Böller und Haberer: Laut und Spektakulär

180 Böllerschützen schießen Jubiläum an – Haberer ziehen lautstark ins Festzelt

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Boeller und Haberfeldtreiben 001_kSt. Leonhard –  „Ohren zuhalten und durch“ – so hieß es für die vielen Zuschauer beim ersten Gauböllertreffen in Gumpertsham im Rahmen der Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen des Schützenvereins „Stiller Winkel“ St. Leonhard. Dabei war aber nicht nur was für das Gehör geboten, sondern auch für das Auge. Über 180 Böllerschützen marschierten zu den Klängen der Musikanten der „Der kloa Blasmusi“ auf ihre Poition im abgesteckten Feld am Bierzelt. Ein eindrucksvolles Bild.

Zu den Böllerschützen kamen auch noch die beiden Kanonen aus Griesstätt und Schonstett. Auf Kommando wurden die Böller geladen und dann ging´s los. Nachdem ersten gemeinsamen Schuss startete die Schützen einmal von der einen, dann von der anderen Seite, dann abwechselnd und dann noch ein Doppelschlag – einfach bombastisch und einmalig. Da waren sich sogar die Böllerschützen selber einig: „In so einer großen Gruppe waren wir noch nie unterwegs.“

Die Zuschauer dankten es den Schützen, zu denen auch eine Gruppe aus Frankfurt gehörte. Nach getaner Arbeit zogen die Schützen ins geschmückte Festzelt ein. Schützenmeister Martin Soller freute es, dass so viele Böllerschützen zum ersten Gautreffen gekommen waren. Bürgermeister Josef Huber zapfte dann unter der Mithilfe von Michi Strauß und Christian Eder das erste Fass Festbier an. Es klappte vorzüglich und so schmeckte dann auch das Bier.

Haberermoaster 039Noch einmal wurden an diesem spektakulären Abend die Hörnerven im vollen Zelt beansprucht. Mit Ratschen, Schüssen einer großen Windmühle, Fackeln und weiteren Krachmachern zogen über 20 Haberer ins Zelt ein. Haberermeister Sepp Mayer wurde von über 20 dunklen Gesellen begleitet.

Auf der Bühne, unterstützt von zwei Fackelträgern, entrollte der Haberermoaster seine lange Schriftrolle mit unzähligen lustigen Vorfällen, mit peinlichen  Verfehlungen und mit triefenden Fettnäpfchen, in die gar mancher getreten war. Er machte nicht halt vor scheinbar unbescholtenen Bürgermeistern, scheinbar treffsicheren Schützen, vor angelnden Festwirten oder vor ganzen Feuerwehren, Schützenvereinen oder Wattrunden. Im Namen Kaiser Karls vom Untersberg, dessen Gesellen die Haberer sind, stocherte der Moaster in Wunden: „Wei noad tuat´s, des is g´wies.“

Wenn der Zenger Willi und der Blumoser Hans mit drei Kritische verlieren, dann gehören sie in einen Wattkurs. Oder wenn der Oberbiogaser Friedlhuber ein so großes Odelfass, noch dazu ohne GPS hat, dass er die Stromleitungen umrennt und das ganze Dorf vom Strom abschneidet, oder die Mittergarser Feuerwehr auf Taubenjagd auf der Garser Innbrücke geht, dann muss getrieben werden. „Is’s wahr?“ fragt er seine Gesellen. Und mit tosendem Gebrüll folgt die Antwort: „Wahr is’s“.

Natürlich hatte er auch Bürgermeister Sepp Huber auf der langen Rolle: „Wenn die Straße zu Bürgermeisters Pappelplantage von der Gemeinde bezahlt wird und oft Beschlüsse des Rates versanden, dann muss da schon mal ein Haberfeldtreiben her.“ Und auch der Ameranger Bürgermeister Gust Voit wurde nicht verschont: „Da haben wir noch eine Rechnung offen. Nach unserem letzten Auftritt im Hoheitsgebiet Amerang wurden wir getadelt, dass wir doch die Beiträge vorher mit ihm absprechen sollten. So geht das nicht. Liebe Herren Kommunalpolitiker – ihr müsst schon auch Kritik einstecken können – vor allem von uns Haberern.“

Mit viel Applaus wurden die dunklen Brüder mit ihren rußgeschwärzten Gesichtern wieder verabschiedet und bis weit nach Mitternacht wurden die Begebenheiten mit viel Schmunzeln noch einmal bei einer frischen Maß durchdiskutiert. UK/JU

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