, die Kühe auszubeuten.

      Irgendwie haben die Bauern diese Preise schon verdient.

      Immerhin bekommen sie auch ohne Produktion EU-Zuschüsse für Flächen.
      Das verschweigen die Bauern gerne.

      Für diese hohen Zuschüsse könnte man von den Bauern schon erwarten, dass sie ihre Kühe auch wie Mitgeschöpfe behandeln.
      Warum nehmen die Bauern den Kühen die Kälber sofort nach der Geburt weg?

      Damit es wenig Arbeit macht und damit die Kälber bald auf Milchaustauscher umgestellt werden können, also möglichst viel Milch der Kuh verkauft werden kann?

      Allein diese Ausbeuterei zeigt, dass Bauern nicht weniger gierig sind, als all die übrigen Manager dieses Landes.

      Es ist ganz gut, dass die Milchpreise so niedrig sind, da es sich damit für immer weniger Bauern lohnt, die Kühe auszubeuten.

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      1. Zitiere:
        „Für diese hohen Zuschüsse könnte man von den Bauern schon erwarten, dass sie ihre Kühe auch wie Mitgeschöpfe behandeln.
        Warum nehmen die Bauern den Kühen die Kälber sofort nach der Geburt weg?“

        Ganz Ihrer Meinung.

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  2. Kann mich nur den Kommentaren von Evi und Roland anschließen.

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  3. Hey – also ich finde es schon sehr bemerkenswert, wenn man sagt, da fahren viele Traktoren rum, dann muss es den Bauern gut gehen. Ich finde, man sollte erst mal so ’nen Arbeitstag eines Bauern miterleben. Die haben weder um 17 Uhr Feierabend, noch haben Bauern am Sonntag frei.

    Ich bin selbst kein Bauer, aber meinen höchsten Respekt an alle Landwirte hier in der Umgebung. Daumen hoch …

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  4. @ Roland und Evi,
    wenn man keine Ahnung hat sollte man seine ****** halten.
    Ich kenne sehr viele Bauern, die vorbildlich mit ihren Tieren umgehen und jeder würde gerne wieder auf 20 Kühe umstellen, wenn er davon leben könnte.
    Zu den Traktoren und Maschinen:
    Soll der Bauer wie vor 50 Jahren mit einem 16 PS Eicher und Holzanhänger aufs Feld Fahren? Auch der primitive Bauer muss mit der Zeit gehen. Der Schreiner oder Metallbauer hat für eine halbe Million eine CNC gesteuerte Fräse in der Werkstatt stehen, und keiner sagt was dagegen , nein das ist dann ein Vorzeigebetrieb.
    Der Mechaniker hat seine Werkstatt in einem Glaspalast , aber egal dann kostet der Audi halt mal 60.000€ kein Problem.
    Welche Milchprodukte kauft Ihr denn alle? Milch für 49 Cent?
    Nein natürlich nicht, die Antwort kenn ich doch schon!
    Der Bauer hat sich seinen Beruf selber ausgesucht, klar, aber hätte er einen anderen Weg eingeschlagen hätte vermutlich der Betrieb seiner Eltern, der über viele Generationen aufgebaut wurde schließen müssen. Der Landwirt macht auch unsere schöne Landschaft aus, damit trägt er auch eine soziale Verantwortung. Nicht nur der freiwillige Flüchtlingshelfer ist ein Held, nur weil es gerade schick ist.
    Die landwirtschaftlichen Subventionen, gehen zum größten Teil an Molkereien, Klöster und Kirchen. Flughäfen usw. erhalten Millionen vom Steuerzahler wegen den vielen Flächen. Der größte Empfänger ist übrigen “ von Turn und Taxis “ , und nicht der Bauer im eigenen Dorf.
    Ich wünsche den Bauern viel Kraft gegen solche Menschen wie Roland und Evi.

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    1. BaFe ich muss dir widersprechen.
      Ich hab sehr wohl Ahnung.
      Ich kenne die Buchhaltung vieler Betriebe.
      Ich weiß, dass die landwirtschaftlichen Betriebe hier in der Region größtenteils durch die EU Zuschüsse haben.
      Wie oben dargestellt, im Landkreis RO gibt es fast keinen landwirtschaftlichen Betrieb der weniger als 10.000 EUR pro Jahr allein an EU Flächenprämie erhält.
      Natürlich erhalten Thurn und Taxis und andere Großgrundbesitzer 100 Tausende pro Jahr – aber das ändert nichts an der Tatsache, dass auch die heimischen Bauern sehr viel von der EU erhalten – viele Betriebe zwischen 15.000 und 50.000 EUR pro Jahr. FÜR DIE FLÄCHE – OHNE HIERFÜR WAS PRODUZIEREN/ARBEITEN ZU MÜSSEN.

      Das mit der vielen Arbeit ist längst überholt !
      Auch wenn die Betriebe mit Viehbestand 7 Tage arbeiten – glaub mir: Es ist sichere nicht mehr Arbeit als die eines ganz gewöhnlichen Arbeiters – aber wesentlich einträglicher – und wesentlich selbst bestimmter.

      Einen landwirtschaftlichen Betrieb mit einer Schreinerei zu vergleichen ist unpassend.
      Weil eine Schreinerei und jeder andere mittelständische Betrieb hier in Bayern – im Gegensatz zu den landwirtschaftlichen Betrieben – 0,0 EUR Zuschüsse erhält und nur vom Verkauf seiner Erzeugnisse lebt. Also genau das Gegenteil von den landwirtschaftlichen Betrieb – der nur wegen der Zuschüsse und sonstigen vielen Vergünstigungen ein einträgliches Einkommen hat.

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      1. @ Evi,
        dann sitzt du also beim landwirtschaftlichen Buchführungsdienst im Büro/ Vorzimmer
        und weist wie viel oder lange ein Bauer arbeitet!
        Klar!
        Da sieht man auch wie oft der Bauer in Urlaub fährt, oder sonst sein Geld für Luxusgüter ausgibt, oder.
        Von den Auflagen die mit den Subventionen verbunden sind , die den Bauern zu teuren Maschinenausgaben zwingt wird auch nicht geredet.
        Die Gülleausbringung die mit vielen Auflagen besetzt ist zwingt den Bauern jetzt dann zu einem fast 100.000€ Güllefass.
        Die Grünflächen an den Straßen entlang die wirtschaftlich unproduktiv sind, auch ein Zwang vom Gesetzgeber.
        Ach und ich bin übrigens immer noch kein Bauer.

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      2. Busch Albert

        Liebe Evi , es freut mich hier jemanden mit Ahnung in der Diskussion zu haben, können Sie mir stichhaltige Quellen für Ihre Ausführungen nennen ?

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        1. Die Evi müßte dann ja wissen wie hoch der Anteil der EU Zahlungen am Betriebsgewinn sind. Und da müssen dann ja noch Einkommenssteuern bezahlt werden.Was meint die Evi? die zahlen doch keine Steuern! Also kein Gewinn. Aber vom Gewinn muß ja noch die Altersversorgung und die Krankenkasse bezahlt werden. Ja wie soll das denn gehen? Wartet mal wenn in 8 Jahre ein Vulkan ausbricht und 2021 der Winter bis Ende Mai dauert. Und es wächst einfach nichts. Dann kommt der Roland und stiehlt den Bauern die Kartoffeln vom Feld .Wetten!

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    2. @BeFe
      ich finde es ganz intressant, wie Sie sich selber wiedersprechen. Natürlich dürfen sich die Bauern ihre Träker kaufen, habe ich kein Problem aber für die Kosten müssen Sie auch aufkommen, wie eben auch Ihre besagter Mechaniker. Dieser bekommt übrigens keine zuschüsse und wenn er nicht rentabel ist bleibt ihm nichts anderes übrig als in den konkurs zu gehen und haftet in der regel mit seinem privatvermögen wie jeder andere Firma auch wenn diese Personenbezogen ist.
      Klar kann der Bauer seine Förderungen haben und was kriege ich fürs nichts tun? Den die Förderungen sind oft dafür dar, dass die Flächen brachliegen und nur zweimal im Jahr gemäht werden. Sie werden lachen das geht auch mit 16 PS und auch der Holzanhänger tut es für die Jauche mit der das Grundwasser gerne ungenissbar wirt weil es einigen Bauern sch…..egal ist was mit der Natur geschieht.
      Und meinen komentar bitte richtig lesen ich habe nie von der Tierhaltung gesprochen!
      @Meckermann
      zum einen klaue ich nicht und wenn ich hier in der gegend etwa Kartoffeln vom Feld klauen will würde ich hier verhungern. Da hier fast nur Mais für die Biogas anlagen angebaut werden. Die drei Rogen- bzw. Weizenfelder können sie suchen.
      Somit stelle ich wieder die Frage warum sollen wir die Bauern die Ihren eigenen Betrieb in einer Kriese (die keiner bestreiten wird) die durch die eigene Unfähigkeit wirtschaftlich zu denken auch noch mit Steurmitteln extra fördern? Das ist in meinen Augen wie „Perlen vor die Säue werfen“.
      Außerdem habe ich die Arbeit der Bauer nie in zweifelgestellt die Sie in Ihren Betrieben machen sondern nur Ihre kaufmänische Qualifikation.

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  5. Um was geht es euch eigentlich? Wer essen will braucht die Landwirtschaft oder jeder produziert sich seine Nahrung selber. Von daher ist es mir total egal wieviel subventionen die Bauern bekommen und bei den Summen (10.000Euro, lächerlich, da brauche ich als normaler Arbeiter im Jahr mehr) die hier genannt wurden scheint mir das sogar noch viel zu wenig zu sein. Fair und Nachhaltig müssen Gelder verteilt werden was natürlich Konsens sein sollte. Natürlich könnte man die Subventionierung der Landwirtschaft streichen, eine bereits geschehende Liberalisierung fortsetzen und die Produktion unsere Nahrungsmittel gänzlich den Marktgesetzen unterwerfen, aber dann wollen wir mal sehen wieviele sich dann wieviel Essen im Jahr leisten können. Dass natürlich der kleine Bauer mit den großen Bauern im Norden beispielsweise, der ganz andere Massen produzieren kann nicht mithalten mag, ist ja irgendwie auch logisch. Zumindestens predigen ja alle dass Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit alternativlos sei und diejenigen Parteien die dies vertreten werden ja auch regelmäßig bestätigt (die CSU ist da natürlich ganz vorne mitdabei, das hat MdB Ludwig wohl vergessen zu erwähnen). Ich jedenfalls neide den Bauern weder eine Subvention noch die Arbeit und bin froh, nicht selbst mein Obst, Gemüse und Fleisch herstellen zu müssen. Da gebe ich gerne zu so bequem zu sein, lieber nur einkaufen zu gehen. Was mir aber noch viel lieber wäre ist, dass wir gut ausgebildete Leute in der Landwirtschaft haben die wissen was sie tun.

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