Bewegender Abschied von Jürgen Steil

Rund 1000 Trauergäste am Grab vom Albachinger „Linner-Kramer"

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steilAlbaching/Wasserburg/Langengeisling – Eine kaum überschaubar große Trauergemeinde (ersten Schätzungen nach waren es rund 1000 Menschen) nahm am Samstag Abschied von Jürgen „Steili“ Steil aus Albaching. Der 36-jährige „Linner-Kramer“ und Mitarbeiter der Wasserburger Forstbetriebe war vergangene Woche bei einem Verkehrsunfall auf der B304 nahe Gabersee ums Leben gekommen. Sechs Geistliche zelebrierten den Trauergottesdienst in Jürgen Steils Heimatort Langengeisling bei Erding.

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Fast einen Kilometer lang war der Trauerzug, der sich von der Langengeislinger Kirche zum neuen Friedhof am Ortsrand bewegte, wo Jürgen Steil gegen 12.30 Uhr schließlich auf dem Gottesacker seine letzte Ruhe fand. Zuvor hatten in einer bewegenden Trauerfeier die beiden Orte Albaching, wo Jürgen Steil seit fast zehn Jahren zuhause und als „Linner-Kramer“ weithin bekannt war, und Langengeisling, wo das Elternhaus des jungen Vaters steht, Abschied von einem ganz besonderen Menschen genommen.

Schon eine Stunde vor der Trauerfeier trafen die Albachinger in Erding ein. Die Feuerwehr, wo „Steili“ Gruppenführer und für die Jugendarbeit zuständig war, die Reservistenkameradschaft, die Vertreter der Gemeinde sowie zahlreiche weitere Vereine waren gekommen, um mit der tief trauernden Familie – Jürgen Steil hinterlässt unter anderem seine Eltern, seine Lebensgefährtin und seine einjährige Tochter – zusammen Abschied zu nehmen.

Besonders bewegend: Vor elf Jahren hatte Jürgen Steil in Langengeisling an selber Stelle einen Nachruf auf einen Freund gesprochen, der bei einem Feuerwehreinsatz ums Leben gekommen war. Der Bruder des damals Verunglückten, Pfarrer Richard Greul, selbst einer der besten Freunde von Steil, war jetzt Hauptzelebrant bei „Steilis“ Beerdigung.

Jürgen Steil wurde 1977 in Erding geboren, erlernte den Beruf des Schreiners, später erfüllte er sich einen Traum und wurde Forstwirt. Die Waldarbeit war sein Ein und Alles, wie nicht nur der Trauerredner der Wasserburger Forstbetriebe, wo Steil seit 2006 ein beliebter Mitarbeiter war, zu berichten wusste.

2005 war Jürgen Steil auf der Suche nach einer Garage für seinen Traktor, den er für seine Arbeit in Wasserburg brauchte – und fand zur Garage noch gleich einen neuen Lebensmittelpunkt: Albaching. Dort renovierte er mit viel Liebe das alte Linner-Anwesen mitten im Ort, wo einst der Linner-Kramer untergebracht war. Doch damit nicht genug: Er reaktivierte den alten Kramer-Laden von Albachings unvergessener Kramerin, der „Linner Kathi“, und verkaufte dort regionale Produkte. Samstag und Sonntag nach der Kirche war seither der Linner-Kramer in Albaching oft Treffpunkt für Alt und Jung.

In Windeseile hatte sich Jürgen Steil in „Oibich“ eingelebt, gewann durch sein fröhliches, freundliches Wesen sehr viele Freunde. Er trat in die Feuerwehr ein, engagierte sich beim Theaterverein und war im Ort stets mit Rat und Tat zur Stelle, wenn er gebraucht wurde.

Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf die Langengeislinger und die Albachinger da die Nachricht vom frühen Tod des beliebten jungen Mannes. Über 20 Vereine und Gruppierungen aus beiden Orten nahmen an der Trauerfeier teil. Ein gutes Dutzend Fahnen senkten sich über dem offenen Grab als eine Bläsergruppe  „Näher mein Gott zu Dir“ spielte – einem Hauptlied des Wasserburger Bürgerspiels 2013, an dem Jürgen Steil ebenfalls teilgenommen hatte.

HC

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