Berghütten im Fokus

Kooperation vom Alpenverein mit der Hochschule - Auftakt Brünnsteinhaus

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alois 2Diese vier Studenten des Rosenheimer Studiengangs Energie- und Gebäudetechnologie – Patrick Eichermüller, Paul Fritzsche, Alois Kirchlechner und Marco Marin – präsentierten jetzt stolz auf der Alpenvereinshütte Brünnsteinhaus die Ergebnisse ihrer Projektarbeit. Ziel war es, das Heizsystem am Brünnsteinhaus zu analysieren und entsprechende Optimierungsvorschläge zu erarbeiten. Das junge Team um die Projektbetreuer Ludger Wallersheim, Fakultät für angewandte Natur- und Geisteswissenschaften, und Erwin Resch, Fakultät für Holztechnik und Bau, folgten der Einladung der Vorstandschaft des Alpenvereins …

Unser Foto unten: Die Projektbeteiligten vor dem Brünnsteinhaus (v.l.): Georg Kurz, Frank Knarr vom Alpenverein, Projektbetreuer Ludger Wallerheim, Hüttenwirte Margit und Peter Scharbillig, die Studenten Patrick Eichermüller, Paul Fritzsche, Alois Kirchlechner, Marco Marin, Projektbetreuer Erwin Resch und Dieter Vögele vom Alpenverein.

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Im Rahmen ihrer Projektarbeit sahen sich die Studierenden mit umfangreichen Aufgabenstellungen konfrontiert: So ermittelten zwei Studierende anhand vorhandener Pläne und Aufzeichnungen sowie durch eigene Messungen vor Ort die Kenndaten des Gebäudes, das in über 125 Jahren mehrmals verändert und erweitert wurde. Anhand der Werte war es ihnen möglich, die maximale Heizlast und den Jahresenergiebedarf der Alpenvereinshütte zu bestimmen.

Aufgrund der Lage auf etwa 1.300m sind die Klimabedingungen für das Gebäude extremer als im Tal. Im Vergleich zu einem gewöhnlichen Einfamilienhaus liegt bei der Alpenvereinshütte eine zeitlich stark wechselnde Nutzung des Gebäudes vor. Der Pächter versorgt hier in Stoßzeiten bis zu 200 Tagesgäste und 30 übernachtende Gäste. Die Herausforderung bestand darin, aus diesen sehr unterschiedlichen Daten ein für das gesamte Jahr gemitteltes Nutzerprofil und die ebenso verschiedenartigen Materialdaten der Gebäudehülle in die Energieberatungs-Software einzugeben.

Das zweite Studierendenteam untersuchte die Heizungsanlage der AV-Hütte. Sie recherchierten die über die letzten Jahre geänderten und erweiterten Heiz- und Warmwasser-Kreisläufe, die Pumpen und Speicher und erstellten aus den Daten Anlagenpläne, inklusive der installierten Pelletheizung, Kachelofen und Wärmepumpe.

Dabei konnte der tatsächliche Jahresenergieverbrauch ermittelt und dem theoretisch bestimmen Wert gegenübergestellt werden. Das dritte Studierendenteam erforschte aus mehreren möglichst ortsnahen Wetterstationen einen mittleren durchschnittlichen Jahresklimaverlauf (Temperatur, Solarstrahlung, etc.). Zusätzlich wurde für zwei Monate vor Ort eine mobile Wetterstation installiert, um die gemessenen Werte mit den ermittelten zu validieren. Die Wärmepumpe wurde in zwei ausgesuchten Zeiträumen an das Heizungssystem angeschlossen und die energetischen Flüsse im Heizungssystem gemessen.

Die gewonnenen Daten wurden bilanziert und Optimierungsvorschläge erarbeitet, die zu folgenden drei aufschlussreichen Ergebnissen führte:

Die Pelletheizung in Kombination mit Kachelofen deckt den erforderlichen  Heizwärme- und Warmwasserbedarf.
Der Einsatz der Wärmepumpe ist aufgrund der Klimaverhältnisse nur in kurzen Übergangszeiten rentabel. Die durchgeführten Probeläufe haben die Ergebnisse bestätigt.
Die Einsparung durch die Einbindung der Wärmepumpe lohnt sich im Verhältnis zum zeitlichen und organisatorischen Aufwand nicht.
Zur energetischen Optimierung wurden außerdem folgende Punkte vorgeschlagen:

Verringerung des Heizwärmebedarfs durch Dämmung der Außenhülle und Fensteraustausch der Einfachverglasungen
Standort-Optimierung der bestehenden Photovoltaikanlage – Neuplatzierung der oberen und oft beschatteten Photovoltaikelemente auf die Westseite des Hauses
Installation von solarthermischen Kollektoren auf dem Südhang unterhalb der Hütte in Kombination mit einem großem Pufferspeicher zur Warmwassererzeugung mit Heizungsunterstützung (dies ermöglicht eine Einsparung  des Jahresheizwärmebedarf von bis zu 18%)
Monitoring (Aufzeichnen  der Klima- und Heizungsdaten) dient der bestmöglichen Regelung sowie Überwachung der kompletten Energiesteuerung der Alpenvereinshütte auch während der Schließzeiten
Eine weitere Kooperation von DAV Rosenheim mit der Hochschule Rosenheim zur Optimierung von Gebäudehülle und den energetischen Anlagen der sektionseigenen Berghütten ist im Rahmen von Projekt- und Abschlussarbeiten geplant.

 

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