Auf allen Vieren hinein ins schwarze Nichts

Atemschutzträger aus dem Altlandkreis üben in Wasserburg gemeinsam

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P1010615Deckentemperatur 1200 Grad, Sichtweite 0,0 Meter, Lärmpegel wie auf einer Autobahn – das sind die Bedingungen, die heimische Feuerwehrmänner und -frauen vorfinden können, wenn sie als Atemschutzträger in tiefschwarz verrauchte, brennende Gebäude kriechen müssen. Und das auf allen Vieren, „denn die tiefste Gangart bringt die größte Sicherheit. Mit den Händen voraus kann man ertasten, wo’s steil nach unten geht“, weiß Kreisbrandmeister Hermann Kratz, der zusammen mit sechs Wehren aus dem Altlandkreis am Wochenende in Wasserburg übte. Ein Bericht aus der Räucherkammer …

 

 

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Freitag, 19 Uhr. Übungsort für die Feuerwehren aus Evenhausen, Pfaffing, Atteltal, Amerang, Wasserburg und von der Betriebsfeuerwehr Alpenhain: Ein älteres Nebengebäude der Verwaltungsschule der Wasserburger Sozialverwaltung, das gerade nur als Lagerraum genutzt wird.

Aus allen Türspalten und Ritzen quillt dicker Rauch, den eine Maschine zuvor in das ganze Haus geblasen hat. Im Gebäude sieht man seine eigene Hand nicht vor Augen. Und dennoch ist das Übungsszenario für die Atemschutzträger der Wehren um einiges abgeschwächter, als man das von einem echten Brandort erwarten darf: „Da ist der Rauch dann auch noch pechschwarz und wir haben mit hohen Temperaturen zu kämpfen“, sagt der Kreisbrandmeister, der bei der Abschlussübung und praktischen Prüfung der Atemschutzträger alle Abläufe genau im Auge hat.

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Kreisbrandmeister Hermann Kratz ist beim Landkreis für die Ausbildung der Atemschutzträger zuständig.

Und damit davon immer genügend einsatzbereit sind, dafür trainieren die Floriansjünger in Wasserburg. Doch damit natürlich nicht genug. Ein Atemschutzträger muss sich in regelmäßigem Turnus einem ausgiebigen medizinischen Check unterwerfen. Zudem steht die Ausbildung in einem speziell dafür eingerichteten Trainingszentrum in Rosenheim auf dem Programm. Dort müssen die Atemschutzträger zum Beispiel ihre Nerven unter Beweis stellen, wenn sie durch heiße, verrauchte, stockdunkle, enge Röhren kriechen.

Die Manöverkritik fällt in Wasserburg nicht ganz ohne Tadel aus. Einige der Feuerwehrler haben ihre Sicherungsleinen, an denen sie auch ohne etwas zu sehen nach draußen zurückfinden können, falsch oder mangelhaft angebracht. Ein Schlauch wurde nicht richtig ausgelegt und hätte im Ernstfall für Probleme sorgen können. „Aber dafür ist ja die Übung da“, sagt Kreisbrandmeister Kratz, der insgesamt mit der Übung aber sehr zufrieden ist. „Wir haben gezeigt, dass Männer verschiedenster Wehren, egal aus welchem Ort, zusammen in einem Trupp Menschen aus brennenden Gebäuden retten können.“

Die Übung fand im Rahmen des Atemschutzlehrgangs, den jeder Atemschutzträger im Landkreis absolvieren muss, statt. HC

 

Katharina Huber sowie die Jugendfeuerwehrler Bianca Hangl und Lukas Barth ließen sich „retten“.

 

Bilder von der Abschlussübung der Atemschutzträger.

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2 Gedanken zu „Auf allen Vieren hinein ins schwarze Nichts

  1. Katharina Huber

    Ich (Katharina Huber) bin bereits 18 Jahre alt und damit keine jugendfeuerwehrlerin mehr. Ansonsten ein gelungener Artikel 🙂

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    1. Christian Huber Beitragsautor

      Danke, verbessern’s gleich ..

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