Ausbildung mit einem Einser abgeschlossen

Staatspreisverleihung: Festakt für 124 Absolventen der heimischen Berufsschulen

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124 Schülerinnen und Schüler der Berufsschulen Bad Aibling, Rosenheim I und II und Wasserburg sind heute im Rathaussaal von Wasserburg mit dem Staatspreis geehrt worden – sie hatten ihre Ausbildung mit einem Notendurchschnitt von 1,5 und besser abgeschlossen. Landrat Wolfgang Berthaler sprach von „Wahnsinns-Ergebnissen“, die erzielt worden sind, denn so viele Ehrungen habe es noch nie gegeben. 

Auch Gerhard Heindl, Schulleiter der Berufsschule Wasserburg, zeigte sich begeistert und schwärmte von einem wirklichen Feiertag für die Berufsschulen. Er zitierte den amerikanischen Manager Steve Smith mit dem Satz: „Ein Ziel ist ein Traum mit einem Termin“ und ergänzte, dass der heutige Termin ist der Beweis dafür sei, dass hier Träume umgesetzt wurden. „Sie haben sich unsere Anerkennung durch Fleiß und Beharrlichkeit erworben und sie sind die erfolgreichsten Vertreter aller Ausbildungsberufe, die wir unterrichten“, lobte er die Berufsschüler.

Stellvertretend für alle Berufsschul-Leitungen bedankte sich Heindl bei den Familien der Geehrten und bei den Ausbildungsbetrieben. Für den Wasserburger Schulleiter stünde außer Frage, dass es einen Zusammenhang zwischen der Leistungsfähigkeit der Berufsschulen und dem Engagement der Ausbildungsbetriebe gibt.

Landrat Wolfgang Berthaler machte sich in seiner Rede Gedanken über die Schnelllebigkeit der heutigen Zeit: „Die Digitalisierung verändert Berufsbilder sehr, ich hoffe, dass die Menschen mit dieser Entwicklung mitkommen.“

Er betonte die Stärke der heimischen Wirtschaft: „Wir haben keine Bodenschätze, wir haben unsere Handwerks- und Ingenieurkunst und die müssen wir hegen und pflegen.“ Der Landrat forderte die Absolventinnen und Absolventen der Berufsschulen auf, sich immer wieder fortzubilden. Er zeigte sich überzeugt davon, dass viele die Meisterschule folgen lassen oder zum Studieren gehen. „Sie sind ehrgeizig, ihnen gehört die Zukunft“, so Berthaler abschließend.

Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl lobte in seinem Grußwort das Duale System in der Ausbildung: „Die Verknüpfung von Theorie und Praxis wird geschätzt – nicht nur bei uns, sondern auch international.“ An die ehemaligen Schülerinnen und Schüler der Berufsschulen gewandt meinte Kölbl, sie haben ein hervorragendes Fundament gelegt um ihre berufliche und private Zukunft zu gestalten.

Die Staatspreisträgerinnen und Staatspreisträger schlossen ihre Ausbildung mit einem Notendurchschnitt von 1,5 und besser ab. Als Anerkennung erhielten sie eine Urkunde, unterzeichnet von der Regierungspräsidentin der Regierung von Oberbayern Brigitta Brunner sowie eine vom Landkreis Rosenheim zur Verfügung gestellte finanzielle Anerkennung. Umrahmt wurde der Festakt durch die musikalische Gestaltung der Blechbläser der Stadtkapelle Wasserburg. FM

Titelbild: Berufsschule Waserburg mit Landrat Berthaler und Schulleiter Gerhard Heindl

Vertreten waren außerdem:

Berufschule I Rosenheim mit Landrat Berthaler und Schulleiter Reinhard Pobel.

Berufsschule II Rosenheim mit Landrat Berthaler und Schulleiterin Christiane Elgass.

 

Berufsschule Bad Aibling mit Landrat Berthaler und stellvertretendem Schulleiter Jürgen Ersing.

 

 

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5 Gedanken zu „Ausbildung mit einem Einser abgeschlossen

  1. Kritischer Leser

    Nichts gegen die geehrten Schüler. Ihnen darf man gratulieren! Aber auch bei den Gymnasien gibt es plötzlich Jahr für Jahr wunderliche Traumzahlen bei der Anzahl von Abschlüssen von 1,5 oder besser. Das war vor kurzem noch die absolute Ausnahme – nur wenige Schüler pro Jahrgang. Man sieht also, dass das Niveau an den Schulen in Bayern immer weiter abgesenkt wird, um das Versagen des Bildungssystems zu vertuschen. Die Betriebe jammern ja nicht umsonst, dass viele Absolventen in der Lehre elementare Grundkenntnisse aus Sprache und Mathematik nicht mehr besitzen.

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    1. Vieleicht sollten sie auch besser dafür arbeiten/lernen!
      MfG

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    2. Es geht im Studium leider so weiter.
      Wir brauchen allmählich Noten wie 1+++ oder 1aaa+++ – wie bei Elektrogeräten.

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    3. Ich empfehle Ihnen die Prüfung nachzuschreiben, um selbst zu erfahren, inwiefern das Leistungsniveau tatsächlich gesunken wäre. Ich persönlich habe die Fachoberschule in 2003 über Telekolleg nachgeholt und stellte dabei fest, dass sich gegenüber 1988 lediglich die Ausbildungsschwerpunkte verschoben haben (mehr lebensbezogen), als dass das Niveau leichter geworden wäre. Mein Sohn hat 2014 seine FOS (techn. Zweig) mit Zweitfremdsprache Spanisch abgeschlossen. Abgesehen von Spanisch hätte ich wohl auch in jedes anderes Fach versagt, so viel mehr verlangt das Bildungsministerium schon nach 10 Jahren.
      Sie müssen auch bedenken, dass immer mehr Abiturienten sich für eine Lehre entscheiden. Sie müssen bedenken, dass die Anforderungen in mathematischen/technischen Fächern nicht das Abiturniveau erreicht, und, dass Abiturienten im Allgemeinen eine bessere Veranlagung für das Lernen mitbringen.
      Wenn also Rekord-Werte an Berufsschulabsolventen von 1,5 und besser verzeichnet werden, so liegt das nicht am Absinken des Niveaus oder der Standards seitens des Bildungsträgers/-ministeriums, diese sind sogar so hoch wie noch nie zuvor, sondern liegt darin begründet, dass immer mehr Abiturienten sich für eine solide Berufsausbildung entscheiden, sowie an der Tatsache, dass sich immer mehr Betriebe für Abiturienten entscheiden. Die Betriebe versprechen sich davon die Erfüllung von höheren Qualitätsstandards, vor Allem sind Abiturienten in der Regel schon volljährig und können auch zu ungünstigen Arbeitszeiten herangezogen werden, zumal erwachsenen Azubis i.d.R. auch einen Führerschein und die Mobilität mitbringen. Ein weiterer Grund der Betriebe sich für Abiturienten zu entscheiden, ist deren besseren Motivation etwas zu lernen, sowie die Sicherheit, dass die Azubis die Grundrechenarten beherrschen und sich im Schriftverkehr deutlich besser anstellen ( und somit die Firma besser nach Außen representieren)
      Man kann viel über den Bildungssektor schimpfen, das Niveau ist jedoch nicht gesunken, allenfalls verschoben; die Schwerpunkte sind heute mehr praxisbezogen. Allerdings fehlt es an Lehrern, die Klassenstärken sind zu groß, es gibt kaum noch Zeit für die individuelle Förderung von Schülern die mit dem Tempo nicht mithalten können. Und da die Eltern heute – im Gegensatz zu den Siebzigern wo man mit einem Gehalt eine Familie ernähren konnte – beide berufstätig sind, sind sie mit der häuslichen Betreuung ihrer Kinder zeitlich als auch fachlich überfordert ( soviel zum Niveau nochmal). Hauptschulabsolventen haben es somit immer schwerer eine Traum-Ausbildung/Traumjob zu finden, oft nehmen sie den nächstbesten Ausbildungsplatz der Ihnen angeboten wird ( obwohl sie weder dafür geeignet noch dafür motiviert sind) . Wenn wir das Ändern wollen, dann muss wieder mehr in den Bildungssektor investiert werden. Wenn MRD für eine 2 prozentige Aufrüstung vorhanden ist, wenn MRD für die nächste Griechenlandpleite jetzt schon bereitgestellt werden, dann muss man eventuell die Prioritäten neu bewerten und schon wäre auch viel Geld für die Schulen vorhanden.

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  2. …..eine finanzielle Anerkennung hat meine Tochter bis heute nicht bekommen, da damals die Kuverte „ausgingen“!!
    Nur, dass es erwähnt ist🙈…

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