Bio-Gemüse zum Nulltarif für alle

Zwei Helden des Alltags: Tom und Max Bachmaier und ihr Projekt in Bad Aibling

image_pdfimage_print

bioSechs lange Jahre haben die beiden Cousins Tom (links) und Mäx Bachmaier ausprobiert. Sie haben angepflanzt, geerntet, wieder untergegraben, ausgesät und wieder geerntet – so lange bis sie endlich die für sie richtige Methode des Gemüse-Anbaus herausgefunden haben. Stets getrieben von einem Ziel: Die Bürger der Region sollen die Möglichkeit haben, Obst und Gemüse, das hier angebaut wird, umsonst zu bekommen. Und das in Bio-Qualität. Deshalb haben sie nun den Verein „Gemeinschaftsgärten Bad Aibling e.V.” ins Leben gerufen. Beispielhaft – unser Portrait …

Bei der ersten Vorstellung des Vereins beschreiben die Beiden noch einmal den Grundgedanken ihres Projekts.„Wir sind der Meinung, dass jeder in unserer Gesellschaft ein Grundrecht auf Lebensmittel in bester Qualität hat”, sagen Tom und Max, selbst überzeugte Veganer.

Deshalb bauen sie schon seit längerem auf einem von der Stadt gepachteten Grundstück in Bad Aibling Bio-Gemüse an. Als Dünger und Erde nehmen sie Mulch. Der zersetzt sich mit der Zeit und bietet den Pflanzen dann eine nährstoffreiche Grundlage zum Wachsen. Weiterer Vorteil: Dieser Untergrund ist ein hervorragender Wasserspeicher. Ständiges Bewässern entfällt hier.

Warum aber haben sie nun diesen Verein gegründet? „Das hat mehrere Gründe”, erklärt Tom Bachmaier. „Zum einen wollen wir nach außen demonstrieren, dass wir an keinerlei Profit interessiert sind – alles soll gemeinnützig sein.” Und Mäx fügt hinzu: „Außerdem bekommt man als Verein mehr Gehör bei den Verantwortlichen der Stadt.”

Dies wird auch praktisch umgesetzt werden: Ein Gespräch mit Bürgermeister Felix Schwaller über die Verpachtung weiterer städtischer Grundstücke steht an. Denn das ist keine Frage: Soll das Projekt der Gemeinschaftgärten mal so richtig ins Rollen kommen, dann brauchen Tom und Mäx Platz.

Bei den Gemeinschaftgärten soll sich jeder, der Lust auf eigenes Bio-Gemüse hat, einbringen können. Jeder kann und soll mitarbeiten auf dem Feld, Gemüse anbauen und ernten. Eine Mitgliedschaft im Verein ist erwünscht, aber nicht Bedingung.

Tom: „Uns ist jemand lieber, der tatkräftig vor Ort mithilft – als jemand, der nur seine Unterschrift auf den Mitgliedsantrag setzt.”  Für alle Interessierten: Die Mitgliedschaft bei „Gemeinschaftsgärten Bad Aibling e.V.” kostet nichts. Der Verein finanziert sich rein aus Spendengeldern. Wer wann wieviel spendet, das bleibt jedem selbst überlassen. Eine weitere Besonderheit: Jeder Spender bleibt anonym. Neid und schlechtes Gewissen sollen dadurch ausgeschaltet werden.

Die aktive Arbeit soll schon in wenigen Wochen losgehen – das Frühjahr steht vor der Tür. Auf den bereits bestehenden Grundstücken auf den Höhen Bad Aiblings wird dann wieder gesät und Mulch ausgebracht. Viele neue Grundstücke sollen dann noch dazu kommen.

Nachahmen empfohlen

Mit ihrem Projekt denken die beiden Cousins allerdings noch weiter. „Unsere Vision ist es, dass bald überall in der Region, in Deutschland und auch weltweit derartige Gemeinschaftsgärten entstehen”, sagt Tom Bachmaier.

Dabei schwingt auch die Hoffnung mit, dass die Ernte in Bad Aibling mehr als genug abwirft.  „Übrige Lebensmittel von unseren Grundstücken wollen wir dann an Tafeln weiter geben und in naher Zukunft auch in Krisengebiete transportieren, wo Menschen Hunger leiden”, erzählt Mäx Bachmaier.

Das sei zwar alles noch Zukunftsmusik, doch angetrieben von der festen Überzeugung, dass weltweiter Hunger nicht sein muss und dass Menschen, wenn sie nur selbst die Dinge in die Hand nehmen, das ein Stück weit verändern können, behalten die beiden ihr Ziel fest in den Augen. Und was sie bisher angepackt haben, hat letztendlich auch meistens geklappt …

Übrigens: Bald ist die Webseite von „Gemeinschaftsgärten Bad Aibling e.V.” online. Wer Interesse hat, an dem Projekt mitzuarbeiten und dem Verein beizutreten oder Ähnliches aufzuziehen –  einfach melden bei Tom Bachmaier unter der Nummer 08061-345 99 72 oder per Mail: GGBadAibling@gmx.de.

af

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.